


Fotos: Anke Rüstau und die Stockente Nr. 68😃
Gestern war es sonnig aber kalt. Ein Plätzchen auf der Bank am Großen Schöppenteich ließ den Betrachter mit der Natur rund um den Teich und den gesamten Park eins werden. Es ist hier wunderschön in dieser Parkanlage inmitten von Taucha. Das fanden die Enten auch und kamen ganz nah an die Besucher des Parks heran. Und spazieren kann man hier auch weitläufig.
Vom Schöppenteich bis zum Aussichtsturm im König Albert Park würde bestimmt ein schöner Osterspaziergang werden.
Osterspaziergang“ ist ein Gedicht aus Goethes „Faust I“, das den Frühling und die Auferstehung feiert und mit der berühmten Zeile endet: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“
Osterspaziergang
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;
Im Tale grünet Hoffnungsglück;
Der alte Winter, in seiner Schwäche,
Zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur Ohnmächtige Schauer kornigen Eises
In Streifen über die grünende Flur;
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
Überall regt sich Bildung und Streben,
Alles will sie mit Farben beleben;
Doch an Blumen fehlt’s im Revier
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
Nach der Stadt zurückzusehen.
Aus dem hohlen finstern Tor
Dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
Denn sie sind selber auferstanden,
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
Aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
Aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quetschender Enge,
Aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
Sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
Durch die Gärten und Felder zerschlägt,
Wie der Fluß, in Breit und Länge
So manchen lustigen Nachen bewegt,
Und bis zum Sinken überladen
Entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
Blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!

Der „Osterspaziergang“ ist ein Auszug aus der 5. Szene („Vor dem Tor“) von „Faust I“. Faust und sein Famulus Wagner machen am Ostersonntag einen Spaziergang vor die Tore der Stadt. Das Gedicht beschreibt die Frühlingsnatur, die den Winter vertreibt, und die Menschen, die sich im Freien versammeln, um die Auferstehung zu feiern. Fausts innerer Konflikt wird dabei angedeutet, während die fröhliche Szenerie die Lebensfreude und Erneuerung symbolisiert. Die berühmte Schlusszeile „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“ drückt Fausts Gefühl von Freiheit und Menschlichkeit inmitten der Natur und des Volkslebens aus.
Abschluss des Tages: Fußball Länderspiel gegen Ghana – ein glückliches 2:1
