Wimpernschlag der Zeit


(Bild Bergkirche in Beucha)

Als ich mal kurz nach oben sah,
war der Sommer nicht mehr da.
War ein Leben, dass ich gestern noch führte,
welches mir heute nicht mehr gehörte.

Der Wimpernschlag ist nur ein Augenblick
als Ausdruck von vergangenem Glück.
Was ich gestern noch als schön befand,
Ist heute irgendwo verschwunden im Land.

Was ich unbedingt zum Leben brauch,
ist irgendwann nur noch Schall und Rauch.
Deshalb gehe ich jetzt auf anderen Wegen
um verlorenes Glück neu erstreben.

Wie zeitlos ist doch die verdammte Zeit,
gedankenlos in die Vergangenheit.
Selbst was ich gestern noch als Glück empfand,
dem bin ich heute nur davon gerannt.

© Jürgen Rüstau

Eine andere Welt

Ich schwebe durch die Lüfte
wie ein Engel eben schwebt.
Dort oben spüre ich nicht,
dass die Erde unter mir vor Hass bebt.
Ich flüchte in eine andere Welt,
wo statt Geld nur Glück und Liebe zählt
und mein Herz erhellt.
Eine Welt,
in der man nicht auf Raketen setzt,
damit anderer Menschen Träume zerfetzt.
Wo man lernt aus seinen Fehlern klug zu werden,
nicht drauf und dran ist alles zu verderben.
Dort würde ich gern für immer bleiben.
Schwebend
Seelen aneinander reiben.
Träumend verliere ich den Halt.
Vorbei mein erträumtes Glück.
Um mich herum ist es wieder menschlich kalt.
Die Erde hat mich wieder,
mit allen Problemen zurück.

© Text & Bild. Jürgen Rüstau

Foto: Markkleeberger See

Abendstille

Habe keine Lust heut fern zu sehen.
Lieber würde ich mit dir durch die Gassen gehen.
Vor den Schaufenstern stehen bleiben.
Nur so mit dir die Zeit vertreiben.
Von Nichts und niemanden getrieben werden
wäre für mich ein Paradies auf Erden.
Ein Abendstündchen verharren in der Weintaverne.
Ein Gläschen trockenen Wein
genießen wir so gerne.
Den Weg zurück im Mondenschein.
Die Straßen sind menschenleer.
Ich bin mit dir allein.
Möchte mit dir um die Wette laufen.
Gemeinsam auf der kleinen Bank verschnaufen.
Der Vollmond blickt auf uns herab.
Lippen sinnlich verschmolzen
schweigen wie ein Grab.
Wortlos schreiten wir unseren Weg
bis hinunter zum kleinen Steg.
Hier hatten wir im Sommer oft gesessen,
dabei unsere Alltagssorgen vergessen.
Wie auch heute in der Kühle der Nacht.
Alles das hätte das Fernsehprogramm nicht erbracht.

© Jürgen Rüstau

Luftschlösser

Der Tag begann wie nur für uns gemacht.
Strahlender Sonnenschein,
nach dieser wunderbaren Nacht,
nur mit dir allein.

Frühstück mit dir im Bett.
Träumend im Kissen versunken.
Zwischen uns das Frühstückstablett.
Morgenmuffelein im Kaffee ertrunken.

Lass uns heute Luftschlösser bauen,
den Tag gemeinsam durchreisen.
Schenk mir einfach dein Vertrauen.
Wir wollen soviel wie möglich vom Sonnenlicht speisen.

Lachen, einfach glücklich sein.
Unsere Sorgen vergessen,
untergehen im rubinroten Wein.
Von Luftschlossliebeleien besessen.

Lass uns am Abend wieder landen
in unserer doch viel zu realen Welt.
Sie hat für uns Stunden stillgestanden
in unserem Luftschloss unter dem Himmelszelt.

© Jürgen Rüstau

Foto: Blick von Dornberger Schlösser

Heimat

Als Kind zog es mich mit meinem Vater,
magisch hin in diese Stadt.
Eine Stadt, die einen gewissen Charme zu bieten hat.
Ich ging durch die Straßen,
ging durch die Gassen.
Träumend konnte ich hier meine Gedanken spielen lassen.
Die Kindheit vergangen,
die Träume wie Seifenblasen zerplatzt.
Das Leben, ist so schnell wie die Parthe geflossen.
Niemand hat am Flair von Taucha gekratzt.
Vieles hat sich verändert in der vergangenen Zeit.
Die Parthe ist wieder sauber,
für Fische bereit.
Die Häuser sind viel heller.
Das Leben wurde hektischer und schneller.
Den Tauchschen gibt es wieder,
für alle ein Glück.
Tradition und Geschichte kehrt in die alten Mauern zurück.
Durch die Straßen und Gassen,
der Festumzug sich windet.
Eine lebendige Tradition, welche Menschen verbindet.
Ich bin wieder hier in dieser Stadt,
blieb ihr verbunden.
Hab ein Stück Heimat wieder gefunden.

© Jürgen Rüstau

Eiszeit

Vorbei sind die Tage mit dir,
wunderschöne blonde Fee.
Das Leben geht weiter.
Die Liebe ist zugedeckt mit eiskaltem Schnee.

Die Erinnerung bleibt in mir,
an eine schöne Zeit.
Unvergessen die Stunden,
mit dir zu zweit.

Reden in Schweden.
Nur der Elch hört uns zu.
Auf der Fähre der glücklichen Menschen vereint,
ich und du.

Ich werde dich nicht vergessen, blonde Fee.
Deine Augen glitzern wie Kristalle aus Eis und Schnee.
Sie blicken von Bildern und lächeln mich an.
Verwirren meine Gedanken,
bis ich an nichts Anderes mehr denken kann.

Eine zarte Blume wächst aus eiskaltem Schnee,
steht windgeschützt am Ufer des See.
Sie wird sich entfalten und den Frühling erleben.
Niemand wird sie pflücken, gar zertreten.

Sie ist so zart wie du, blonde Fee.
Ist die Blume gewachsen,
bringe ich sie zu dir
über den See.

Dem See der Gedanken.
Er spielt mit seinen Wellen über dein Gesicht.
Mein Herz aber unwiderruflich
zerbricht.

Ich kann dich nicht vergessen,
wunderschöne blonde Fee.
Wir waren nicht bereit für ein Leben in der Eiszeit.
Tränen tauten den Schnee.

© Jürgen Rüstau

Schwanengesang


Schwanengesang

Ein weißer Schwan.
singt sein Lied auf blauem See.
Er singt von Liebe, Schmerz und Seelenweh´.
Alle hören zu.
Auch ich.
Denn der Schwan der da singt bist du.
Deine Melodie ist lieblich und fein.
Alle wollen jetzt bei dir sein.
Auch ich.
Ich höre dein Gesang.
Es zieht mich magisch hin zu dir.
Du blickst zu mir
Dein Blick ist mal sanft,
mal wild.
Er hat mich verzaubert.
Die Natur malte ihr schönstes Bild.
Damit hältst du mich in deinem Bann.
Solang bis ich nicht mehr anders kann.
Du bist der Schwan auf blauer Flut.
Kennst mich so gut.
Nur dein Gesang macht mir Mut.

© Jürgen Rüstau

In Liebe

Bild Heinrich Heine

Es fragte mal ein Dichter,
„Kind, weißt du was Liebe ist?“
Es sagte dann der Dichter,
„Es ist ein Stern in einem Haufen Mist!“
Ich hab den Stern gefunden.
Meine Augen strahlen vor Glück.
Ich hab den Stern gefunden,
ließ den ganzen Mist zurück.
Habe dich gefangen,
mit meinem ganzen Charme.
Als Gefangene der Liebe,
liegst du in meinem Arm.
Das Reich, was ich dir biete,
wertvoller, wie Gold und Edelstein,
ist das grenzenlose Reich der Liebe,
ein Reich, nur für dich allein!
Vertrauen, die Verfassung meines Reiches,
du findest auf der ganzen Welt nichts Gleiches.
Laß uns beide strahlen, strahlen vor Glück,
in meiner ganzen Hoffnung,
es gäbe aus diesem Reich kein Zurück!

© Jürgen Rüstau