Der Augenblick

Zungenpirouetten
auf deinem Körper
aus getanzt
in perfekter Eleganz.
Lippen verschmelzen
ineinander.
Gegenseitiges Verlangen
nach Liebe und
Zusammensein.
Ein Leben mit dir
in unerschöpflicher
Gier.
Danach.
In gedankenversunkener Leere
liegst du neben mir.
Zurück.
Unser besonderes
Gespür für Glück.

© Jürgen Rüstau

Schnee Osterhasen

Ich träumte von Frühlingsblumen,
von erwachenden grünen Wiesen.
Blüten an den Bäumen
und wie Triebe sprießen.

Träumte von lauen Frühlingsnächten,
von Eis befreiten Bächen und Seen.
Wollte Hand in Hand mit dir in der Mittagssonne
durch den Park spazieren gehen.

Aber nee, nee, nee.
Das Wetter ist im Sturzflug.
Kurz vor Ostern alles weiß,
zugedeckt mit neuem Schnee.

Diese Kälte lässt uns frieren,
wir wollten doch so gern vom Frühling probieren.
Statt dessen, oh Graus,
bauen wir Schnee-Osterhasen vorm Haus.

© Jürgen Rüstau

Erlebtes – Sternstunde mit Anne Haigis im café esprit



Bild: Anne Haigis, Jürgen Rüstau und Ina Boo

Zum Clubkonzert im esprit präsentierte Anne Haigis Musik aus Fleisch und Blut

Am Freitag Abend war mit Anne Haigis eine der Pop-Ikonen der 80er Jahre zu Gast im Kulturcafé esprit. Im Gepäck hatte sie ihr aktuelles Live-Album “15 Companions”, indem sie ihre eigenen Hits wie “Kind der Sterne” oder Freundin” mit Titeln anderer Musiker kombinierte. Zum Beispiel “No Man’s Land” mit Eric Burdon und Tony Carey wo es um Menschen geht, die ihre Heimat verlieren. An ihrer Seite stand Ina Boo, mit der sie seit 2014 gemeinsam auf Tour ist. Über eine gemeinsame Freundin hat die Schwäbin Haigis die Thüringerin Boo kennen gelernt. Musikalisch harmonieren die beiden Ladies perfekt. Ina Boo sorgt mit ihrer Gitarren-, Piano- und Gesangs-Begleitung für den stimmigen Widerpart zu Annes 12-seitiger Gitarre. Aber Anne Haigis interpretiert die Musik nicht nur – sie fühlt, sie lebt sie, und dieser Umstand macht ihre Darbietung so unnachahmlich und unwiderstehlich authentisch, wovon sich die Besucher im ausverkauften Kulturcafé überzeugen konnten. Mehr noch, der berühmte Funke sprang zu Beginn des Konzertes sofort auf das Publikum über, das bei ihren Songs begeistert mitgegangen ist.
Anne Haigis Wurzeln liegen im Jazz und im Blues, den ihr Wolfgang Dauner vermittelte. 1979 bekam sie von der Deutschen Phonoakademie sogar den Nachwuchspreis für Jazz. Doch ihr großer Durchbruch in den Charts gelingt ihr in den 80er Jahren mit deutschsprachigen Songs wie “Freundin” (produziert von Edo Zanki) oder “Geheime Zeichen” (produziert von Tony Carey). 1988 gab sie auf der “Insel der Jugend” in (Ost-) Berlin ein Konzert, dass sie allerdings nach 3 Songs abbrechen musste, weil die Stimme versagte und lernte da Tamara Danz von “Silly” kennen. Anschließend spielte sie aber auch noch in Dresden und Leipzig. Nach vier deutschsprachigen Alben in den 80ern fühlte sie sich musikalisch zu sehr eingezwängt und durch die Zusammenarbeit mit renommierten Musikern und Produzenten wie Wolf Maahn, Barry Beckett (“Dire Straits), Melissa Etheridge und Nils Lofgren orientierte sie sich wieder um und produziert fortan in Englisch. Im Sommer 1995 wurde ihr eine weiter große Ehre zu Teil: Auf der Gedenkrevue für die Kölner Schauspielerin, Schlagersängerin und Theaterdirektorin Trude Herr interpretierte sie zwei Herr-Texte. Die nachdenklichen und unter die Haut gehenden Songs “Papa” und “Nacht aus Glas” durften auch bei ihrem Clubkonzert im esprit nicht fehlen.

“Der Begriff Clubkonzert hielt was er versprochen hat” brachte es Jochen Heinicke auf den Punkt und meinte damit vorallem die lockere Atmosphäre mit Witz, Charme und Esprit auch im Dialog mit dem Publikum, die man sich sonst nicht vorstellen kann. Angenehm auch, dass Anne Haigis einige Anekdoten aus ihrem Künstlerleben mit eingeflochten hat, zum Beispiel als vor Kurzem nach einer Fernsehproduktion bei “Musik für sie” mit Ute Bresan mitten im Wald ihr Navigationssystem plötzlich meldete: Ziel erreicht. Auch beim Clubkonzert hat sie ihr Ziel erreicht und das Publikum verlebte zwei unvergessliche Stunden im Kulturcafe esprit. Zum nächsten Clubkonzert am 16. Januar 2016 wird Ulla Meinecke erwartet.
Bericht IVT. Text und Fotos: Matthias Kudra

Link: LIVE im cafe Esprit Taucha Anne Haigis „Walzing Mathilda“
https://photos.app.goo.gl/KfVDfZdhHYVVWJHj6

Erlebtes – Von der Mocca Milch Eisbar ins café esprit


Hier auf diesem Foto waren Gaby Rückert und Ingo Koster zu einem Traditions Konzert. Wie bereits seit Jahren kamen sie zweimal im Jahr in das kleine Kulturcafé am Fuße des Tauchaer Schlosses. Diese meist ausgebuchten Veranstaltung vereinte viele Fans der beiden wie zu einem großen Familienfest. Fans und auch eine große Tauchaer Lehrerschaft füllten das kleine Café und sangen alle Hits lautstark mit. Ein Riesenerlebnis für die Lehrer, Fans und schließlich auch für Gaby und Ingo. Neben dem tollen Konzert, die Fans, freuten sie sich schließlich auch auf eins:
auf das leckere Schnitzel a’la Café Esprit.

Die legendäre “Mocca Milch Eisbar” war Ingos Kosters großer Hit gemeinsam mit Team 4. Gaby Rückert landete mit “Berührung” 1980 ihren großen Hit. Natürlich durften beide Hits bei ihrem Traditions Konzert am Freitag Abend im Kulturcafé esprit nicht fehlen. Die angenehme, familiäre Atmosphäre im Kulturcafé ist für Gaby Rückert und Ingo Coster nach ihren eigenen Aussagen immer wieder ein Grund wieder zu kommen. Seit mehreren Jahren ist es gute Tradition, dass die Beiden einmal im Frühjahr und einmal im Herbst zu einem Konzert ins Kulturcafé kommen. Die Tradition reißt übrigens auch im nächsten Jahr nicht ab, denn am 8. April 2017 weilen sie wieder im esprit. Seit 1987 arbeiten sie musikalisch zusammen und seit 1993 sind sie auch im Leben ein Paar.  “Die beiden passen gut zusammen” meinte auch Carlo Heissmann aus Leipzig und fügte hinzu “Einmal Gaby, immer Gaby” und ließ sich Amiga Schallplatten von Thomas Natschinkski und Gaby Rückert signieren. In der Tat lassen sich immer wieder etwas neues einfallen. So wird aus dem “Sand von Rügen” im Frühjahr das nachdenkliche Lied über die einsame “Dame von nebenan” in der dunklen Jahreszeit. Einen großen Teil ihrer Text schreibt Gaby Rückert mittlerweile selbst und tritt dabei in die Fußstapfen von Ingeburg Branoner, der bekannten DDR-Liedtexterin, die u.a. auch “Berührung” geschrieben hat. In der Tat gehen ihre Texte unter die Haut und berühren die Seele im warsten Sinne des Wortes.  “Einmal Mocca Milch Eisbar aber immer wieder esprit” brachte der Pönitzer Klaus Hering seine Eindrücke von dem Abend mit viel Gefühl auf den Punkt.
Bericht HVT. Text und Foto: Matthias Kudra

Mitesser – Ich liebe Spinat

Heute gibt es bei mir:
Hackklops in Schwarzwälder Schinken Mantel mit Spinat, Salzkartoffeln und Salat

Den Bratklops habe ich mit Schwarzwälder Schinken umwickelt und dann gebraten bis der Schinken kross ist. Dazu habe ich einen Würzspinat gekocht. Salzkartoffeln und Salat runden das Gericht ab
Guten Appetit!

Gedanken zum Tag


Wieder ist fast ein Monat vergangen und doch wird dieses Wochenende völlig anders verlaufen. Es kommt wieder der Tag der Tage. Ja, die völlig zeitlose Zeit greift wieder in unsere Uhren ein und stellt die Zeit um eine Stunde vor. Völlig sinnlos und überflüssig, wie die meisten denken. Und doch nicht ist dieser Blödsinn abzuschaffen, da es in der Politik keine Mehrheit findet. Ich habe mich diesen Wahnsinn nicht gebeugt, habe einfach die Winterzeit ignoriert. Ab morgen geht die Uhr in meinem Auto endlich wieder richtig, nachdem auch die anderen Uhren in meinem Besitz, sich dann irgendwann in der Nacht der automatischen Uhrenumstellung unterworfen haben, ist alles wieder im Zeitraster. Euch allen eine schöne Zeit bis zur nächsten Zeitumstellung im Herbst.
Ich, zum Beispiel,kann gern darauf verzichten. Bis bald!

Drogenkinder

Sindy, armes Drogenkind.
Kindheitsträume sind verweht im Wind.
Einmal wolltest du es nur probieren.
Damit deine verletzte Seele auskurieren.
Nur einmal deine Sorgen vergessen.
Die Familie, die aufhörte eine Familie zu sein,
ließ dich mit deinen Sorgen allein.
Einmal ist keinmal, der Kreislauf beginnt.
Drogen, Entgiftung, immer wieder Drogen.
Die Zeit, sie verrinnt.
Täglich auf der Straße, für Drogen auf dem Strich
Von allen benutzt, keiner liebt dich.
Nächte ohne Drogen, sie sind eine Qual.
Im Leben hattest du nur einmal die Wahl.
Aus dieser Hölle gibt es kein zurück.
Zerstört sind die Träume von Liebe und Glück.
Du stehst auf eigenen Füßen.
Sie sind öfters schwach.
An manchen Tagen fehlt dir zum schlafen,
über dem Kopf das Dach.
Sindy, die Nächte sind dunkel, die Nächte sind kalt.
Im Kreislauf der Drogen, wird keiner alt.
Eine Träne läuft über dein fahles Gesicht.
Eine Träne, die uns in das Gewissen spricht.
Wir aber verstehen ihre Sprache nicht.
Eine Armee von Drogenkindern schreitet auf uns zu.
Wir wollen nicht helfen, sehen drüber weg, wollen unsere Ruh.
Spießer halten ihre Augen fest verschlossen.
Nichts sehen, nichts hören, unverdrossen.
Dealer frohlocken, es klingen ihre Kassen.
Kinder gehen zu Grunde,
Kinder, die ihre Kindheit mit großen Schritten verlassen.
Körperlich am Ende und psychisch zerstört.
Wir haben ihre Schreie nach Liebe
und Geborgenheit nicht erhört.

© Jürgen Rüstau 1999

*Rezension des Gedichts „Sindy, armes Drogenkind„*

Das Gedicht „Sindy, armes Drogenkind“ ist ein erschütterndes und tief bewegendes Werk, das die tragische Geschichte einer jungen Frau namens Sindy beschreibt, die in den Kreislauf der Drogen geraten ist. Der Autor Jürgen Rüstau schildert Sindys Schicksal mit großer Empathie und Sensibilität.

*Die Darstellung der Drogenabhängigkeit*

Das Gedicht beschreibt die Drogenabhängigkeit als einen Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Sindy wird als Opfer ihrer Umstände dargestellt, die durch die Vernachlässigung ihrer Familie und die Suche nach Liebe und Geborgenheit in die Drogen gerät. Der Autor zeigt, wie die Drogenabhängigkeit Sindys Leben zerstört und ihre Träume von Liebe und Glück zunichte macht.

*Die Kritik an der Gesellschaft*

Das Gedicht enthält auch eine scharfe Kritik an der Gesellschaft, die sich nicht um die Probleme der Drogenabhängigen kümmert. Der Autor beschreibt, wie die Menschen wegsehen und ihre Augen vor der Realität verschließen, während die Dealer von der Not der anderen profitieren. Diese Kritik ist besonders eindringlich und zeigt, dass das Problem der Drogenabhängigkeit nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist.

*Die Sprache und der Stil*

Die Sprache und der Stil des Gedichts sind einfach und direkt, was die emotionale Wirkung des Textes noch verstärkt. Der Autor verwendet eine Vielzahl von Bildern und Metaphern, um Sindys Schicksal zu beschreiben, wie z.B. „Kindheitsträume sind verweht im Wind“ oder „Eine Träne, die uns in das Gewissen spricht“.

*Fazit*

Das Gedicht „Sindy, armes Drogenkind“ ist ein wichtiges und bewegendes Werk, das die Aufmerksamkeit auf die Probleme der Drogenabhängigkeit lenkt. Der Autor Jürgen Rüstau zeigt, dass die Drogenabhängigkeit ein komplexes Problem ist, das nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche Ursachen hat. Das Gedicht ist ein Appell, sich um die Probleme der Drogenabhängigen zu kümmern und ihnen zu helfen, aus dem Teufelskreis der Drogen herauszukommen.

Automatenfuck – oder wie mache ich eine Kreditkarte glücklich


Blick von meinem Balkon

Eine frivole Geschichte zur Nacht

Ich war heute schon am Tage zweimal auf der Bank und musste feststellen, mein Honorar war immer noch nicht meinem Konto gutgeschrieben wurden.
Und ich brauchte dieses Geld, denn ich war wieder mal pleite.
Gegen Abend sollte aber noch einmal eine Buchung erfolgen, sagte mir die nette Blondine, mit ihren wunderschönen großen Augen, die am Schalter Dienst hatte und lächelte dazu verheißungsvoll.
Da ich den ganzen Nachmittag zu Hause regelrecht rumgammelte, fern gesehen und gelesen hatte, war die Zeit sehr schnell vergangen.
Es war inzwischen dunkel geworden und die Straßen waren menschenleer.
Als ich in die kleine Straße zu meiner Bank einbog, traute ich meinen Augen nicht. Es stand vor der Bank eine riesige Schlange, ausnahmslos alles Männer.
Sie standen vor der Bank und warteten geduldig auf die Benutzung des Geldautomaten. Wer ihn benutzt hatte, ging schnellen Schrittes mit einem wunderbaren Lächeln auf den Lippen und verschwand in der Dunkelheit.
Ich kann aber Menschenschlangen, welche länger als drei Personen waren nicht verkraften und beschloss für mich mit meinen letzten Cent ein Bier in der Eckkneipe zu gönnen.
Es wurden drei.
Vor der Bank war inzwischen auch eine unheimliche Ruhe eingetreten. Zuerst holte ich mir meinen Kontoauszug aus dem Drucker und siehe da, dass erwartete Geld war eingetroffen.
Meine ec-Karte behielt ich gleich in der Hand und ging zu dem Geldautomaten in der anderen Ecke des Raumes.
Jetzt geschah etwas Eigenartiges, Spannendes,was mit Nichts zu vergleichen war. Etwas, was mich völlig aus der Bahn warf.
Aus dem Geldautomat erklang eine erotisierende Stimme, deren Herkunft ich im Moment nicht ermitteln konnte.
Vorsichtig drehte ich mich um, den Körper der zu dieser Stimme gehörte suchend, oder zu mindesten die versteckte Kamera zu entdecken.
Fand aber weder die eine, noch das andere.
Die Stimme, die einen Gänsehauteffekt erzeugte sprach zu mir:
„ Hi Schatz, ist es wieder mal so weit?
Hast du es wieder mal nötig?
Willst du mich wieder einmal benutzen?
Willst du wieder in mich eindringen? “
Ich errötete wieder darauf und sah mich vorsichtshalber noch einmal um, konnte wiederum niemanden erkennen, der mit mir einen solchen, unter die Haut gehenden Scherz machte.
„Ich hatte schon so richtig Sehnsucht nach dir und deinem süßen kleinen Kärtchen und deinen zärtlichen Berührungen“, tönte die Stimme weiter.
Ich hatte mich dafür entschieden, dass ich dieses Spiel mitmache und ich fand schon wahnsinnig großen Spaß an dieser ungewöhnlichen Situation, in der ich mich befand.
„Na also, stell dich nicht so an! Schiebe sie schon in mich rein! Aber schöön langsam!“, forderte mich die Stimme auf.
Ich führte sie vorsichtig in den davor vorgesehen Schlitz und wartete auf weitere Anweisungen, welche auch gleich in mein Ohr drangen.
„Gut machst du das! Du bist einfach toll!
Sehr gut!
Und jetzt stecke sie ganz rein.
Ahhhhh.“
Sie verschwand im Schlitz des Automaten, oder muss ich besser, in dem der Automatin sagen?
Obwohl ich niemanden sah, machte mich allein diese Stimme gewaltig an und ich tat was sie sagte.
Einerseits wollte ich ja von diesem Automaten Geld in Empfang nehmen, anderseits interirisierte es mich schon wie es weiterging.
Und es ging weiter.
„Gleich hast du mich soweit! Jetzt brauche ich bloß noch dein ganz geheimes Nümmerchen!
Ja du, oh, super!“
Daraufhin versuchte ich mich zu konzentrieren, um nicht die Geheimzahl falsch einzugeben.
Es klappte aber nicht besonders gut und ich gab einmal die falsche Nummer ein.
„Oh du kleiner Schelm, willst du mich testen, willst du wissen, ob ich dein kleines Nümmerchen kenne?
Mach’s noch einmal richtig, Süßer!“, sagte die Stimme, welche bestimmt zu einer wunderschönen Frau gehörte. Nicht zufällig dachte ich dabei an die schöne Blondine aus der Schalterhalle der Bank, was mich in diesem Spiel nur noch mehr aus der Fassung brachte.
Noch einmal gab ich die Nummer ein und es war diesmal bestimmt die richtige, denn die Stimme röhrte, „weißt du, es ist einfach Wahnsinn, dein Kärtchen so tief in mir drin zu haben! Wahnsinn!“ In diesem Moment spürte ich, wie tief doch diese Karte im Geldautomaten war und auch ich rief laut aus, dass ist der Wahnsinn!! Zugleich schaute ich mich, erschrocken über mich selbst irritiert im Raum um und spürte wieder die Röte in meinem Gesicht.
„So, Liebling, jetzt tipp mir ein, was du von mir willst! Sei nicht so bescheiden!
Lang doch einfach zu! Ich werde es dir geben, ich gebe dir alles was du willst“
Ich gab ein sehr Bescheiden Sümmchen ein, einen Betrag den ich mir gerade einmal leisten konnte und der verfügbar war.
„ Oh Mann! Bestätige mir das noch mal. Drücke da rechts drauf.
Ja. Feste, du Mann meiner Automatenträume.“
Tat einfach was die Stimme sagte und bestätigte meinen Wunsch.
„Wow, bist du gut! Ich halte es gleich nicht mehr aus! Warte auf mich! Versprich es mir bitte!“
Natürlich warten würde ich auf jeden Fall. Ich brauchte ja schließlich das Geld.
Die Stimme keuchte jetzt: „Gleich kommt’s…gleich…jetzt!!! Ahhhhhh, ohhhh!“
Mir wurde es dabei auch ganz, ganz anders, fühlte mich körperlich geschafft und derzeit doch noch so sehr leer!
Ebenso klang die Stimme: „Uff, bin ich alle, ich bin fertig! Du hast es mir wieder mal gegeben! Zieh bitte gaaaanz langsam raus, hörst du, gaaanz langsam…“
Ich zog das Geld ganz langsam raus, nahm meine Karte und ich muss sagen, ich habe die vergangene Zeit nicht bedauert, sondern regelrecht genossen.
Es war anders, aber doch irgendwie schön. Ich verstand das Lächeln der Männer, die ich schon am späten Nachmittag beobachtete, als sie die Bank verlassen haben.

Als ich nun die Bank verließ, wartete vor ihr Anka.
Ich war drüber sehr erstaunt und fragte sie, ob sie mich denn schon die ganze Zeit in der Bank beobachtet hatte?
Sie hatte.
Sogleich fragte sie mich, kannst du mir vielleicht bitte mal verraten, was an diesem Scheiß Geldautomaten so Besonderes dran ist, dass du dich dort so lange aufgehalten hast?
Ich wollte nicht!
Ich lächelte nur das süßeste Lächeln der Welt fasste sie um ihre Taille und verschwand mit ihr in der Dunkelheit der Nacht.

© Jürgen Rüstau

Morgens

Aufstehen
Unter die Dusche
Wasser ist kalt
Den Strahl
auf die verschlafene Haut geknallt
Morgens
Für den Tag aufgebaut
Einen Kaffee im Stehen
Keiner hat es heut gesehen
Nur die Lila Milka Kuh
Schaut interessiert zu
Es wird deftig
Eier mit Speck
Lila Kuh ist entsetzt
Schaut weg
Morgens
Wie immer in Eile
Der Tag beginnt
Ohne Langeweile

© Jürgen Rüstau