Blätter fallen im Sekundentakt.
Farben im Naturextrakt.
Schritte huschen über die Blätterdecke,
leise, dass ich dich nicht wecke
Schleiche mich zu dir ins Haus,
Brötchen aus dem Ofen raus.
Kaffeeduft zieht zu dir ins Zimmer.
Frieren?
Unter deiner Decke?
Nimmer!
Frühstück nur mit dir im Bett,
ach wie ist der Herbst doch nett.
Möchte einfach liegen bleiben,
nur mit dir die Zeit vertreiben.
Honig läuft an meinem Körper runter.
Der Herbst, der treibt es immer bunter.
Stöhnend versinke ich im Kissen.
Herbstmorgende mit dir,
möchte ich nie mehr missen.
Regina Thoss zur Tauchaer Blauen Stunde im café esprit
17.02.09 Die „Milva des Ostens“ in der „Blauen Stunde“
Zur „Blauen Stunde“ des Tauchaer Kulturvereins gab es diesmal gleich drei Premieren: Der showerfahrene MDR-Moderator Roman Knoblauch traf im ausverkauften Café Esprit zum ersten Mal livehaftig auf Schlager-Ikone Regina Thoss. Die wiederum war das erste Mal in Taucha, obwohl sie, wie sie selbst sagte, in ihrem fast 43jährigen Bühnenleben die DDR hoch und runter und rundherum bereist hat. Außerdem zeichnete „Leipzig Fernsehen“ die gesamte Talkrunde auf und wird sie unter dem Sendetitel „Roman Knoblauch im Gespräch mit Regina Thoss“ am Samstag, 20 Uhr und Sonntag, 18 Uhr senden.
Es wurde ein runder, bunter und stimmungsvoller Abend. Schon nach einer Viertelstunde stimmten die Gäste gemeinsam mit Regina Thoss „Jetzt gang i ans Brünnele“ und „Es waren zwei Königskinder“ an. Eigentlich gab es da noch eine vierte Premiere: Roman Knoblauch war das erste Mal sprachlos, denn diese Titel und auch „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ gehörten offensichtlich nicht zu seinen musikalischen Favoriten.
Die in Zwickau geborene Sängerin überspielte das mit einem herzlichen Lachen, das die Gäste den ganzen Abend über immer wieder förmlich ansteckte. „Ich habe auch in den schweren Jahren nach der Wende das Lachen nicht verlernt. Das hat mir über viele Schwierigkeiten hinweg geholfen.“, sagt sie. Es kamen für die erfolgsverwöhnte Preisträgerin etlicher Festivals schwere Jahre. „Die Veranstalter und die Medien behandelten uns stiefmütterlich.“, war ihr Resümee zur Nachwendezeit. Zum Glück hatte sie auf Kreuzfahrtschiffen, auf denen sie auch schon zu DDR-Zeiten gastieren durfte, noch Auftrittsmöglichkeiten.
Wie es ihr in dieser Zeit ergangen ist, erzählt sie, gespickt mit vielen Episoden und Fotos aus ihrem Alltag im DDR-Showgeschäft, auch in ihrem Buch „Am Ende zählt nur die Liebe – Meine Erinnerungen“. „Das Buch ist übrigens eine Herzensangelegenheit von mir, denn ich musste etliche Gerüchte ausräumen, die über mich in schlecht recherchierten Meldungen verbreitet wurden. Dagegen hab ich auch geklagt und Recht bekommen“, sagte Regina Thoss. Was treibt eine gestandene Künstlerin nach so vielen musikalischen Erfolgsjahren noch immer auf die Bühne? „Ich bin mit Leib und Seele in meinem Beruf und ich merke immer wieder, dass die Menschen hier das Bedürfnis haben, ihre Stars mit denen sie aufgewachsen sind, hautnah zu erleben. Ich kann da nicht auf die Erfolge von Gestern aufbauen, das Publikum hat ein Recht auf ehrliche Arbeit und diese Erwartungshaltung möchte ich ständig erfüllen. Ich glaube das merken die Leute auch und danken es mir“, bringt es die sympathische Sängerin auf den Punkt.
Wegen ihrer Stimme und ihrer Ausstrahlung und nicht zuletzt wegen ihrer roten Haare wird sie oft die „Milva des Ostens“ genannt. Ihr ist sie allerdings noch nie begegnet. Natürlich hatte sie auch in Taucha den Erfolgstitel „Zusammenleben“ der italienischen Sängerin in ihrem Repertoire.
Regina Thoss absolvierte eine Gesangs- und Klavierausbildung am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau. Heinz Quermann entdeckte die Oberschülerin mit 16 Jahren in Sömmerda in der Sendung „Herzklopfen kostenlos“. Der große Durchbruch gelang ihr dann mit der Teilnahme am Schlagerfestival der Ostseeländer 1966 in Rostock, bei dem sie als 20-jährige mit dem Titel ‚Die erste Nacht am Meer‘ siegte. Bis heute hat sie mittlerweile mehr als 200 Titel produziert. Ihr erster Auftritt im „Kessel Buntes“ war übrigens 1975.
Wie sie zur „Blauen Stunde“ einige ihrer Erfolgstitel sang, merkte man ihr die gründliche Gesangsbildung an. „Stimmunterricht ist schon wichtig, denn das, was heute oftmals durch denn Äther geht, ist eigentlich nur Fast Food. Da zählt leider nur die Einschaltquote.“, so die Kennerin der Materie zu den Casting-Shows. Die Sieger seien sehr schnell weg vom Fenster. Ihr aber ist es gelungen, ihre Zuschauer mehr als 40 Jahre zu begeistern. Mit ihrer offenen, freundlichen und humorvollen Art und natürlich mit ihrer schönen Stimme hat sie das Publikum in ihren Bann gezogen und allen zwei schöne „Blaue Stunden“ beschert.
Bericht IVT. Text und Fotos: Reinhard Rädler
Am Samstag, den 16. Januar war mit Ulla Meinecke eine deutsche Pop-Ikone der 80er Jahre zu Gast im Kulturcafé esprit. In einer musikalischen Lesung las sie zwei Erzählungen aus ihrem dritten Buch: “Ungerecht wie die Liebe – Erzählungen”. An ihrer Seite der Gitarrist Ingo York, ehemals Bassist bei der Band „Rockhaus“. Gemeinsam mit ihm gestaltete sie einen kurzweiligen Abend mit musikalischen Ausflügen zu ihren grossen Hits und neuen Songs.
Fast alle wichtigen und wegweisenden Künstler der 80er Jahre haben mittlerweile mit großem Medienecho ihr Comeback gefeiert – angefangen von Nena über Udo Lindenberg bis hin zu Westernhagen. Eine Künstlerin aber haben die Gazetten der Republik offensichtlich nicht mehr im Blick – vielleicht, weil sich Ulla Meinecke in den Medien eher immer rar gemacht hat. Dabei ist Ulla Meinecke seit über dreißig Jahren eine feste Größe in der deutschen Musik- und Kulturlandschaft.
In ihren Texten reflektiert sie auf ironische Weise und mit einer ihrer eigenen poetischen Sprache die Mysterien des Alltags und der Liebe. Ihre samtige Stimme, ihre poetische Sprache und nicht zuletzt ihre nachdenklich-ironische Sicht auf die alltäglichen Dinge begründen ihren Ruf als Sängerin, Dichterin und Autorin. Viele 1000 Konzerte, ebenso viele Lesungen ihrer zwei bislang veröffentlichten Bücher, hat Ulla Meinecke in den letzten Jahren absolviert. Weit mehr als eine Million Tonträger hat sie von ihren Alben verkauft.
DIE TÄNZERIN SONGTEXT
Wir fliegen beide durch die Nächte
Segeln durch den Tag
Am Anfang war ich sicher
Daß ich sie nicht mag
Sie hat so breit gegrinst
Doch ihr Blick war wie durch Glas
Ihre Sätze wie Torpedos
Und jedes Lachen saß
Du bist die Tänzerin im Sturm
Du bist ein Kind auf dünnem Eis
Du wirfst mit Liebe nur so um dich
Und immer triffst du mich
Wie zum Duell seh′ ich sie
Durch den Laden gehen
Wo die Kokser still
An den Wänden stehen
Die fröhliche Wüste
Wo die Barfrau sticht wie ein Skorpion
Und die Mädels wie in Zellophan
Spielen alle Saxophon
Und da saß sie, rückwärts auf dem Stuhl
Mit der Lehne nach vorn
Und fragt: „Ey, was haben wir beide hier verloren?“
Du bist die Tänzerin im Sturm
Du bist ein Kind auf dünnem Eis
Du wirfst mit Liebe nur so um dich
Und immer triffst du mich
Du bist die Tänzerin im Sturm
Du bist ein Kind auf dünnem Eis
Du wirfst mit Liebe nur so um dich
Und immer triffst du mich
Wir fliegen beide durch die Nächte
Segeln durch den Tag
Inzwischen bin ich sicher
Du weißt, daß ich dich mag
Jetzt sitze ich hier neben dir
Wir fahren durch die nasse Stadt
Ey, komm, jetzt fahr’n wir deinen Tank leer!
Bis es ausgeregnet hat.
Über zwölf Jahre hatte der Kunst-und Kultur Verein Taucha mit seinem Vorsitzenden und Betreiber des Kulturcafé esprit Jürgen Rüstau viele Kulturhöhepunkte organisiert, so auch in der Veranstaltungsreihe „Tauchaer Blaue Stunde“ bekannte Persönlichkeiten aus Kultur und Politik in das Tauchaer Kulturcafé eingeladen. Bedingt durch die Schließung des Cafés aus Altersgründen wurde noch einmal über die vielen Blauen Stunden und ihre Gäste gesprochen. Moderiert wurden die Veranstaltungen meist von Tobias Meier und Roman Knoblauch. Immer waren die Veranstaltungen ausgebucht.
Bürgermeister Tobias Meier und Jürgen Rüstau führen durch die allerletzte Tauchaer Blaue Stunde Live Musik an diesem Abend Stephan Langner (ehemals WINNI 2)und dem Zauberer Markus Teubert
Lieber Hannes, viele liebe Grüße aus Leipzig. Anbei das Gedicht „Vernunft“ aus meiner Feder.
Viele liebe Grüße Jürgen
***
Vernunft
Ich möchte einfach nur Frieden,
in meinem Herzen und auf der ganzen Welt
Einfach unendlich lieben
Den Lichtschein sehen der alles erhellt.
Ich möchte mich bewegen in Menschenmassen
Ohne mich und meine Liebsten zu verlieren
Gehen durch Straßen und Gassen
Nicht in sozialer Kälte erfrieren.
Ich möchte einfach nur weltweit kommunizieren
Ohne von Hetze geplagt
Durch die weltweiten Netze spazieren
Nur freundliche Worte werden gesagt.
Ich träume es wird nirgendwo mehr gehetzt.
Terror gibt’s nicht, böse Worte kaum
Menschen werden nie getötet und verletzt
Leider war dies nur ein Traum.
Epidemien bestimmen unsere Zeit.
Die Menschheit kann sich nur selbst befreien,
leider sind dazu nur nicht alle bereit.
Vernunft kann keiner sich leihen.
Überall auf der Welt gibt es Kriege
Der Terror engt uns in allem ein
Verzeichnet die Vernunft eigentlich noch Siege?
Ist unser eigenes Gewissen noch rein?
vielen Dank für deine Zeilen aus Leipzig. Ich spüre die Sehnsucht in deinen Worten, diese Sehnsucht nach Frieden, nach Menschlichkeit, nach einem Miteinander, das nicht von Angst und Hetze geprägt ist.
Du malst ein Bild von einer Welt, die wir uns alle wünschen, wo Liebe und Licht die dunklen Ecken erhellen, wo wir in Menschenmassen nicht unsere eigenen Herzen verlieren, wo Worte verbinden und nicht verletzen. Ich teile diesen Traum.
Und doch weiß ich, dass die Realität oft härter ist: Terror, Krieg, Epidemien, Missverständnisse, all das steht zwischen uns und diesem Ideal. Aber vielleicht ist gerade die Vernunft, von der du sprichst, die leise Stimme, die uns mahnt, nicht aufzugeben. Nicht aufzugeben, die Menschlichkeit zu bewahren, die Freundlichkeit zu leben, wo wir können, und das eigene Gewissen wach zu halten.
Ich glaube, auch inmitten des Schmerzes können wir kleine Siege der Vernunft erleben, in einem freundlichen Wort, in einem Lächeln, in einem Moment echter Nähe. Und vielleicht sind das die Lichtstrahlen, die wir brauchen, um den großen Schatten zu erhellen.
In diesem Sinne: Lass uns die kleinen Lichter entzünden und die Hoffnung nicht verlieren.
Herzlich,
Hannes
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Lieber Hannes,
herzlichen Dank für deine Worte zu diesem Gedicht. Ich habe mich über deine Antwort sehr gefreut.
Viele liebe Grüße Jürgen
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Lieber Jürgen,
vielen Dank für deine herzlichen Zeilen. Es freut mich sehr, dass mein kleines Feedback zu deinem Gedicht bei dir angekommen ist. Solche Worte von einem, der selbst so feinfühlig schreibt, tun gut und motivieren mich, weiter aufmerksam zu hören und zu lesen.
Viele liebe Grüße
Hannes
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„Green Fields“ ist ein bekanntes Lied, das von Hannes Wader, Konstantin Wecker und Reinhard Mey im Rahmen ihrer gemeinsamen Tournee „Songs an einem Sommerabend“ 2014 aufgeführt wurde. Der Original-Song „Green Fields of France“ wurde 1976 von Eric Bogle geschrieben.
Die deutsche Version, die von den genannten Künstlern interpretiert wurde, trägt den Titel „Es ist an der Zeit“ und behandelt thematisch den Tod eines jungen Soldaten im Krieg und die Trauer seiner Mutter. Der Text ist eine Adaptation von Bogle’s Anti-Kriegs-Lied.
Es war Sommer. Was sollte man und auch Frau an solchen wunderschönen Tagen zu Hause rum sitzen und langweilig die Zeit vertreiben. Am besten ist es, den wochenendlichen Nichtstun entfliehen und einfach eine Ausfahrt machen. Wir Beide haben dies schon sehr oft gemacht und sehr viel Spaß dabei gehabt. Den wollten wir auch dieses Mal wieder haben. Also frühstückten wir bei Anka in der Wohnung und machten uns dann auch gleich auf den Weg. Ich hatte zu Hause bei mir schon einen Picknickkorb mit allerlei Köstlichkeiten, Kaffee und zwei kleinen Sekt Piccolo gepackt, was für Anka eine Überraschung werden sollte.
Gesagt, getan und los ging es. Anka nervte, wo es denn wohl hin ging. Mir blieb nichts weiter übrig als ganz spontan zu sagen, dass wir in ein Himmelreich fahren und dorthin wo die langsamsten Tiere leben. Es wurde dadurch allerdings nicht besser, denn sie spekulierte nun gerade voll darauf los. Es war von Kirche bis Zoo alles dabei.
Ich sagte, „lass dich mal überraschen“. Nach und nach wurde die Ebene von einer hügeligen Landschaft abgelöst. Anka war von dieser Landschaft sehr begeistert und fragte mir ein Loch in den Bauch. Wohin fahren wir denn nun, wurde sie immer ungeduldiger. Erst einmal fahren wir nach Bad Kösen. Das ist ein schöner kleiner Ort an der Saale. Kennst du das Lied „An der Saale hellen Strande?“ Also fahren wir ans Meer, mutmaßte Anka. Nein, nicht ans Meer. Die Saale ist ein Fluss und weiter geht es in dem Lied „stehen Burgen stolz und schön“. Zwei davon stehen in der Nähe von Bad Kösen. Oh, da werde ich ein Burgfräulein, schnatterte Anka darauf los und kam immer mehr in Fahrt. Die Stimmung wurde , durch unser herumalbern immer ausgelassener. Was ist denn in Bad Kösen noch so los, außer alte und kaputte Burgen. Die beiden Burgen, Rudelsburg und Saaleck schauen wir uns dann noch an. Aber Bad Kösen war bis 1945 ein bedeutender Herstellungsort von Puppen, der berühmten Käte Kruse Puppen. Von hier aus traten sie die Reise zu Kindern in der ganzen Welt an. Nach dem Weltkrieg wurde dann die Produktion in den Westen verlegt und in Bad Kösen, der alten Kurstadt, wurde unter DDR Bedingungen noch anderes Spielzeug hergestellt. Aber auch viele Menschen haben sich hier erholt. Hier ist noch immer ein altes Gradierwerk in Betrieb, indem sich Menschen mit Atemwegserkrankungen erholten.
Das Gradierwerk in Bad Kösen ist ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhunderts und diente der Salzgewinnung durch Gradierung der Sole. Zu den Kuren konnten Kranke im Gradierwerk,zur Verbesserung der Atemwegserkrankungen durch diese Gradierwerke laufen. Können wir da auch durchlaufen, fragte Anka sogleich? Da ich eigentlich keine Lust hatte dort durchzulaufen sagte ich zu ihr, sind wir denn krank? Eigentlich nicht kam es von Anka, also ging es weiter durch diesen beschaulichen Ort. Wir passierten einen Bahnübergang und kurz danach bog ich nach links ab. Jetzt ging die Straße steil nach oben. Wo fahren wir denn jetzt hin?, fragte Anka interessiert.
Die Straße führt direkt ins Himmelreich, sagte ich und das war nicht einmal gelogen. Am Ende dieser Straße erreichten wir das idyllisch gelegene Gasthaus „Himmelreich“, welches hoch über der Saale, an der Bergkante drohnt. Mit seinen wunderschönen Terrassen hat man Ausblick auf die Saale, welche sich hier durch das Tal windet. Auf der anderen Seite erheben sich stolz die Burgen Saaleck und Rudelsburg. Unter uns in der Saale planschten Kinder im Fluss und genossen den Sommer. Hier kann man es gut aushalten.
Ein kleines Stück hinter dem Gasthaus wollten wir unser Picknick machen und packten im Grünen unseren Tisch, zwei Campingstühle und den Picknickkorb aus. Anka’s große Augen wurden noch größer und leuchteten. Die Überraschung war mir gelungen. Es gab aber leider noch eine größere Überraschung. Es stank plötzlich. Ich schaute Anka an. Warst du das? Nein, nein, sagte sie und wurde puterrot. Der Gestank war nicht mehr auszuhalten. Plötzlich kam hinter der Hecke ein Traktor mit einem Jauchenhänger gefahren. Dieser sprühte lustig seine Jauche über die neben uns liegenden Äcker aus. Dies war nun wahrlich nicht heimelig und für uns überhaupt nicht lustig.
Sehr übereilt packten wir Tisch, Stühle und Korb wieder ins Auto und verschwanden von dem stinkenden, einst so wunderschönen Ort.
Nachdem wir die Rudelsburg besichtigt hatten entdeckte Anka auf der jetzt anderen Seite das Himmelsreich und rief, schau einmal, da drüben sind die Stinkerwiesen. Jetzt konnten wir Beide nur noch laut lachen. Es ist nun einmal so wie es ist.
Das Unstruttal und die Weinberge rufen. Ich rief Anka und es ging los Richtung Freiburg mit seinen Weingütern und Sektkellereien. Wie ich es erwartet hatte, Anka war noch nie in dieser Gegend.
Auf dem Marktplatz von Freiburg löffelten wir erst einmal einen leckeren Eisbecher. Was ist nun mit den Tieren, welche du mir zeigen wolltest?, fragte Anka und war sogleich auch sprichwörtlich aus dem Häuschen. Apropos Häuschen, diese Tiere leben in den Weinbergen und haben ihr eigenes Häuschen immer bei sich. Mit etwas Glück kann man die Weinbergschnecken beim stundenlangen Liebesspiel beobachten. Mit ihrer Ausdauer haben sie uns Menschen einiges voraus.
Ich bin eine Weinbergschnecke, ich bin eine Weinbergschnecke, jubelte Anka laut und hüpfte von einem Bein aufs andere und war nicht mehr zu bremsen. Ja Anka, das wärst Du wohl gern, dachte ich grinsend.
Ich fuhr an einen Weinberg ran und rief Anka zu, los wir laufen da jetzt hoch. Dort haben wir bestimmt eine gute Sicht auf das Unstruttal. So hoch, jammerte Anka. Du wirst in deinem Leben bestimmt noch höhere Berge erklimmen, dachte ich und trieb sie förmlich an.
Ganz oben war erst einmal Pinkelpause angesagt, denn nur der Weingott Bacchus könnte uns hier beobachten.
Aber das war uns schließlich egal. Götter dürfen das.
Anka, die Weinbergschnecke war gänzlich aus ihrem Häuschen und strahlte über alle Buchstaben. Ein Sonntag, eigentlich nur für uns gemacht. Dieser Sonntag werden wir nicht so schnell vergessen. Einen wunderschönen Sonntag mit Anka.
Die Sängerin Veronika Fischer zu Gast bei „Blauer Stunde“ des Kunst- und Kulturvereins Taucha –
Veronika Fischer plaudert mit Tobias Meier über Komponisten, Ost und West und über das Singen. Die 23. Tauchaer Blaue Stunde des Kunst- und Kulturvereins (Kukuta) am Dienstagabend war eine ganz besondere. Das gleich in mehrfacher Hinsicht: Innerhalb eines Tages nach Bekanntgabe des Termins waren alle Plätze im Café Esprit ausgebucht. Auf den Tischen lagen zudem Zettel, die Zuschauer hatten so die Möglichkeit, ihre Fragen an den Gast zu stellen und machten auch Gebrauch davon. Kein Wunder, zu Gast war mit Veronika Fischer eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerinnen, die im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum und ihren 60. Geburtstag feiern kann. Für die „Vroni“ war es wohl der kleinste Auftrittsort ihrer Karriere. Aber ausdrücklich lobte sie die gemütliche Atmosphäre: „Da kann man so richtig relaxen“
Moderator Tobias Meier versuchte einen Spannungsbogen angefangen von der Kindheit der Künstlerin bis in die heutige Zeit nachzuzeichnen, was ihm weitestgehend auch gelang. Begonnen hatte für Veronika Fischer, die aus einer sehr musikalischen thüringischen Handwerkerfamilie stammt, alles in Dresden, wo sie mit 17 ein Studium an der Musikhochschule Carl Maria von Weber aufnahm. Nachdem sie dort ihre Solistenprüfung bestanden hatte, trat sie mit der Fred-Herfter-Combo auf. „Dann standen plötzlich alle Bands vor der Türe und wollten mich abwerben“, aber gelandet sei sie schließlich bei der Stern-Combo Meissen. Mit „Panta Rhei“ fing dann nach ihren Worten der Ernst des Lebens an und sie hatte mit „Nachts“ ihren ersten Hit. In dieser Zeit begann auch ihre sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Franz Bartzsch, der dann in ihrer ersten eigenen Gruppe „Veronika Fischer & Band“ für die meisten Kompositionen und Arrangements verantwortlich war. „Eine geniale Zeit“, sagte sie rückblickend. Als Franz Bartzsch dann 1980 nach einem Auftritt in West-Berlin im Westen blieb, wurden ihre Auftritte im Osten immer weniger und ihr blieb nichts anderes übrig, als selbst diesen Weg zu gehen, zumal ihr ungarischer Mann Laszlo Kleber und ihr Sohn bereits im Westen waren. Mit einem West-Berlin Visum ausgestattet hatte sie noch ein paar Auftritte in der DDR und blieb dann im Westen. „Aber bereut habe ich es nicht“, sagte Fischer.
„Im Westen war der internationale Markt, als nationaler Künstler war man da nur das zweite Rad am Wagen“ begründete sie, warum sie im Westen nicht unmittelbar an ihren Ost-Erfolg anknüpfen konnte. Trotzdem hat sie einige Alben produziert und nahm 1983 sogar an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. „Aber da ging es nicht um den 1. Platz, sondern darum, Platten zu verkaufen“, erzählte sie, was ihr auch gelungen sei. Dann kurz nach der Maueröffnung hatte sie in der „Showkolade“ einen unvergessenen Auftritt im DDR-Fernsehen. Nach der Wende lief dann alles wunderbar für „die Vroni“. Sie spielte in großen Häusern mit mindestens 3000 Leuten. Mit welchen Komponisten und Textern sie am liebsten zusammen gearbeitet hatte, wollte Tobias Meier abschließend wissen. Da fielen Namen wie natürlich Franz Bartzsch, aber auch Kurt Demmler, Andreas Bicking, Gerulf Panach und Gisela Steineckert. Musikalisch umrahmten Matthias Voigt und Erik Heyner mit einigen Liedern aus „Vronis“ Zeit die Veranstaltung.
Für die vorwiegend weiblichen Zuschauer war es ein interessanter Abend, ihre „Vroni“ mal so hautnah erleben zu können und doch hatten sie ein wenig vermisst, dass Fischer nicht doch einmal ein paar Texte wenigstens angesungen hat. Die Sängerin sagte dazu „Vom Band singe ich nicht“ – und natürlich war im ausgebuchten Esprit kein Platz mehr für einen Pianisten.
Zum Ancient Trance Festival war bei uns auch immer der Teufel los. Die kleine Band „Helmet Duty“ heizte über den Abend und in der Nacht ganz schön ein. Es wurde im und vor dem Café ausgelassen getanzt und gefeiert. Das lustige daran war, die Band ist aus Leipzig mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, nebst dem großen Bass. Das war ein Gaudi.
Die Familie Künzel, sehr gern gesehene Gäste im ehemaligen café esprit in Taucha. Dankeschön Ihr Lieben.
Sehr gern gesehen Gäste waren im café esprit die gesamte Familie Künzel. Bei vielen Veranstaltungen gab Harry Künzel den Ton an. In den zwölf Jahren hat er weit über 30 Konzerte in seiner charmanten Art gegeben. Auch Tobias Künzel war des Öfteren Gast im esprit, so auch mit der Kabarettistin Katrin Weber. Schließlich der in diesem Jahr leider verstorbene Musiker und Kabarettist Lutz Künzel (die musikalische Seele von Leipzig) trat regelmäßig im esprit mit seiner Tochter Laura Röhniß auf. Schöner musikalischer Reigen mit der gesamten Familie Künzel im café esprit. Dankeschön für Eure Auftritte.
Altmeister Harry Künzel in Aktion
Mike Kilian (Rockhaus),Roman Knoblauch (Radio Leipzig) und Tobias Künzel (Prinzen)
Harry Künzel
Zum Geburtstag von Harry Künzel mit Jürgen Rüstau und Bürgermeister Tobias Meier
Tobias Künzel mit Katrin Weber
Tobias Künzel, Katrin Weber, Tobias Meier und Jürgen Rüstau
Lutz Künzel und Tochter Laura Röhniß
Lutz Künzel (leider in diesem Jahr verstorben aber er ist mit seinen Songs immer unter uns)
Der Vollblutmusiker Harry Künzel war über die zwölf Jahre café esprit immer auf der kleinen Bühne präsent und bereitete seinen Fans viel Freude.