Das Meer

Ich wollte nur das Meer sehen.
Mit dir
Hand in Hand am Strand lang gehen.
Ich nahm deine Hand,
schrieb unsere Namen
in den Sand.
Wellen lassen,
verblassen.
Abends ist es noch sehr kühl.
Stille in den Gassen.
Ich vermisse nicht das Sommer Gewühl.
Freie Plätze auch in den Kneipen,
laden uns ein zum Verweilen,
zum Bleiben.
Nur ein Wochenende am Meer.
Das Meer mit seiner faszinierenden Kraft,
widerspiegelt unsere Liebe,
unsere Leidenschaft.

© Jürgen Rüstau

Die schönste Zeit am Meer kann man am besten außerhalb der Saison genießen, wenn kein großer Trubel herrscht, die Straßen und Gassen leer sind und die Portemonnaie gefüllt bleiben. Wir haben eine wunderschöne Zeit, mehrmals im Januar, an der polnischen Ostseeküste, an Wanderdünen und in der wunderbaren Stadt Danzig verbracht. Es war alles erträglich. Sehr gutes Essen, ruhige Städte und vor allem erholsame Tage am Meer.

Denkende Leere

Denkende Leere

Ich sitze hier allein und kann nicht denken.
Versuche den Drachen der Liebe
um deinen Körper zu lenken.
Zum Schreiben fehlen mir die Worte.
Wann gibt es wieder frische Erdbeertorte?
Denkende Leere.
Ich versuche Hoffnung und Schicksal zu verbinden.
Gibt es eigentlich Pfefferminzschinken?
Denkende Leere.
Wie war es gestern Abend,
die Erinnerung ist erloschen.
Hab ich von meinen Hundert Mark noch einen Groschen?
Denkende Leere.
Das Telefon klingelt,
wer ist wohl dran?
Meine Liebste natürlich,
was ich wohl Anderes denken kann!
Lehrendes Denken.

© Jürgen Rüstau 1999

Das ist eins meiner älteren Gedichte. Zeit um sie Mal wieder auszugraben und für mich eine schöne Erinnerung was ich vor fünfundzwanzig Jahren geschrieben habe. Auf jedem Fall gab es da der Euro noch nicht…

Einfach Mal träumen…


Bild Pinterest

Vielfach sind es die einfachen Dinge des Lebens, an welche wir uns gern erinnern sollten. Einfach Mal träumen. Unser Leben besteht vielfach aus unseren Träumen. Nicht jeder erinnert sich aber jeder hat sie, die kleinen und großen Träume. Mancher nimmt sich viel Zeit sie zu erfüllen aber vielen fehlt die Kraft sie zu erfüllen. Denn Träume beanspruchen eine ganze Menge Ausdauer und Kraft. Die Zeit, sie zu erfüllen wird immer weniger aber immer begehrlicher. Sind wir doch strukturierter. Kleine erfüllbare Träume sollte man so gleich es geht in Angriff nehmen. Größere Traumprojekte sollte man planbar vor sich stellen. Solche Träume, wie Kindheitserinnerungen, unendlich lachen kosten uns keine größere Kraftanstrengung und wir können sie gleich umsetzen. Man hat erste Erfolgserlebnisse.
Und Träume sind schon eine schöne Sache, vor allem wenn sie sich erfüllen. Wie zum Beispiel Lachen. Alles nicht so verbissen und verbittert sehen. Lachen schmeichelt die Seele. Wir müssen es doch nur üben wieder viel mehr zu lachen und Spaß am Leben haben. Wir werden schnell sehen wie gut das geht und am Ende wie gut das tut. Also lachen wir uns mutig durch den Tag!
Träumt schön weiter 🌜 und erfüllt euch einen Teil eurer ganz eigenen Träume.

Engel in Ketten – die Story


Bild „Engel in Ketten“ Anke Rüstau Acryl

Innig, sinnig dein Blick
Ich schaute in deine Augen.
Du sagtest
Komm mit mir
in mein Zauberreich.
Warte nicht zu lange,
komm gleich.
Zu schwache Gefühle.
Viel zu starke Vernunft.
Angst vor dem Leben,
vor einer gemeinsamen Zukunft.
Engel,
du entschwebtest auf deiner Wolke,
hattest ein Leben, weißer als Schnee.
Nach Jahren sahen wir uns wieder,
beim Tanz.
Deine Blicke sagten,
ich will dich jetzt ganz.
Komm mit mir in mein Zauberreich,
komm bitte gleich.
Starke Gefühle.
Schwache Vernunft.
Wo ist unsere Zukunft?
Ich schwebte mit dir auf der Wolke,
aber die Vergangenheit holte uns ein.
Engel ohne Flügel,
mit einer Kette am Bein.
Ich weiß,
ich will mit dir gehen
in dein Zauberreich.
Werde auf dich warten,
denn es geht leider nicht gleich.
Zu starke Gefühle,
überhaupt keine Vernunft.
Werden versuchen, sie gemeinsam finden.
Eine Zukunft.


Die Story zum Gedicht

Eine geheimnisumwitterte Story, wenn man dieses Gedicht liest, aber diese Story ist gar nicht so geheimnisvoll und mystisch wie sie auf dem ersten Blick scheint.
Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.
Ich habe diese in diesem Gedicht geschilderte Geschichte selbst mit erlebt.
Ich wollte mit einer Freundin, welche Ende der 90er Drogen konsumierte und damals mit Drogen gefasst wurde, zu einem Tagesbesuch nach Tschechien. An der Grenze wurde diese Fahrt plötzlich beendet.
Sie wurde verhaftet.
Was war passiert?
Die Vergangenheit ihres eigenen Lebens hatte sie eingeholt.
Das damalige Verfahren konnte noch nicht eröffnet werden, da sie häufig den Wohnsitz wechselte und für die Justiz nicht erreichbar war.
Bis die zuständige Richterin im vergangenen Herbst eine Personenfahndung mit Haftbefehl auslöste.
Sie selbst dachte schon lange nicht mehr an die alten Sachen, hatte erfolgreich ein neues Leben begonnen und alles andere verdrängt.
Ich traf sie wieder und wurde Bestandteil ihres neuen Lebens.
Keiner dachte mehr an die alte Geschichte, und man fuhr arglos an die Grenzkontrolle heran…
Wie ging es weiter?
Die Richterin ordnete Sitzungshaft an, um vollkommen sicher zu gehen, dass alle Beteiligten zur Verhandlung erscheinen.
Am Ende hatte ich Verständnis für die Richterin, welche ein seit Jahren anhängiges Verfahren nun endlich einmal zu Ende bringen wollte.
Letztendlich wird sie in ihr eine gnädige Richterin finden und mit einer Verwarnung oder mit ein paar Arbeitsstunden davonkommen. Die Situation am Grenzübergang und ihr Aufenthalt im Gefängnis wird ihr auf ewig Erinnerung und Lehre sein.
Ich habe sie in dieser Situation nicht im Stich gelassen, habe versucht ihr den nötigen Halt zu gegeben, den sie zur Bewältigung brauchte.
Denn sie war immerhin drei Wochen in Haft.
Eines haben wir beide daraus gelernt, man soll niemals vor Problemen davon laufen, so kompliziert sie auch scheinen mögen. Es gibt immer eine Lösung, wie auch hier eine sehr späte und durchaus schmerzliche.
Eine Geschichte die das Leben schreibt, die nicht einmal besser in der eigenen Phantasie entstehen könnte…

© Jürgen Rüstau

Eiszeit – Abschied von einer großen Liebe


Taucha Leipziger Straße

Vorbei sind die Tage mit dir,
wunderschöne blonde Fee.
Das Leben geht weiter.
Die Liebe ist zugedeckt mit eiskaltem Schnee.

Die Erinnerung bleibt in mir,
an eine schöne Zeit.
Unvergessen die Stunden,
mit dir nur zu zweit.

Reden in Schweden.
Nur der Elch hört uns zu.
Auf der Fähre der glücklichen Menschen vereint,
ich und du.

Ich werde dich nicht vergessen, blonde Fee.
Deine Augen glitzern wie Kristalle aus Eis und Schnee.
Sie blicken von Bildern und lächeln mich an.
Verwirren meine Gedanken,
bis ich an nichts Anderes mehr denken kann.

Eine zarte Blume wächst aus eiskaltem Schnee,
steht windgeschützt am Ufer des See.
Sie wird sich entfalten und den Frühling erleben.
Niemand wird sie pflücken oder zertreten.

Sie ist so zart wie du, blonde Fee.
Ist die Blume gewachsen,
bringe ich sie zu dir
über den See.

Dem See der Gedanken.
Er spielt mit seinen Wellen über dein Gesicht.
Mein Herz aber unwiderruflich
zerbricht.

Ich kann dich nicht vergessen,
wunderschöne blonde Fee.
Wir waren nicht bereit für ein Leben in der Eiszeit.
Tränen tauten den Schnee.

© Jürgen Rüstau 2000

Mittendrin

Mittelalterliche enge Gassen
Bin auf Spurensuche
Will meine Seele baumeln lassen
Erzähle nur du alte Buche
Die du stehst am Turm der Zeit
Geist gehüllt im weißen Tuche
Zur Erinnerung bereit
Alte Häuser, alte Mauern
Mittendrin die Bürgersleut
Auf dem Felde rackern Bauern.
Kopfsteinpflaster in den Straßen
Trägt mich träumend durch die Stadt
Hufgeräusche die man hört, verhallen dort
Pferde ruhig auf den Koppeln grasen
Ich will niemals von hier fort
Ein Kirchturm ragt in den Himmel weit
Setzt Zeitzeichen
Zur Erinnerung an die Vergangenheit
Persönlich stelle ich meine Weichen
Lebe hier in der Vergangenheit
Hier will ich einfach nur verweilen
Um ohne Hast
In meine Gegenwart zu eilen.

® Jürgen Rüstau

Des Dichters Brille

Sie liegt auf dem Nachttisch.
Des Dichters Brille.
Sonntagmorgenstille.
Noch liegt er fest im Schlaf.
Diesen Moment
nutzt der flinke Fotograf.
Bannt sie auf seinen Film.
Es ist sein Sonntagmorgenswille.
Hat sie erwischt.
Des Dichters Brille.
Er wacht auf,
wird sie setzen auf die Nase.
Bestimmt hat er ein neues Gedicht
in seiner Entwicklungsphase.
Nichts von alledem.
Es ist Sonntagmorgen.
Es drückt des Dichters Blase.

© Jürgen Rüstau

Sommer

Ja endlich, werden viele sagen. Die Temperaturen gehen nur noch nach oben. Darauf haben wir lange warten müssen. Endlich können wir wieder die Abende auf der Terrasse oder Balkon verbringen. Es ist sehr lange hell und doch stöhnen wir wenn uns die Hitze zu stark zusetzt. Aber wir genießen den Sommer, mit dem Wissen, wir können ihn nur ungefähr zwei Monate genießen. Also genießen wir ihn uneingeschränkt…

Sommer

Himmel in azurnem blau
Keine einzig Wolke zu sehen
Landstraßenasphalt ohne Autostau
Auf irdischen Pfaden lustvoll gehen
Es ist wahnsinnig trocken und heiß
Wind durchsegelt seicht das Feld
Vermischt Kornblumenduft mit Geruch
von deinem Schweiß
Kinderstimmen hört man vom nahen See
Dein Körper dürstet nach heißer Liebe
und erfrischendem Eis
Langsam erreichen wir die Allee
Du legst dich in einen Schattenkreis
Schweißtropfen fallen in dein Dekolletee
Ein Vulkan fordert seinen Liebesbeweis
Du und dieser Sommer
einfach siedend heiß.

© Jürgen Rüstau

Lesetipp – „Die Suche nach Heimat“ Mascha Kalékos leuchtende Jahre


Was ich gerade gelesen habe und gern weiter zum Lesen empfehle:
„Die Suche nach Heimat“ von Indra Marie Jones erzählt aus dem Leben der jüdischen Dichterin Mascha Kaléko. Diese romanisch erzählte Biographie, gewährt tiefe Einblicke in das Leben der Dichterin Mascha Kaléko. Einige ihrer wunderschönen Gedichte sind auch mit im Buch abgedruckt.

Für Einen

Die Anderen sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaub mir: kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.

Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Anderen sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.

Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst, Liebster, ruhig schlafen.
Die Anderen…das ist Wellen-Spiel.
Du aber bist der Hafen.“

Sie lebte in den Ende der zwanziger Jahren in Berlin und verliebte sich in den jüdischen Gelehrten Saul Koléko.
Sie verliebten sich und heirateten. Bei ihm erfährt sie Liebe und Anerkennung welche sie im Elternhaus nicht bekommen hatte. Er achtet sie als Dichterin und unterstützt sie bei der Veröffentlichung ihrer ersten Verse. In einem Berliner Kaffeehaus, den „Romanischen Café“ lernte sie viele damalige große Autoren, wie Kästner und Tucholsky kennen und wurde an den Stammtischen aufgenommenen. Sie veröffentlichte in Berliner Zeitungen die ersten Gedichte, welche sehr gut aufgenommen wurden. Sie war der neue Stern am Berliner Autorenhimmel. Doch ihre Ehe wurde immer routinierter und sie entfernten sich immer mehr voneinander.
Durch den Wahlsieg der Nationalsozialisten veränderte sich die Situation in Berlin zusehends. Jüdische Menschen wurden immer mehr ausgegrenzt und Mascha’s Ehe wurde immer eintöniger. Sie hatte andere Ansprüche an ihre Liebe und ihr Leben. Der Musiker Chemjo Vinaver machte ihr schöne Augen und flirtete mit ihr. Irgendwann gab sie seinen Werben nach und verliebte sich in ihm. Lange Zeit traf sie sich im Geheimen mit ihm, bis zu dem Zeitpunkt als Mascha schwanger wurde und sie Farbe bekennen musste…
Diese Romanbiographie, welche hauptsächlich im Berlin der Zwanziger und Dreißiger Jahre handelt zeigt uns ein Spiegelbild unserer heutigen Situation. Damals war das deutsche Volk zu schwach und zu wenig entschlossen rechts zu verhindern. Heute wissen wir wie das damals ausging und haben es in der Hand ein Erstarken rechter Kräfte zu verhindern. Dieses Buch rüttelt auf!

„Die Suche nach Heimat“ Mascha Kalékos leuchtende Jahre von der Autorin Indra Maria Jones, 264 Seiten, 16.11.2022 erschienen in der dtv Verlagsgesellschaft.