Tagessplitter am 2. April

Gedicht des Tages

Letztes Lied

Ich werde fortgehn, Kind. Doch Du sollst leben
Und heiter sein. In meinem jungen Herzen
Brannte das goldne Licht. Das hab ich Dir gegeben,
Und nun verlöschen meine Abendkerzen.

Das Fest ist aus, der Geigenton verklungen,
Gesprochen ist das allerletzte Wort.
Bald schweigt auch sie, die dieses Lied gesungen
Sing Du es weiter, Kind, denn ich muss fort.

Den Becher trank ich leer, in raschem Zug
Und weiß, wer davon kostete, muss sterben …
Du aber, Kind, sollst nur das Leuchten erben
Und all den Segen, den es in sich trug:

Mir war das Leben wie ein Wunderbaum,
von dem in Sommernächten Psalmen tönen.
– Nun sind die Tage wie geträumter Traum;
Und alle meine Nächte, alle – Tränen.

Ich war so froh. Mein Herz war so bereit.
Und Gott war gut. Nun nimmt er alle Gaben.
In Deiner Seele, Kind, kommt einst die Zeit,
soll, was ich nicht gelebt, Erfüllung haben.

Ich werde still sein; doch mein Lied geht weiter.
Gib Du ihm deinen klaren, reinen Ton.
Du sei ein großer Mann, mein kleiner Sohn.
Ich bin so müde – aber Du sei heiter..

Mascha Kaléko

Gemälde von Gustav Klimt

 

Wer war Mascha Kaléko?

Mascha Kaléko war eine deutschsprachige Dichterin, die am 7. Juni 1907 in Chrzanów, Galizien, geboren wurde und am 21. Januar 1975 in Zürich starb. Sie gilt als eine der wichtigsten Vertreterinnen der Neuen Sachlichkeit und ist bekannt für ihre Großstadtlyrik, die oft ironisch und melancholisch ist.

Kaléko wuchs in Berlin auf, wo sie ihre Schul- und Studienzeit verbrachte. Sie begann früh, Gedichte zu schreiben, und veröffentlichte 1929 ihre ersten Werke in der Vossischen Zeitung und im Berliner Tageblatt. 1933 erschien ihr erster Gedichtband „Das lyrische Stenogrammheft“, der ein großer Erfolg wurde.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten emigrierte Kaléko 1938 mit ihrem zweiten Mann, dem Musikwissenschaftler Chemjo Vinaver, nach New York. Dort schrieb sie Werbetexte und Unterhaltungsliteratur, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Erst 1945 erschien ein neuer Gedichtband, „Verse für Zeitgenossen“.

Nach dem Krieg kehrte Kaléko nach Deutschland zurück und wurde wieder bekannt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde 1960 für den Fontane-Preis nominiert, lehnte jedoch ab, weil ein ehemaliges SS-Mitglied in der Jury saß. Kaléko starb 1975 in Zürich und wurde auf dem jüdischen Friedhof Oberer Friesenberg beigesetzt.

 

 

Tagessplitter am 1. April

Fischfilet mit Bratkartoffeln und Italienischen Gemüse und
Remoulade

Gedicht des Tages 

Die Liebende
Rainer Maria Rilke

Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht.
Ich dachte, ich würde schweben.
Bis wohin reicht mein Leben,
und wo beginnt die Nacht?

Ich könnte meinen, alles
wäre noch Ich ringsum;
durchsichtig wie eines Kristalles
Tiefe, verdunkelt, stumm.

Ich könnte auch noch die Sterne
fassen in mir, so groß
scheint mir mein Herz; so gerne
ließ es ihn wieder los

den ich vielleicht zu lieben,
vielleicht zu halten begann.
Fremd, wie niebeschrieben
sieht mich mein Schicksal an.

Was bin ich unter diese
Unendlichkeit gelegt,
duftend wie eine Wiese,
hin und her bewegt,

rufend zugleich und bange,
daß einer den Ruf vernimmt,
und zum Untergange
in einem Andern bestimmt.

Gedicht des Tages

St. Moritz Kirche in Taucha von oben

 

Hoch über den Dächern von Taucha

Hoch über den Dächern der Stadt
ist die Luft klar und rein.
In diesen lauen Lüften
würde ich gern ein kleiner Vogel sein.

Könnte all das aus der Ferne erleben
wie sich Menschen bewegen.
Rastlos und hektisch,
täglich bei Sonne und Regen.

Hoch über den Dächern der Stadt
kommt die Hektik zum Erliegen.
Der ganzen Lärm und die Raserei
sind auf den Straßen der Stadt geblieben.

Ruhe und Stille hier oben.
Schweben und Leben.
Könnte durch die Winde toben
und das ganze Universum loben.

Hoch über den Dächern der Stadt
ist die Luft klar und rein.
Aber ich lebe nun mal hier unten!
Warum kann es hier nicht auch so sein?

© Jürgen Rüstau

Tagessplitter am vorletzten Tag des Monat März



Fotos: Anke Rüstau und die Stockente Nr. 68😃
Gestern war es sonnig aber kalt. Ein Plätzchen auf der Bank am Großen Schöppenteich ließ den Betrachter mit der Natur rund um den Teich und den gesamten Park eins werden. Es ist hier wunderschön in dieser Parkanlage inmitten von Taucha. Das fanden die Enten auch und kamen ganz nah an die Besucher des Parks heran. Und spazieren kann man hier auch weitläufig.
Vom Schöppenteich bis zum Aussichtsturm im König Albert Park würde bestimmt ein schöner Osterspaziergang werden. Weiterlesen „Tagessplitter am vorletzten Tag des Monat März“

Tagessplitter am Tag der Zeitumstellung

Nie wieder zurück!

Der Tag, an dem die Uhren ihr Eigenleben entwickeln hat uns wieder eingeholt. Klammheimlich haben sich meine Uhren in der Nacht einfach eine Stunde vorgestellt und uns eine Stunde vom Schlaf geraubt. Stellt euch einmal vor, ich hatte meinen Wecker von der Woche nicht ausgestellt. Als er dann um acht Uhr, krähte, denn ich habe einen Wecker mit Hahnenkrähen, also etwas richtig urbanen Verhalten. Also, er krähte mich Punkt acht Uhr aus dem Schlaf und brachte von mir nicht gewillt, die Sommerzeit 2026. Natürlich ist dies auch von den anderen Menschen nicht unbedingt gewollt. Normalerweise hatten die EU Mitgliedschaft dies schon lange in das System der Normalzeit zurück entwickeln gewollt aber sie könnten sich nicht einigen die Zeit um eine Stunde vor zu stellen oder eine Stunde zurück zu drehen.
So schreckte ich nun nach dem Krähen eine Stunde vor Normalzeit aus meinem Schönheitsschlaf. So kann das nie etwas werden. Deshalb einigt euch nun endlich auf die Abschaffung der unzeitlichen Zeitumstellung. Im Namen des Schlafes. Viele Menschen werden es euch danken und ausgeschlafen den Tag nach der Zeitumstellung beginnen.

Gedicht des Tages

Regen (1910)
Max Dauthendey
(1867 – 1918)

Da draußen regnet es weit und breit.
Es regnet graugraue Verlassenheit.
Es plaudern tausend flüsternde Zungen.
Es regnet tausend Erinnerungen.
Der Regen Geschichten ums Fenster rauscht.
Die Seele gern dem Regen lauscht.

Der Regen hält dich im Haus gefangen.
Die Seele ist hinter ihm hergegangen.
Die Insichgekehrte ist still erwacht,
Im Regen sie weiteste Wege macht.
Du sitzt mit stummem Gesicht am Fenster,
Empfängst den Besuch der Regengespenster.

Was habe ich heute gekocht?

Gefüllte Paprikaschoten mit Salzkartoffeln.
Euch einen schönen Sonntag

Tagessplitter – Besuch der Möncherei

Am Freitag waren wir in Neuseeland unterwegs, also eine Runde zwischen Markkleeberg und Zwenkau. Alte Braunkohlen Tagebaue wurden im Süden von Leipzig zu einer Seenlandschaft umgestaltet. Wirklich phantastisch. Überall entstanden kleine Gaststätten und Cafés. Wir hatten Besuch von meinem Sohn und Familie. Zur Mittagszeit besuchten wir die Möncherei in Markkleeberg. Wir kamen etwas außerhalb der Mittagszeit und wurden sehr freundlich bedient. Das Essen war sehr schnell serviert und war sehr schmackhaft. Wir waren sehr zufrieden. Ein Besuch der Möncherei in Markkleeberg ist sehr zu empfehlen.

…einen Keks zur Verabschiedung un Erinnerung. Nette Geste!

Tagessplitter – Zerstörungswut

 

 

Es ist nicht erst ein Problem unserer Zeit. Die Zerstörungswut gab es auch schon Anfang des 19. Jahrhunderts.Heute erinnern mich solche Zerstörungen auch an den wunderschönen Stadtpark in Taucha oder auch wie Jugendliche Wartehäuschen an der Straßenbahnlinie zerstörten. Der Dichter Ernst Rauscher (1834 bis 1919) widmete dieser Thematik in seinem Gedicht schon zur Jahrhundertwende. Hier mein Gedicht des Tages:

An eine zertrümmerte Bank

Traute Waldbank, liegst in Trümmer
ganz zerfallen, kalt und nass,
wo ich in des Mondes Schimmer
oft mit der Geliebten saß!
Hat mutwill’ge Hand zerschlagen
dich? der Schnee dich eingedrückt?
Die noch jüngst in Sommertagen
eine holde Last beglückt.
Dass so niedrig du geendet,
nimmer kann ich’s glauben, nein!
Was so schönen Dienst gespendet,
kann so schlecht belohnt nicht sein.
O gewiss, die guten Elfen,
die uns jedesmal belauscht,
die so gerne nützen, helfen,
kamen nächtlich still gerauscht;
lösten sachte deine Glieder,
betteten sie sanft zur Ruh‘ –
Liebesweisen, Schlummerlieder
sangen leise sie dazu:
„Recht so! schauen soll man keinen
fürder sitzen mehr auf dir,
seit die zwei nicht mehr erscheinen,
die so zart geliebt sich hier.“

Ernst Rauscher (1834 –1919)

Das Tauchaer Stadtfest – Tauchscher

Höhepunkte und Informationen zum Tauchscher

Datum: Meistens Ende August (2025: 29.–31.08.), der Ursprung liegt oft in einem historischen Herbstjahrmarkt Stadtfest-Taucha
Programm: Geboten wird ein Mix aus Musik (Rock, Pop, Blasmusik) auf verschiedenen Bühnen, Volksfestbetrieb und Aktivitäten für Familien.
Festumzug: Am Sonntag findet traditionell ein großer Festumzug der Vereine, Unternehmen und Sportgemeinschaften statt.
Sport: Oft wird das Festwochenende durch den Tauchschen Stadtlauf sportlich eingeleitet.
Atmosphäre: Es ist das zentrale Fest der Parthestadt, das viele Besucher aus der Region anzieht.
Die Veranstaltung wird durch die Stadtverwaltung und diverse Vereine organisiert und bietet oft kostenfreien Eintritt, finanziert durch Sponsoren.

 

Heimat

Als Kind zog es mich mit meinem Vater,
magisch hin in diese Stadt.
Eine Stadt,
die einen gewissen Charme zu bieten hat.
Ich ging durch die Straßen,
ging durch die Gassen.
Träumend
konnte ich hier meine Gedanken spielen lassen.
Die Kindheit vergangen,
die Träume wie Seifenblasen zerplatzt.
Das Leben,
ist so schnell wie die Parthe geflossen.
Niemand hat am Flair von Taucha gekratzt.
Vieles hat sich verändert in der vergangenen Zeit.
Die Parthe ist wieder sauber,
für Fische bereit.
Die Häuser sind viel, viel heller.
Das Leben wurde hektischer und schneller.
Den Tauchschen gibt es wieder,
für alle ein Glück.
Tradition und Geschichte
kehrt in die alten Mauern zurück.
Durch die Straßen und Gassen,
der Festumzug sich windet.
Eine lebendige Tradition,
welche Menschen verbindet.
Ich bin wieder hier in dieser Stadt,
blieb ihr verbunden.
Hab ein Stück Heimat wieder gefunden.

© Jürgen Rüstau, 1999/2002

Gedicht des Tages

Gedicht des Tages

Hoffnung, Glaube, Liebe

Hoffnung, Glaube, Liebe.
Einfach nur Worte?
Hoffnung?
Ich hoffe auf die Beständigkeit
im Leben.
Ich hoffe auf Gesundheit,
auf Frieden, auf Glück.
Glaube?
Ich glaube an Gott.
Ich glaube an Freundschaft,
an Ehrlichkeit im Menschen.
Liebe?
Du bist für mich
Glaube und Hoffnung gleichzeitig.
Du bist mein Leben,
meine Liebe.

© Jürgen Rüstau