Tagessplitter am 15. Dezember

Guten Morgen Welt,

vieles ging heute morgen was gestern nicht ging, so funktionierte mein WLAN wieder und ich musste nicht bei Vodafone anrufen. Die Zeit konnte ich zu einem leckeren Frühstück nutzen,  dazu einen starken Kaffee. Nun hoffe ich bloß noch das der Fahrstuhl wieder repariert ist und ich nicht wieder ins Nachbarhaus laufen muss. Heute ein paar weihnachtliche Impressionen vom Schloss Wackerbarth bei Dresden.

Mittagessen: Makkaroni mit Tomatensoße und Cordon Bleu

Tagessplitter am 14. Dezember

Guten Tag liebe Welt,

heute ist der Tag nicht gesplittert. Es ist trübes Wetter. Es ist nichts passiert.  Der Fahrstuhl in die Welt hinaus ist heute schon wieder defekt und lange Umwege sind angesagt. Vodafone lässt auch das weltweite Netz ruhen. Es passiert nichts. Ich glaube Vodafone war nicht meine beste Idee. Es ist also ein richtiger Couch Tag. Und das ist auch gut so. Die Kraft reicht heute nicht einmal um ein Elfchen zu schreiben, noch um die Kamera zu aktivieren. Warten wir auf einen besseren Tag. Bis morgen liebe Welt.

Tagessplitter am 13. Dezember

Guten Morgen und Mahlzeit Welt,

heute beizeiten und lecker gefrühstückt, anschließend noch geduscht und dann waren wir für das Wochenende einkaufen. Der Tag zeigt sich heute von der dunklen Seite. Da verpasst man draußen nicht viel. Also schnell wieder in das warme Wohnzimmer, alle vorhandenen Kerzen an und dann das Mittagessen gekocht. Das Essen war lecker.

Panierten Seelachs mit Wedges, Rosenkohl Sauce Hollandaise und Remoulade 

Tagessplitter am 12. Dezember

 

 

Guten Morgen Welt,

zum Frühstück ein Schweizer Bürli macht Lust auf mehr, falls man es schafft. Also eins habe ich von dem Viererbrötchen geschafft. Lecker und ausreichend. Den geplanten Einkauf von heute habe ich auf Morgen verschoben, in der Hoffnung das der Fahrstuhl wieder funktioniert. Laufen in die zehnte Etage ist doch zu anstrengend. Jetzt noch einen zweiten Kaffee und der Tag kann so richtig gut beginnen. Mal sehen was er mir noch bringt. Heute sind es nun noch genau zwölf Tage bis zum Heiligen Abend. Also noch zwei Wochen voller Hektik und voller Geschäfte. Nach dem wettermäßig wunderschönen Tag gestern ist zwar auch heute ein wenig Sonnenschein im Nebel. Sehr nebulos.

Elfchen zum Freitag:

„Kaffeegenuss

Zwei Tassen

Bringen neuen Schwung

In den zu überstehenden

Freitag!“

Es weihnachtet sehr…

Schwedische Mandel Tarte Süßes zum Mittag

Tagessplitter am 9. Dezember

 

Elfchen zum Dienstag:

„Himmelweit

Gemeinsam mit 

dir eine schöne 

Zeit in der Erlebniswelt 

Lebensgier.“

 

Guten Morgen Welt,

ein Hauch von Frühling zieht mitten im Winter durch die Landen. Der Regen bringt diese Temperaturen über 12°C in unsere Gefilde. Hatten wir vor einigen Jahren schon mal im Dezember. Genießen wirklich diese Wetterkapriolen. Ich kann damit leben. Heute geht auch die Sonne wunderschön auf und steht jetzt ziemlich hoch und blendet die Augen. Man ist beschwingt und hatte gute Laune. Ich werde mir heute oder morgen im Barber Shop eine luftige Frisur verpassen lassen und fühle mich wieder richtig wohl. Ein schöner Tag erwartet uns alle. Ein wenig Musik wird gut tun. Und ein Album zieht mich so richtig mit. Ich war schon sehr lange ein Fan der Musik von „Rosenstolz“, vielleicht sogar mehr, war auf einen der ersten Konzerte, oben auf der Moritz Bastei mit wenigen Zuhörern, war im Haus Auensee, auf der Parkbühne im Klara Park und auch mehrmals in der Arena. Es war eine tolle Zeit. Tolle Musik. Rosenstolz so richtig auf Höhenflug, hatte alle Alben und auch DVD. Ich war sehr traurig als sie nicht mehr die Bühne betraten und ich war begeistert, als Anna alias AnnaR wieder durch startete. Bei mir läuft gerade auf Amazon Music das Album „Mut zur Liebe“, welches AnnaR postum raus brachte. Ich war begeistert und kann es immer wieder hören, besonders „Wer weiß wer weiß“. Ein melancholisch kräftiger Song, der sich in die Gehörgänge rein schraubt. Ich liebe ihn. Der Stolz der Rose lebt in uns weiter. Danke für alles Anna…

 

Die Nacht

Es war eine Nacht,
wie wir sie noch nicht kannten.
Tausende Kerzen
um uns herum brannten.
So kam es mir jedenfalls vor.
Im Hintergrund
Rosenstolz als Engelschor.
Viele Stunden im Zustand der Schwebe.
Mehrere Gläser
von unserer Lieblingsrebe.
Ihr Mund war die ganze Nacht nicht still.
Worte,
wie ich und jeder sie hören will.
Die Nacht hat sich irgendwann mit dem Tag vereint.
Kerzenlicht verlosch.
Spiel die Lieder noch einmal hat sie gemeint.
Und immer wieder
diese ins Herz gehenden Lieder.
Zum tausendsten mal haben wir sie gehört.
In ihnen versunken hat uns
der begonnene Tag nicht gestört.
Auf dem Boden einfach ein Bett gebaut,
dem Tag die veronnenen Nachtstunden geklaut.
Frühstück am Mittag mit dir im Bett.
Eine Tagnacht verschlafen,
wiederholenswert nett.

© Jürgen Rüstau 2002

 

Heute Mittag:

Hausgemachter Kartoffelsalat mit Rotbarsch Filet

Tagessplitter am 8. Dezember

Elfchen am  Montag:

„Wochenbeginn

 Gute Laune

überstrahlt die Tage

ganz glücklich bis zum

Wochenende.“ 

 

Guten Morgen Welt,

in den Kaffee Satz geschaut und sich gefragt: „Was wird mir denn diese Woche so alles bringen?“ Vornweg gesagt, mein Kaffee war ein Filterkaffee ohne Kaffee Satz und so konnte ich auch keine Vorlage erahnen. Lassen wir uns doch von dieser Woche überraschen. Bringt sie uns was Gutes oder vielleicht auch schlechtere Nachrichten. Wie es so aussieht, sollen wir Temperaturen wie im Frühling mitten im Winter bekommen, so um die 15° C. Überrascht uns das? Nein, denn es ist meteorologisch alles möglich und ja, es wird eine gute Woche, schon weil wir sie zu einer guten Woche machen wollen. Alles wird gut!  Machen wir das Beste draus…

Heute Morgen hatte ich mit meinem Vermieter, die LWB telefoniert. Sie waren noch nicht so richtig wach, genau so wie der Aufzug im Haus. Er quält sich schon seit einer Woche von Etage zu Etage bis zur 9. Etage hinauf. Bin schon gespannt wann da endlich irgendwer reagiert. Ach so, am Freitag sah ich im Fernsehen die „SOKO Leipzig“. Es war schon spannend eine Verbrecherjagd in meinem Wohnhaus mit zu erleben. Auf jedem Fall war es gut in Szene gesetzt…

Mittagessen

Gebackener Käse mit Rosmarin Wedges, Paprika-Käse Creme und Tomatensalat

Aufgegessen!

Dezemberregen

Dezemberregen kalt im Gesicht
Tief in uns ein Herz aus purer Sonne
Zärtlich aus ihm das Verlangen spricht
Voller Lebenswonne
Glückshormone
Die am Baum des Lebens sprießen
Flußaufwärts
Im Strom der Gefühle fließen
Himmelweit
Gemeinsam mit dir
Eine schöne Zeit
Erlebniswelt in Lebensgier.

© Jürgen Rüstau 2004

Tagessplitter am 7. Dezember

Exakt 300 Wörter zum Nikolaus Drabble:

Halt. Hier stimmt doch etwas nicht? Das sind doch nur sechs Zwerge. Wo hat sich denn der siebente wieder versteckt, und wo zum Teufel ist Schneewittchen schon wieder. Sie hat sich bestimmt wieder in ihr Bettchen zum Schlafen gelegt. Hat sie sich ja auch verdient, nachdem sie für uns den ganzen Haushalt geputzt, vergiftete Äpfel nicht gegessen, hat. Sie hat sich ein wenig Schlaf verdient. Auch wir haben ganz schön gearbeitet. Die vielen Geschenke, die wir für das Weihnachtsfest für die Kinder gepackt haben. Das war ganz schön anstrengend. Also ein bissel Schlaf könnten wir doch auch gebrauchen. Aber die ganzen Pakete müssen ja auch noch zum Weihnachts Postamt gebracht werden. Ich werde doch gleich einmal den Schlitten anspannen, so daß ihn dann Wuffy zum Postamt ziehen kann. Jetzt noch die Pakete auf den Schlitten laden und ab geht die Post zu unserem Postamt an den „Drei Fichten“ im Märchenwald. Ich hoffe das Schneewittchen in der Zeit das Mittagessen macht, denn ich habe so richtigen bärenstarken Hunger. Für heute habe ich mir Milchreis mit Waldbeerenmus gewünscht. Das wird ein leckeres Essen. Da wir heute ja auch fleißig waren werden die Kinder in der Stadt sich freuen und wir sechs Zwerge freuen uns auf den Milchreis. Wo ist denn Purzelbaum schon wieder. Er wird doch nicht den leckeren Milchreis vergessen haben. Nicht das wir Purzelbaum mit in einem Paket verpackt haben? Er hätte sich doch bestimmt bemerkbar gemacht. Wo ist er nur? Habt ihr ihn vielleicht gesehen? Wo liegt er nur und schläft, oder ist er noch einmal in den Wald gegangen? Draußen wird es langsam schon dunkel und nichts ist von Purzelbaum zu sehen. Hauptsache ihm ist nichts passiert. Da höre ich gerade die Tür quietschen und wer kommt da hereinspaziert? Natürlich Purzelbaum, der voller Moos und Tannenzapfen ist. Feierabend!

Elfchen zum Sonntag:

„Gemütlichkeit
Durchzieht Wohnung
Wärme und Behaglichkeit
lässt mich die Weihnachtszeit
Erleben.“

 

Guten Morgen Welt,

es ist heute wieder Sonntag. Die verbleibenden Sonntage in diesem  Jahr werden immer weniger. Also müssen wir sie so richtig genießen. Kaffee, Frühstück und Lebenszeit. Da war doch etwas? Ja, die sonntägliche Gemütlichkeit, den lieben Gott einmal den Sonntag zur Gestaltung überlassen, die gestressten Glieder einmal einfach ausstrecken und die Gemütlichkeit genießen. Sollte doch nicht so schwer fallen..

Einen ganz gemütlichen Sonntags Plausch habe ich mit Anke und auch mit meiner Schwester geführt. Draußen lacht die Sonne und macht auch das Wetter etwas gemütlicher. Ist ja auch das Wichtigste, die Sonntag Gemütlichkeit. Habe deshalb beschlossen, heute bleibt die Küche einmal kalt. Ich bin noch von gestern richtig satt. Also tut es heute auch einmal ein belegtes Brötchen und ein wenig Salat 🥗, oder vielleicht ein kleines kräftiges Gemüse Süppchen? Ich werde es mir schon ein bisschen gemütlich machen. Euch einen schönen 2.Advent…

 

Kleine Stadt am Sonntag Morgen

Das Wetter ist recht gut geraten.
Der Kirchturm träumt vom lieben Gott.
Die Stadt riecht ganz und gar nach Braten
und auch ein bißchen nach Kompott.

Am Sonntag darf man lange schlafen.
Die Gassen sind so gut wie leer.
Zwei alte Tanten, die sich trafen,
bestreiten rüstig den Verkehr.

Sie führen wieder mal die alten
Gespräche, denn das hält gesund.
Die Fenster gähnen sanft und halten
sich die Gardinen vor den Mund.

Der neue Herr Provisor lauert
auf sein gestärktes Oberhemd.
Er flucht, weil es so lange dauert.
Man merkt daran: Er ist hier fremd.

Er will den Gottesdienst besuchen,
denn das erheischt die Tradition.
Die Stadt ist klein. Man soll nicht fluchen,
Pauline bringt das Hemd ja schon!

Die Stunden machen kleine Schritte
und heben ihre Füße kaum.
Die Langeweile macht Visite.
Die Tanten flüstern über Dritte.
Und drüben, auf des Marktes Mitte,
schnarcht leise der Kastanienbaum.

Erich Kästner 

Mein Mittagessen – Ein Gemüse Süppchen

Mit Möhrchen, Erbsen, Roten Zwiebeln, Cherry Tomaten und Putenhackfleisch, ungebunden.

Tagessplitter am 6. Dezember

 

Elfchen am Nikolaus Tag:

„Nikolaus 

grimmiger Gesell.

Heute Schuhe putzen

vielleicht liegt etwas darin.

Süßes.“

 

Guten Morgen Welt,

die frischen knusprigen Brötchen, ich bevorzuge Baguette Brötchen, sind im Ofen und warten darauf, auf dem Tisch repräsentiert zu werden. Vor allem duften sie gut. Mit Butter, Marmelade und Wurst, dazu eine Tasse Kaffee. Was braucht die Welt mehr. Ein gemütlicher Auftakt zum St. Nikolaus Tag bringt mich so langsam in die Dezember Weihnachts Laune. Auch wenn man allein ist, deckt man sich den Tisch schön und wird von der Weihnacht Laune doch direkt vereinnahmt. Diese Wogen nehmen uns einfach mit in eine weihnachtliche Feierlaune. Und das ist gut so. Der Dezember hält noch viele Überraschungen bereit. Sind das die x-ten Socken, über die man sich jedes Jahr „freut“ oder ist es einfach der Schneefall im Dezember oder auch das gelungene Festessen zur Weihnacht. Dies alles macht uns ganz sanft und bringt ein zauberhaftes Lächeln ins Gesicht. Das alles ist die Weihnacht!  Genießt diese wunderschöne Zeit!

Ich werde heute die ganz alltäglichen Dingen in meinem Leben erledigen und mich auch vollkommen und ganz auf die Weihnacht einlassen und dies genießen. Habt bitte auch einen wunderschönen Tag. Einen schönen Nikolaus.

Sankt Nikolaus

Der Heilige Bischof Nikolaus war eine historische Person, welche in Myra (heutige Türkei) im Jahre 343 im Alter von 73 Jahren verstarb.

Als Bischof nahm er 325 am Kirchenkonzil von Nizäa statt, an welchem die Gottheit Jesu Christi dogmatisiert wurde.

Der Legende nach warf er einem armen Mann in drei aufeinanderfolgenden Nächten jeweils einen Goldklumpen durchs Fenster, um seine Töchter vor der Prostitution zu bewahren, ehe er schließlich bei seiner Wohltat „erwischt“ wurde.

Mittagessen: Riesen Rösti mit Grünen Bohnen, Tomaten Rispe und Seelachsfilet mit Remoulade

Tagessplitter am 5. Dezember

Elfchen am Freitag:

„Wärme
durchzieht Wohnzimmer
und ganze Wohnung.
Uns geht es gut.
Frieden!“

Guten Morgen Welt,

uns geht es doch verhältnismäßig wirklich gut. Wir leben in unserem Land im Frieden, wir haben behagliche Wärme und Strom in unseren Wohnungen. Uns geht es gut, während in anderen Teilen Europas der Krieg tobt, Menschen frieren und in Dunkelheit ausharren. Das schon im dritten Jahr. Wir sollten diesen Menschen gedenken und alles dafür tun, um diesen Krieg zu beenden. So, Punkt dazu. Es ist zu schrecklich und wir sollten uns freuen das wir in Frieden leben können.

 Heute gehe ich mit An. einkaufen, eine der wochenendlichen Freizeitbeschäftigungen. Regen uns über die zu hohen Preise auf und doch geht es uns doch gut. Wir können Leben!

Dies sollte man sich immer vor Augen halten!

Kurzer Stopp heute auf der Einkaufstour. Unmittelbar vor Wurzen ist ein kleiner Parkplatz. Hier verkauft ein Bäcker seine Waren und auch die „Wermsdorfer Fischerei“. Davor hatten wir je ein Fischfilet mit Remoulade und Krautsalat verdrückt. Sehr lecker!
Gesättigt könnten wir den Einkauf zu einem guten Ende bringen.

 

Vorweihnachtszeit

Nun beginnt die Weihnachtszeit.
Menschen zum Konsum bereit.
Tausende Geschenke nicht gewünscht.
Ideenlosigkeiten übertüncht.

Geschenke welche man nicht kaufen kann.
Vertrauen und Liebe
kommen nicht vom Weihnachtsmann.
Geschenke groß und übelst schwer.
Weniger ist oft mehr.

Nachdenklich durch diese Tage schreiten.
Menschen einfach Freude bereiten.
An andere denken dann und wann.
Nächstenliebe nicht nur unterm Kirchenbann.

Besinnlichkeit in dieser Zeit.
Ja wir sind dazu bereit.
Nun beginnen die schönen Tage.
Familie und Gemütlichkeit stehen außer Frage.

© Jürgen Rüstau 

Bittersüßer Abschied

In dem kleinen Café am Rande der großen Stadt, war es still geworden.
Wie lange ich hier schon sitze? Ich weiß es gar nicht mehr genau – ich bin einfach glücklich hier – doch es sind sicher schon 2 Jahre. Naja, in der Zeit saß ich natürlich nicht immer an derselben Stelle, aber doch so ziemlich genau immer hier oben, auf dem Vorsprung am Fenster. Glaubt mir, als Maus kann man sich kein schöneres Zuhause wünschen. Mein ur-ur-irgendwas-Großvater lebte vor über 10 Jahren schon hier. Aber psst, ihr dürft mich nicht verraten, sonst springt die Chefin wieder schreiend auf den Stuhl und der Boss jagt mich mit dem Besen aus der Tür. Alles schon da gewesen, aber wie ihr seht, bin ich immer noch da. Ich bin doch nicht verrückt und gebe das hier freiwillig auf. Wieso, fragt ihr? Warum ich nicht beim Bäcker die Straße runter eingezogen bin? Kommt näher, ich verrate euch ein Geheimnis über das Café, dann werdet ihr mich verstehen.
Es gibt viele Geschichten die von diesem Geheimnis zeugen und in unserer Familie schon über Generationen weitererzählt werden, doch ich möchte euch eine Geschichte aus meiner Zeit hier erzählen:
Vor zwei Jahren betrat ein älterer Herr den Laden. Er trug einen braunen, etwas aus der Mode gekommenen Anzug und musterte mit finsterem Blick den Raum, die kleinen Tische, die Gemälde an der Wand und die handbeschriebene lange Tafel. Das herzliche Willkommen von Paula, unserer hübschen Kellnerin, prallte an ihm ab wie Wasser an Wachs. Er setzte sich an den Tisch in der Ecke am Fenster, aß und trank ohne ein Lächeln oder ein Wort, und ging ohne einen Cent Trinkgeld zu geben, hinaus. Ab da kam er jeden Mittwoch, immer zur selben Zeit, immer mit demselben grummeligen Gesicht. Und Paula warf ihm jedes Mal aufs Neue, ein herzliches Willkommen an die Brust. Umso düsterer seine Miene wurde, desto heller leuchtete ihre.
Ihr müsst wissen, dies ist ein besonderes Café, ein Kulturcafé, hier gibt’s nicht nur Kaffee und Kuchen und Schnitzel und Bier, hier wird gesungen, getanzt und interviewt. Und Mittwochs gibt es hier Literatur. Ein paar Leute setzen sich zusammen und lesen einander vor. Geschichten aus Büchern oder gar aus ihrer eigenen Feder. Immer sehr unterhaltsam kann ich euch sagen. Langeweile kommt nie auf. Manchmal war mir hier oben schon ganz gruselig zumute und einmal musste ich so sehr lachen, dass ich beinah heruntergefallen bin. Und da das Café ja nicht sehr groß ist, kann jeder im Raum die Geschichten der Leserunde hören, wenn er nur will und still genug ist.
Und so war es auch damals, an jenem Mittwoch. Alle lauschten den Erzählungen, angefangen bei den jungen Damen mit ihren Gläsern Wein zwei Tische weiter, dann das ältere Pärchen direkt an der Tür, das sich ohnehin bei jedem Besuch in Schweigen hüllte, und auch der stattliche Karl hinterm Tresen, der dabei immer entspannt ein Glas polierte, oder zwei. Nur der ältere Herr in seinem braunen Anzug, störte sich an diesem Stammtisch und plauzte in die Runde: „Kann man hier nicht mal in Ruhe essen?“
Paula eilte sofort zu ihm und fragte freundlich: „Soll ich die Musik in ihrer Ecke etwas lauter drehen? Dann hören Sie die Herrschaften nicht so.“
„Ich will weder Geschwatze noch Geklimper hören, ich will meine Ruhe beim Essen! Ist das zu viel verlangt?“, stieß der Mann hervor und zerstach wütend seine Kartoffeln.
„Wissen Sie, was das Schöne an einem Café ist?“, vibrierte mit einem Mal die tiefe Stimme des sonst so stillen Karl über den Tresen. Alle schwiegen. Und während Karl redete, polierte er in aller Seelenruhe sein Glas. „Hier kommen die verschiedensten Menschen her – um zu reden, zu speisen, abzuschalten und vielleicht sogar einfach nur, um nicht allein zu sein.“ Karl schaute durch das Glas gegens Licht. „Ne bunte Mischung. Und jeder ist bei uns willkommen.“ Dann nahm er das Glas ganz ruhig runter und sah dem fassungslosen – offenbar keinerlei Widerworte gewohntem – älteren Herrn direkt in die Augen: „Leben und leben lassen, verstehen Sie?“
Mit bebender Unterlippe sah der Mann erst Karl, dann Paula und dann die anderen Gäste an. Leute, ich dachte jetzt rappelts im Karton. Keiner im Raum traute sich zu bewegen. Nicht mal ich, dabei sah mich ja niemand. Der ältere Herr schnaubte verächtlich, warf wahllos ein paar Geldscheine auf den Tisch und verschwand hinaus in die Nacht.
Warum der Mann so griesgrämig war, fragt ihr euch? Das haben wir uns hier damals auch gefragt. Aber wozu die Spekulationen, man weiß es eh nie genau. Manchmal braucht es im Leben einfach Geduld. Wir sollten es noch erfahren. Denn, er kam wieder, bereits am Mittwoch drauf, zu seiner gewohnten Uhrzeit und setzte sich an seinen üblichen Platz. Und diesmal fing er Paulas tapferes Willkommen mit einem kurzen Nicken auf. Waaas?, dachte ich und beobachtete die Szene mit offenem Mund: Von seinem Tisch aus, sah er hinüber zur Leserunde, die in dem Moment verstummt war, als er das Café betreten hatte. Er musterte sie alle, jeden Einzelnen von ihnen. Dann atmete er tief durch, zwang seine Mundwinkel zu einem kurzen Sprung nach oben und wandte umgehend seinen Blick aus dem Fenster, wo er ihn desinteressiert über die Straße wandern ließ. Karl warf sich sein Poliertuch über die linke Schulter und nickte der Leserunde motivierend zu – woraufhin sie zögerlich, wie ein anrollender Schwertransporter, ihre Lesefahrt wieder aufnahmen. Die schwere literarische Kost rollte auf der zarten Stimme einer ehemaligen Ärztin durch den Raum und verfrachtete die Gäste Stück für Stück zurück in ferne Welten und Abenteuer.
Von den anderen unbemerkt, ging Karl zu dem älteren Herrn hinüber und stellte ihm ein frisch gezapftes Bier auf den Tisch. Vom Geräusch erschrocken, holte der seinen Blick von der Straße und schaute auf. Da legte ihm Karl kaum merklich die Hand auf die Schulter und deutete mit dem Kinn aufs Bier: „Geht aufs Haus.“ Und der Mann lächelte kurz und dünn. – Und ich saß da und wusste vor Rührung kaum wohin mit mir. Männer, he? Verstehen sich auch ohne viele Worte.
Tja, wie sich herausstellte, hieß der ältere Herr, Herr Schubert und seine Kinder hatten den Kontakt zu ihm abgebrochen, weil er dauerhaft ihren Lebensstil kritisierte. Woher ich das weiß? Ich weiß alles, ich bin die Cafémaus. Naja, und außerdem hat er es Karl in diesem einen nächtlichen Gespräch verraten, als bereits alle Gäste fort waren:
„Ich mein es doch nur gut, damit sie es einmal besser haben als ich, und nicht mit 60 noch Versicherungen verkaufen müssen. Doch sie hören nicht auf mich.“
Er sprach immer leiser und ich musste meinen Stammplatz verlassen, um ihn weiter hören zu können. Vorsichtig schlich ich mich übers Regal von hinten an ihn heran. „Ich habe Leute versichert, die gar nicht versicherbar waren“, fuhr er fort. „Ich habe ihre, ich sag mal … ähm … Makel, bei der Versicherung eben nicht erwähnt und gut. So konnte ich über die Jahre sehr erfolgreich viele Menschen mit Berufsunfähigkeitsversicherungen, Lebensversicherungen und was weiß ich für Zeug versorgen.“ Er nahm einen großen Schluck von seinem Bier und starrte dann mit leerem Blick auf die platzenden Schaumbläschen in seinem Glas, während Karl ein Weinglas polierte und schwieg. Es blieb offen, ob es Herrn Schubert nur um die Provision ging, oder ob er es naiver Weise gut mit den Menschen meinte. Doch es war Herr Schuberts Geburtstag, und er hatte mehr getrunken als gewöhnlich, und so erzählte er Karl auch noch von jenem Tag, der kommen musste. Der Tag, an dem ihm eine dieser Policen um die Ohren geschossen war: „Der Versicherungsfall trat ein, der Schwindel flog auf, die Versicherung zahlte nicht und ich wurde verklagt. Und anstatt die Wahrheit zu sagen, hab ich alle Schuld von mir geschoben und meine Klientin als Lügnerin bezeichnet. Was hätte ich denn tun sollen? Mein Ruf und alles stand doch auf dem Spiel.“ Er seufzte schwer und rieb sich die Stirn. „Was soll ich sagen, ich bekam Recht und die alleinerziehende, nun berufsunfähige Mutter, kein Geld. Ich hatte gewonnen.“ Dann fügte er noch leiser hinzu (ich bin fast aus dem Regal gefallen, bei dem Versuch ihn zu verstehen): „Doch in den Jahren danach, habe ich alles verloren. Meinen Ruf, viele meiner Klienten und meine Söhne.“ Die tonnenschwere Last auf den Schultern dieses Mannes vergiftete sein Herz, sichtbar. Und Karl hörte zu, nickend, polierend und völlig wertfrei.
Wisst ihr, wenn ich eins in meiner Zeit hier im Café gelernt habe, dann, dass das Universum jedem die Rechnung für sein Handeln präsentiert. Dem einen früher, dem anderen später. So wie es auch Karl macht – viele Leute dürfen bei ihm anschreiben, doch irgendwann müssen alle ihre Schuld begleichen.
Tja, wisst ihr, ich hatte damals echt geglaubt, dass sich nach dieser Offenbarung bei Herr Schubert etwas ändern würde. Aber meeep – das hat es nicht. Herr Schubert hatte weiterhin nichts unternommen, um sein Unrecht gutzumachen, und lief weiter griesgrämig und verbittert durchs Leben. Doch etwas hatte sich verändert, es gab einen winzigen Unterschied zu vorher: Er lauschte jetzt Mittwochs den Lesungen. Kein stummes Dulden der Worte die durch den Raum spülten, wie sonst, nein, er hatte die Ohren gespitzt und seine Gesichtszüge verrieten, wie tief er in die Geschichten abgetaucht war. Mal runzelte er die Stirn, schüttelte den Kopf oder lächelte, und seine Finger umspielten dabei wie in Trance seinem runden Papp-Untersetzer. Bis eines Abends, ein Professor in der Leserunde aus einem dicken Buch vorlas, dass vom Tod eines Bergsteigers in eisigen Höhen handelte. Von einem Mann, der verbittert wurde, als er seinen Job verlor, woraufhin er seine Familie verließ, um sich neu zu erfinden. Doch alles was er gefunden hatte, war die Stille der Berge und den Tod. Und so, hatte er nie seinen Enkel kennenlernen können, der ihm so unendlich ähnlich war.
An diesem Abend stürzte Herr Schubert aus dem Café ohne zu bezahlen, auf seinem Tisch stand noch ein halbvolles Bier.
Wir sahen ihn viele Wochen lang nicht wieder. Dennoch hielt Karl ihm jeden Mittwoch seinen Tisch frei. Die Leere in der Ecke war so gespenstig, dass ich mir Mittwochs ein anderes Plätzchen suchen musste. So ein leerer Tisch zieht mich echt runter. Also war ich öfter hinten, in der Küche. Auch schön, wisst ihr. Der Chef persönlich zaubert hier. Und wisst ihr was? Ich glaube, er weiß, dass es mich gibt … warum sollte er mir sonst immer so viele Krümel auf den Boden werfen. Der Gute.
Es war ein Sonntag im Mai, ich saß an meinem üblichen Platz auf dem Vorsprung/Balken am Fenster, als die Türglocke schellte und Herr Schubert den Laden betrat, in Jeans und Poloshirt. Im Schlepptau ein kleines Mädchen mit blonden Zöpfen und ein grinsender Junge in kurzen blauen Hosen. Sie waren kaum älter als sechs.
„Opa, können wir ein Eis haben?“, fragte der Junge, und seine Schwester setzte nach: „Ich möchte lieber Käsekuchen, darf ich?“ Sie wirbelten lachend um seine Beine und er tätschelte ihnen beiden den Kopf: „Aber natürlich ihr zwei, und wisst ihr was? Ich nehm beides.“
Oh Mann, ich hätte ein Taschentuch brauchen können an diesem Nachmittag. Mir ist immer noch ganz rührig ums Herz zumute, wenn ich es euch erzähle.
Herr Schubert kommt bis zum heutigen Tag hier her, letztens hat er sogar seinen Geburtstag bei uns gefeiert, mit Käsekuchen für alle – sehr netter Mann, hihi. Ob er sich je bei der alleinerziehenden Frau, die er um ihr Geld gebracht hatte, entschuldigt hat, weiß ich nicht, aber ich verlass mich da voll aufs Universum.
Und solche Herr Schuberts haben wir hier viele gesehen. Menschen die anfingen über sich und ihr Leben nachzudenken. Ob Frau Müller, Herr Tröber, Paula, Matthias, Susanne, Herr Boll, ach die Liste könnt ich noch ne Stunde so weiterführen. Aber ich denke ihr versteht worauf ich hinaus will. Das Geheimnis das Cafes…
Es verändert die Menschen, es berührt sie ein wenig unter der Schale. Keine Ahnung warum, hier schwebte immer ein Hauch Magie durch die Luft. Die wenigsten gingen wie sie kamen, ein wenig Zauber nahm ein jeder mit. Ob das an den national und international bekannten Künstlern lag, die sich hier die Klinke in die Hand gaben oder an der bezaubernden Kunst an den Wänden? An der intimen Wohnzimmer-Atmosphäre, an den Leserunden oder der bunten Mischung der Gäste? Oder war es die Warmherzigkeit des Personals, das leckere hausgemachte Essen oder die bodenständige Lage? Ich kann es euch nicht sagen – vermutlich eine Mischung aus allem, gepaart mit der Hingabe, mit der dieses Café geführt wurde. Auch wenn ich vooooll auf den Käsekuchen setze. Yami!
Doch letzten Endes, tja, da hat das Café nicht den Reichtum erwirtschaftet den es gebraucht hätte, um ein weiteres Jahrzehnt Kultur in die Stadt zu locken, aber wisst ihr, darauf kommt es gar nicht wirklich an. Denn es hat etwas anderes, viel wertvolleres „erwirtschaftet“ … etwas das mit Geld überhaupt nicht aufzuwiegen ist … und zwar Jahre voller Momente die das Herz berührten, viele Jahre, viele Herzen. Hier durfte Mensch, Mensch sein und Maus, Maus – jeder war gut so wie er eben war. Authentizität – ein rares Gut. Ich kenn mich aus. (zwinker)
Und nun ist es soweit, das Café schließt seine Tore. Chef und Chefin wollen mehr kuscheln und mehr Zeit mit ihren Lieben verbringen. Ja, auch sie hat das Café verändert. Wie sehr, das wissen nur die Zwei.
Es stimmt mich traurig zu gehen und doch seht ihr mich lächeln. Ich hatte die schönste Zeit meines kleinen Lebens hier! Aber wie heißt es bei euch Menschen so schön? Man sollte gehen, wenn es am Schönsten ist – … außerdem ist die Straße runter in der Buchhandlung, ne süße Maus mit Leselaune eingezogen … also. Es wird Zeit, dass ich meinen Hut nehme und ein letztes Stück vom Kuchen. Eine Ära geht zu Ende, doch die Legenden leben fort – unvergessen.
Ich verbeuge mich, macht’s gut, bis bald und habt euch lieb. Es lebe die Kunst.

 

Tagessplitter am 4. Dezember

 

Elfchen am Donnerstag:

„Bratäpfel
Verführerischer Duft
zieht durch Nase
und den gesamten Raum.
Weihnachtsduft.“

Guten Morgen Welt,

es scheint heute morgen die Sonne über Leipzig. Kein Regen, nicht bewölkt. Hebt die Stimmung zum Tagbeginn. Ein Grund mehr, sich auf den Weg zu einem speziellen Einkauf zu machen. Ich fahre heute in Richtung Rückmarsdorf um dort bei „Frostkauf“ einzukaufen, den Gefrierschrank wieder mit eiskalter Fracht zu füllen. Mein Weg führt mich durch unsere Seenlandschaft, durch Markkleeberg und Leipzig Grünau. Eine angenehme Fahrt wartet auf mich um dann mit der Kühlkost wieder Richtung Gefrierschrank zu fahren.

Euch allen auch einen schönen Tag! Bis bald!

Zum Mittagessen habe ich mir heute gemacht:

Makkaroni mit Tomatensoße, Jagdwurst, Butter Semmelbrösel und Käse Finger Food.