Kalenderblatt – Gedanken zum Totensonntag

Am kommenden Sonntag ist der Tag an dem wir uns an unsere Verstorbenen erinnern.
Dies möchte ich mit zwei Gedichten und Gedanken dazu beitragen.

Gedanken zur Nacht

Steh nicht am Grab mit verweintem Gesicht,
ich bin da – schlafe nicht.
Ich bin der Wind, der weht über die See.
Ich bin das Glitzern im weissen Schnee.
Ich bin die Sonne auf reifender Saat,
ich bin im Herbst in der goldenen Mahd.
Wenn du erwachst im Morgenschein,
werde immer um dich sein.
Bin im Kreisen der Vögel am Himmelszelt,
ich bin der Stern, der die Nacht erhellt.
Steh nicht am Grab in verzweifelter Not,
ich bin nicht da – ich bin nicht tot!

Irisches Grabgedicht

Tür in die Nacht

Es schließt die Tür hinter mir.
Bin ich vergessen?
Dabei war ich ein Leben von dir besessen.
Nun sitze ich auf einer Bank
in der Ruhe der Natur im Friedwald und lass mich treiben.
Mal ist mir heiß, mal ist mir kalt.
In meinen Gedanken
habe ich mich in mir und dir, in meinem Leben verloren.
Ich hatte nur dich zum Leben auserkoren.
Doch das Leben ist manchmal so hart und auch so ungerecht.
Mir geht es jetzt seelig so schlecht?
Was ich auch mache, wohin du und ich auch gingen, wo immer wir uns bewegten.
Wo sind die Höhen, wo die Tiefen auf all diesen Wegen?
Manchmal möchte ich und kann ich es leider nicht begreifen.
Warum kann ich nicht gemeinsam und lachend mit dir durchs Leben schreiten?
Warum nur, warum ist das Leben nicht leicht?
Eine Antwort in meinem Hirn, die mir einfach nicht reicht.

© Jürgen Rüstau

Kalenderblatt – Wichtiger Tag👍


Ehe ich es vergesse: Heute ist noch ein ganz wichtiger Tag im Kalender

19. November Welt Toiletten Tag

Der Welttoilettentag 2025 ist am Mittwoch, dem 19. November 2025. Dieser Tag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die weltweite sanitäre Versorgung und hygienische Bedingungen aufmerksam zu machen, da ein großer Teil der Weltbevölkerung keinen sicheren Zugang zu Toiletten hat. An diesem Tag finden verschiedene Aktionen statt, die sich mit den Themen Hygiene, sanitäre Grundversorgung und die Bedeutung von Toiletten für Gesundheit und Umwelt befassen.
Nichts ist so angenehm wie eine saubere Toilette. Zur Feier des Tages bin ich heute gleich meiner Toilette mit der WC Ente und Sagrotan zu Leibe gerückt. Gemeinsam konnten wir diesen Gedenktag begehen. Ordentliche Toiletten sind leider nicht überall auf der Welt Normalität.
Dieser Tag soll uns jährlich erinnern wie wichtig saubere Toiletten für die Hygiene sind. Ein Hoch auf die WC Ente.

Feiertags Frühstückchen


Ja, heute zum Feiertag in Sachsen, Buß und Bettag, bei sonnigen Wetter, aber sehr kalt, frühstücke ich erstmal in aller Ruhe und ganz entspannt. Als ich gestern meinen Einkauf im „A“ Markt getätigt hatte, brachte ich mir zwei Marmeladen, also „Flocken Fänger“, Beerenpunsch, natürlich alkoholfrei und „Rodel König“ Pflaume-Apfel-Zimt, mit. Da kam doch sofort Feiertagsstimmung auf. Dazu frische Brötchen aus der Heißluftfrireuse und einen starken Kaffee.
Was will man mehr!
Euch auch allen einen schönen Feiertag, wenn ihr in Sachsen wohnt, allen anderen einen schönen Mittwoch.

Elfchen zum Tag:

„Rodelkönig
Leckere Wintermarmelade
Pflaume Apfel Zimt
versüßt ganz gewaltig den
Feiertag“

Kalenderblatt

*Dreihundertundsechzehnte*

Ja, heute ist der 316. Tag im Jahr, also der 316. von 365 und es ist Freitag…

Der eine oder andere mag sich schon gefragt haben, warum man an einem “Frei-tag” in der Regel arbeiten oder zur Schule gehen muss. Genau wie der Dienstag und der Donnerstag hat der Freitag nichts mit dem deutschen Wort zu tun, das sein Name beinhaltet. Vielmehr ist der Tag der germanischen Göttin Frija (Frigg) gewidmet, der Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft.

Bereits im altbabylonischen und später im römischen Reich war jeder Wochentag einem Gott oder einer Göttin zugeordnet. Der Freitag war der Tag der Venus (dies veneris), deren germanische Entsprechung Frija ist.

Da wir uns am 316. Tag des Jahres befinden, merkt man, wir gehen mit ganz großen Schritten auf die Weihnachtszeit zu. Die Zeit der Gemütlichkeit, die Zeit mit Kerzenlicht 🕯️ und Plätzchen. Und an einem Freitag ist man ganz dicht an dem langersehnten Wochenende dran. Gemütlichkeit ist angesagt und irgendwie freuen uns wir alle auf diese Zeit.

Anka rennt

Nun beginnt die Weihnachtszeit.
Advent in aller Gemütlichkeit.
Advent, Advent.
Doch Anka rennt.
Kreuz und quer,
aufgeregt hin und her.
Hüpft von einem auf das andere Bein.
Zwischendurch ‚’ne Zigarette rein.
Quirlig zelebriert sie einen Tanz,
graziös unterm Weihnachtskranz.
Die erste Kerze leuchtet schon.
Gestillte Neugier ist ihr schönster Lohn.
Die zweite Kerze angebrannt.
Sie kommt mit Weihnachtsplätzchen angerannt.
Jetzt brennt auch schon die Dritte.
Weihnachtslieder vibrieren auf ihrer Lippe.
Die vierte Kerze beendet den Feuerreigen.
Für Anka spielen alle Geigen.
Und was macht Anka?
Sie rennt und rennt
hektisch durch den Advent.

© Jürgen Rüstau

 

 

 

 

Kalenderblatt – Schlag nach bei Schiller

Zum heutigen 266. Geburtstag:
Friedrich Schiller,
10.November 1759 – 09.Mai 1805,
deutscher Dichter, Philosoph, Historiker und Arzt

Die Bürgschaft

Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich
Möros, den Dolch im Gewande;
Ihn schlugen die Häscher in Bande.
»Was wolltest du mit dem Dolche, sprich!«
Entgegnet ihm finster der Wüterich.
»Die Stadt vom Tyrannen befreien!«
»Das sollst du am Kreuze bereuen.«

»Ich bin«, spricht jener, »zu sterben bereit
Und bitte nicht um mein Leben,
Doch willst du Gnade mir geben,
Ich flehe dich um drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,
Ich lasse den Freund dir als Bürgen,
Ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.«

Da lächelt der König mit arger List
Und spricht nach kurzem Bedenken:
»Drei Tage will ich dir schenken.
Doch wisse! Wenn sie verstrichen, die Frist,
Eh du zurück mir gegeben bist,
So muß er statt deiner erblassen,
Doch dir ist die Strafe erlassen.«

Und er kommt zum Freunde: »Der König gebeut,
Daß ich am Kreuz mit dem Leben
Bezahle das frevelnde Streben,
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,
Bis ich die Schwester dem Gatten gefreit,
So bleib du dem König zum Pfande,
Bis ich komme, zu lösen die Bande.«

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund
Und liefert sich aus dem Tyrannen,
Der andere ziehet von dannen.
Und ehe das dritte Morgenrot scheint,
Hat er schnell mit dem Gatten die Schwester vereint,
Eilt heim mit sorgender Seele,
Damit er die Frist nicht verfehle.

Da gießt unendlicher Regen herab,
Von den Bergen stürzen die Quellen,
Und die Bäche, die Ströme schwellen.
Und er kommt ans Ufer mit wanderndem Stab,
Da reißet die Brücke der Strudel hinab,
Und donnernd sprengen die Wogen
Des Gewölbes krachenden Bogen.

Und trostlos irrt er an Ufers Rand,
Wie weit er auch spähet und blicket
Und die Stimme, die rufende, schicket,
Da stößet kein Nachen vom sichern Strand,
Der ihn setze an das gewünschte Land,
Kein Schiffer lenket die Fähre,
Und der wilde Strom wird zum Meere.

Da sinkt er ans Ufer und weint und fleht,
Die Hände zum Zeus erhoben:
»O hemme des Stromes Toben!
Es eilen die Stunden, im Mittag steht
Die Sonne, und wenn sie niedergeht
Und ich kann die Stadt nicht erreichen,
So muß der Freund mir erbleichen.«

Doch wachsend erneut sich des Stromes Wut,
Und Welle auf Welle zerrinnet,
Und Stunde an Stunde entrinnet.
Da treibt ihn die Angst, da faßt er sich Mut
Und wirft sich hinein in die brausende Flut
Und teilt mit gewaltigen Armen
Den Strom, und ein Gott hat Erbarmen.

Und gewinnt das Ufer und eilet fort
Und danket dem rettenden Gotte,
Da stürzet die raubende Rotte
Hervor aus des Waldes nächtlichem Ort,
Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord
Und hemmet des Wanderers Eile
Mit drohend geschwungener Keule.

»Was wollt ihr?« ruft er, für Schrecken bleich,
»Ich habe nichts als mein Leben,
Das muß ich dem Könige geben!«
Und entreißt die Keule dem nächsten gleich:
»Um des Freundes willen erbarmet euch!«
Und drei mit gewaltigen Streichen
Erlegt er, die andern entweichen.

Und die Sonne versendet glühenden Brand,
Und von der unendlichen Mühe
Ermattet sinken die Kniee.
»O hast du mich gnädig aus Räubershand,
Aus dem Strom mich gerettet ans heilige Land,
Und soll hier verschmachtend verderben,
Und der Freund mir, der liebende, sterben!«

Und horch! da sprudelt es silberhell,
Ganz nahe, wie rieselndes Rauschen,
Und stille hält er, zu lauschen,
Und sieh, aus dem Felsen, geschwätzig, schnell,
Springt murmelnd hervor ein lebendiger Quell,
Und freudig bückt er sich nieder
Und erfrischet die brennenden Glieder.

Und die Sonne blickt durch der Zweige Grün
Und malt auf den glänzenden Matten
Der Bäume gigantische Schatten;
Und zwei Wanderer sieht er die Straße ziehn,
Will eilenden Laufes vorüberfliehn,
Da hört er die Worte sie sagen:
»Jetzt wird er ans Kreuz geschlagen.«

Und die Angst beflügelt den eilenden Fuß,
Ihn jagen der Sorge Qualen,
Da schimmern in Abendrots Strahlen
Von ferne die Zinnen von Syrakus,
Und entgegen kommt ihm Philostratus,
Des Hauses redlicher Hüter,
Der erkennet entsetzt den Gebieter:

»Zurück! du rettest den Freund nicht mehr,
So rette das eigene Leben!
Den Tod erleidet er eben.
Von Stunde zu Stunde gewartet‘ er
Mit hoffender Seele der Wiederkehr,
Ihm konnte den mutigen Glauben
Der Hohn des Tyrannen nicht rauben.«

»Und ist es zu spät, und kann ich ihm nicht
Ein Retter willkommen erscheinen,
So soll mich der Tod ihm vereinen.
Des rühme der blutge Tyrann sich nicht,
Daß der Freund dem Freunde gebrochen die Pflicht,
Er schlachte der Opfer zweie
Und glaube an Liebe und Treue.«

Und die Sonne geht unter, da steht er am Tor
Und sieht das Kreuz schon erhöhet,
Das die Menge gaffend umstehet,
An dem Seile schon zieht man den Freund empor,

Da zertrennt er gewaltig den dichten Chor:
»Mich, Henker!« ruft er, »erwürget!
Da bin ich, für den er gebürget!«

Und Erstaunen ergreifet das Volk umher,
In den Armen liegen sich beide
Und weinen für Schmerzen und Freude.
Da sieht man kein Auge tränenleer,
Und zum Könige bringt man die Wundermär,
Der fühlt ein menschliches Rühren,
Läßt schnell vor den Thron sie führen.

Und blicket sie lange verwundert an.
Drauf spricht er: »Es ist euch gelungen,
Ihr habt das Herz mir bezwungen,
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn,
So nehmet auch mich zum Genossen an,
Ich sei, gewährt mir die Bitte,
In eurem Bunde der Dritte.«

Kalenderblatt – Reichspogromnacht und Mauerfall

Jahrestage am 9. November

Der 9. November ist für Deutschland in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. Auch dieses Jahr fanden zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. Bundespräsident Steinmeier warnte vor den Gefahren für die Demokratie.Anlässlich des heutigen Jahrestags der Ausrufung der Republik 1918, der Pogromnacht 1938 und des Mauerfalls 1989 fanden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lud ins Schloss Bellevue, um an die historischen Ereignisse zu erinnern. Das Staatsoberhaupt hielt eine Rede, in der es laut Ankündigung um den Schutz der wehrhaften Demokratie gehen sollte.Das Bundespräsidialamt hatte zum 9. November erklärt: „Er spiegelt sowohl die Aufbrüche zu Demokratie und Freiheit wie den Schrecken von Gewaltherrschaft und Antisemitismus wider. Das Wissen um beides, um Licht und Schatten, um Momente von Mut und Menschlichkeit ebenso wie um Abgründe von Diktatur und Zerstörung der Menschenwürde, birgt wichtige Lehren für die Gegenwart.“ Bei der Veranstaltung sollten die Schauspieler Jens Harzer und Marina Galic Texte aus den jeweiligen Epochen deutscher Geschichte lesen.

Kalenderblatt – Start in den November

NASSER NOVEMBER

Ziehen Sie die ältesten Schuhe an,
die in Ihrem Schrank vergessen stehn!
Denn Sie sollten wirklich dann und wann
auch bei Regen durch die Strassen gehn.

Sicher werden Sie ein bisschen frieren,
und die Strassen werden trostlos sein.
Und trotzdem: gehn Sie nur spazieren!
Und wenn‘s irgend möglich ist, allein.

Müde fällt der Regen durch die Äste.
Und das Pflaster glänzt wie blauer Stahl.
Und der Regen rupft die Blätterreste.
Und die Bäume werden alt und kahl.

Abends tropfen hunderttausend Lichter
Zischend auf den glitschigen Asphalt.
Und die Pfützen haben fast Gesichter.
Und die Regenschirme sind ein Wald.

Ist es nicht, als stiegen Sie durch Träume?
Und Sie gehn doch nur durch eine Stadt!
Und der Herbst rennt torkelnd gegen Bäume.
Und im Wipfel schwankt das letzte Blatt.

Geben Sie ja auf die Autos acht.
Gehn Sie, bitte falls Sie friert nach Haus!
Sonst wird noch ein Schnupfen heimgebracht.
Und ziehn Sie sofort die Schuhe aus!

Erich Kästner

Kalenderblatt – Meine Gedanken zum 9. November 1989

 

Meine Gedanken zum 9. November 1989

Ich habe die DDR mit gemacht, bis zu ihrem bitteren Ende.
Ich habe die Wende 1989 mit gemacht, habe Montags mit vielen Tausenden Menschen in Leipzig für neue Freiheiten demonstriert. Die Wende erlebt mit vielen enttäuschten Hoffnungen.
Und ich habe die BRD mitgemacht, bin durch Kohls versprochenen blühenden Landschaften gewandelt. Habe Merkels „Wir schaffen das“ hautnah erlebt.
So bin ich durch die Zeit geeilt und unwiederbringlich gealtert.
Vornweg genommen: Wir haben es nicht geschafft! Ich wußte schon 2015 das viele aus den Kriegsgebieten geflohenen junge Männer uns noch Probleme bereiten würden. Jetzt haben wir die Probleme mit fehlendem Integrationswillen und erhöhte Kriminalitätbereitschaft.
Jetzt haben wir die gesamten Probleme, welche wir jahrelang mit rum geschleppt haben.
Nur noch Streit in den Regierungskoalitionen. Ich habe eine FDP erlebt, die mir auch erst Hoffnung machte, welche aber in ihrem eigen Sumpf erstickt ist.
Manchmal soll es eben auch besser sein nicht zu regieren als schlecht zu regieren. Auch ich war einmal Mitglied der FDP und habe sie irgendwann enttäuscht verlassen.
Statt uns mit der Zukunft zu beschäftigen, die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, den Staat zu verschlanken und die überfordende Bürokratie abzubauen, beschäftigen sich alle Parteien nur mit der AfD. Sie hat aber nun ein großes Wählerpotential, was man nicht vergessen sollte. Man kann sie verteufeln wie man sie zu halbieren versucht, man kann sie aber nur mit sachlichen, politischen Mitteln stellen.
Auch in der DDR gab es kleine Errungenschaften, wie Bildung und Gesundheit die hervorragend waren. Statt alles was aus dieser Zeit kam abzuwickeln hätte man Einiges auch mit in das gemeinsame Deutschland nehmen sollen. Das wäre schon ein Dankeschön an die vielen Menschen aus dem Osten gewesen und hätte die Integration in das neue Deutschland erleichtert. Angefangen, die guten Dinge zu übernehmen, das Bildungssystem zu entpolitisieren.  Gemeinsamkeiten wie eine gemeinsame neue Hymne zu gestalten und die Ostdeutschen mit ins gemeinsame Boot zu nehmen und sie nicht nur als Verbraucher zu sehen.Nicht im Alten unter zu gehen sondern auch etwas progressives Neues zu machen.
Dies haben wir alle versäumt. Die Geschichte wird dem Recht geben.

Meine Meinung Jürgen