
Henner Kotte *1963 bis 2024 hier im café esprit
Erinnerungen…
Taditionell gehört der zweite Abend bei “Leipzig liest in Taucha” den Krimis. Da durfte natürlich Henner Kotte nicht fehlen, der Stammgast bei der Kriminacht. Diesmal hatte Kotte gleich zwei Bücher im Gepäck : “Bonny & Clayde vom Sachsenplatz” und “Stiefel für den Tod”, aus denen er jeweils zwei unglaubliche Geschichten las. Zum Beispiel die Dresdener Weihnachtsgeschichte aus dem Jahre 1949 von den Museumsknochen, dem Skelett einer Doppelmörderin, die eine Mutter mit Kind auf furchtbare Weise tötete, die Leichen zerstückelte und das Fleisch für ein paar Pfennige an ihre Nachbarinnen verkaufte. Bis 1990 hing das Skelett im Dresdener Hygienemuseum. Seitdem ist es verschwunden, bis heute. Schon Kottes Oma hatte ihm von dem Fall erzählt, nun konnte er ihn anhand von Originalprotokollen recherchieren. “Die Dresdener haben den Fall nie vergessen” meinte Kotte, der in Dresden aufgewachsen ist, seit 1984 aber in Leipzig lebt.
Dagegen ist der zweite Autor des Abends waschechter Dresdener: Andreas M. Sturm. Auch er hat ein Faible für Kriminalromane, doch im Gegensatz zu Kotte sind seine Geschichten reine Phantasieprodukte. In einer spannenden Lesung las Sturm dann mehrere Passagen aus seinem Krimi “Albträume” (fhl-Verlag 2013). Da werden gleich zwei Damen auf Verbrecherjagd geschicht, stoßen aber bald an ihre physischen und psychischen Grenzen. Bewusst hat er sich für zwei Kommissarinen entschieden, denn mit den Frauen würde er nach eigenen Aussagen besser klar kommen. Bei seiner Lesung kam sogar die Maultrommel zum Einsatz.
Text und Fotos: Matthias Kudra
Henner Kotte war viele Male zu Lesungen und zum Literaturstammtisch zu Gast im café esprit Taucha. Auch überzeugte er in Taucha mit einem Kriminal Stadtrundgang. Leider verstarb er im Jahre 2024 nach einer langen schweren Krankheit.
Ich lese gerade von Henner Kotte:

Rohheit, Niedertracht, Verfehlung
Heinrich Wilhelm Kürschner soll den Tod durch das Fallbeil sterben. Er wird beschuldigt, am 3. November 1865 den allseits geachteten Kaufmann August Markert ausgeraubt und heimtückisch ermordet zu haben. Noch vor seinem Scharfrichter beteuert der junge Mann seine Unschuld …
Während der Leipziger Frühjahrsmesse 1976 wird ein Brand im Centrum-Warenhaus gelegt – Menschenleben in Gefahr! Geschah es aus Rache eines abgesetzten Mitarbeiters, einem Akt der Westspionage oder doch aus reiner Habgier?
Virtuos nimmt Henner Kotte die Spur der Täter und Ermittler auf und rekonstruiert aus Vernehmungsprotokollen, Tatortberichten, Presseartikeln sowie privaten schriftlichen Zeugnissen aufsehenerregende Verbrechen aus zwei Jahrhunderten – packend und authentisch!


















