
Guten Morgen, liebe kalte Welt, 🥶
ist das heute wieder frostig und man fühlt sich richtig gut aufgehoben im kuschelig – warmen Wohnzimmer. Auch Heißgetränke sollen eine wärmende Wirkung haben. Also heißer Kaffee ist das Mittel der Stunde. Hält warm und munter! Wir müssen feststellen, der Winter hat uns fest im Griff. Dabei sind wir die letzten Jahre verwöhnt wurden. Man sprach von Erderwärmung, ich von Eiszeit. Am Nachmittag soll bei diesen Temperaturen noch etwas Eisregen dazu kommen. Brauche ich nicht und bleibe zu Hause. Habe es schön warm, genug Kaffee und Tee da und ein alkoholfreier Glühwein haut auch gut rein. Dann noch eine heiße Dusche und zum Mittag gibt es Gefüllte rote Paprikaschoten mit Salzkartoffeln. Muss ich bloß noch kochen. Hört sich auf jeden Fall gut und machbar an
Elfchen zum Freitag:
„Acht
Grad Minus.
Durch jede Ritze
spüre ich die Kälte.
Winterspitze“

Meine Kochtöpfe und das Mittagessen heizen mir aber sowas von ein. Mir ist warm…

Gefüllte Rote Paprika mit Kartoffelstampf und Mini Gurken. Guten Appetit!
An diesem kalten Tag erreichte mich noch eine Nachricht völlig kalt. Angelika „Lütte“ Mann ist verstorben. Ruhe in Frieden liebe Lütte. Es war schön dich kennenzulernen und wir werden dich nicht vergessen.

Hier nochmals zur Erinnerung einen Bericht über die Veranstaltung im café esprit 2013
Ich habe in meinem Leben so vieles machen können und dürfen, was ein Künstler auf der Bühne nur zuwege bringen kann, trotzdem: Die Mrs.Peachum in der Dreigroschenoper wäre noch was, mal was richtig Böses spielen auch und in einem Programm zusammen mit einer großen Bigband singen das Größte“. Das sind die kleinen und großen Wünsche oder Träume der Angelika Mann. Dabei ist die Liste der Stationen ihres künstlerischen Lebens lang: Pianistin, Backgroundsängerin, Schauspielerinn, Kabarettistin bis hin zur Solokarriere als Sängerin. Das und noch mehr erfuhren die Gäste am 15. November in der 34. „Tauchaer Blauen Stunde“ des Kunst- und Kulturvereins im Café esprit.
Sie war als Kind die Lütte, weil ihre Mutter sie so nannte, blieb es aber auch, nachdem sie durch Funk, Fernsehen und Bühne DDR-weit bekannt war. Vordem war sie aber auch der „Kugelblitz“, wie sie ihre Apotheker-Kollegen nannten, denn Angelika Mann hatte nämlich erst einmal den „ordentlichen“ Beruf eine Apothekenfacharbeiterin gelernt, bevor sie eine künstlerische Laufbahn einschlug. „Pillen drehen und Salbe rühren kann ich heute noch“, behauptet sie. „Ich hab aber da auch mal mit einer Nonne zusammen gearbeitet, die mir das Mixen von Eierlikör, aber leider auch das Rauchen beigebracht hat. Und gesungen habe ich dort auch; allerdings hinter einem Schrank, weil ich mich schämte, vor Leuten zu singen“. Aber Sängerin wollte sie schon als Kind werden. Musikalisches Interesse war genug da, denn auch Klavier- und Flötespielen lernte sie.
Nach getaner Arbeit ging es in den Saalbau Friedrichshain, wo Achim Mentzel in der Band „Baptett Berlin“ der Rock-Star beim Jugendtanz war. Sie kannte den Achim und vielleicht deshalb schaffte sie es, ab und zu mal am Klavier mit der Band zu spielen, bis man merkte: Sie kann was! Man wurde also auf sie aufmerksam. Sie hatte nun mit einer Amateurband etliche Muggen, unter anderem auch in Döbeln, wo man sie dann schon frenetisch feierte. Große Erfolge hatte sie mit der Band „Obelisk“, in der die meisten Musiker aus Leipzig waren.
Später entwickelte sich eine Zusammenarbeit mit Reinhard Lakomy und 1973 hatte sie mit „Na und“ ihren ersten Hit. Es folgten mit „Mir doch egal“ das „Fressduett“ und das „Champagnerlied“ ist auch heute noch unverwechselbar mit ihr verbunden. Sie war in der Ost-Rock-Szene angekommen. Später feierte sie Riesenerfolg als Hauptdarstellerin der Lucy in der „Dreigroschenoper“ im Westberliner Theater des Westens. Stolz ist sie auch auf Tochter Ulrike, die jetzt bei Ute Freudenberg Backgroundsängerin ist, mit der sie auch schon gemeinsam auf der Bühne stand. Ein großer und über Jahre andauernder Erfolg ist ihr „Küßchenlied“, aus dem Kinder-Hörspielmusical „Der Traumzauberbaum“ von Reinhard Lakomy und Monika Erhardt, was neben ihren berühmten Geschichtenliedern Bestandteil in ihrem Konzertprogramm mit Clown Lulu ist.
In der von Tobias Meier locker geführten Talkrunde erfuhren die Gäste sogar, dass ihr Mann der Neffe des renommiertesten Big-Band-Leaders Deutschlands, Kurt Edelhagen, ist.
Einen Termin aus ihrem bis Ende 2012 prall gefüllten Terminkalender sollte man sich merken: Vom 15. Bis zum 20. Mai 2012 singt und spielt sie in der „Musikalischen Komödie“ in Leipzig im Musical „Heiße Zeiten – Wechseljahre“, in dem sie schon seit anderthalb Jahren als Hausfrau Dorit Bertram aus Reinickendorf deutschlandweit auf den Bühnen zu erleben ist.
Bericht/Foto: Reinhard Rädler