Erlebtes – Hier spielte die Musik


Lutz Pohlers verstorben 2020


Egal ob Kabarett oder die Auftritte mit verschiedenen Formationen Lutz Pohlers und Franky Walter gaben den Ton an. Die Auftritte des Kabarett „Tauchaer Brettl“ bedingten die beiden Musiker. Auch ihre Soloauftritte mit den leisen Tönen wurden immer ein Erfolg.

Klänge der Stille im Musikcafe

Frank Walter und Lutz Pohlers als “Jahrgang 65 Nach ihrem überzeugenden April-Debüt als „Jahrgang 65“; im Musikcafe, begeisterten Frank Walter und Lutz Pohlers am Samstag Abend wieder mit ihren Klängen der Stille “Sound ‘N Silence”. Eine lange Freundschaft verbindet die beiden Musiker, die einst zusammen mit Thomas Fellow in einer Schulband zusammen gespielt haben. Nach einer längeren Pause – berufs und familiär bedingt – haben sie sich dann vor 12 Jahren wieder zusammen getan. Doch Fellow, inzwischen Professor für akkustische Gitarre an der Hochschule für Musik »Carl Maria von Weber« in Dresden, war es der Frank Walter und Lutz Pohlers nach Besuch eines Gitarren- und Gesangsseminars veranlasste, sich musikalisch neu zu orientieren. Das Ergebnis ist ihr Programm “Sound’N’Silence – Klang und Stille”. Dabei arbeiten die Musiker ausschließlich mit Natur-Sound-Gitarren und verzichten bewußt auf Effekte um sich “vom Klang tragen zu lassen”, wie Frank Walter das Bandkonzept erläuterte. Deshalb spielen sie auschließlich Songs mit viel Tiefe, wie die Karussel-Klassikern “Als ich fortging” und “Fenster zu” oder Elton Johns “Wonderful Life” aber auch den 2006er Hit “Chasing Cars” von Snow Petrol. “Alles muss musikalisch und inhaltlich zusammen passen, wie bei einem guten Film” sagte Frank Walter dazu. In der Tat mit einem Blues vom Scheckbuch und einer Liebe, die auf leisen Sohlen geht, verabschiedeten sie sich von ihrem Publikum im ausverkauften Kulturcafe esprit.

Veröffentlicht am 23.11.14 auf www.taucha online

Lutz Pohlers am 12.5.2020 plötzlich verstorben

Als einer der ersten kondolierte Bürgermeister Tobias Meier am Sonntag in einem Beitrag auf Facebook. Er sagt: „Lutz habe ich in der Anfangszeit des ehemaligen Kunst- & Kulturverein kennengelernt. Ganz unterschiedliche Veranstaltungen organisierten und führten wir zusammen durch. Wie ‚Blaue Stunden‘ mit allerlei Gesprächspartnern und Lesungen oder Ausstellungen mit musikalischer Bereicherung. Bei zig gemeinsamen Kabarett-Auftritten über Jahre hinweg, konnte Lutz mit Witz und als musikalischer Leiter überzeugen. Unvergessen sind seine witzigen Outfits und Kreativität.” Pohlers Ableben sei „ein großer Verlust für die Kulturszene in Taucha”, fährt Meier fort und fügt hinzu: „Lutz hat so viele Menschen durch seine Art begeistert. Kein Wunder, dass der Schock bei seinen Freunden, Bekannten und Fans tief sitzt. Ich werde ihn vermissen und trauere mit seiner Familie.”

Erlebtes – Eisenheinrich und die „Hälfte des Lebens“


Foto: Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich im café esprit
Eisenheinrich und die „Hälfte des Lebens“ 2013 im café esprit Taucha

Zum Musikcafé am vergangenen Freitag erlebte das Programm “Hälfte des Lebens” mit vertonter Lyrik aus fünf Jahrhunderten der Band “Eisenheinrich” seine Premiere im cafe esprit. Es war ein ganz spezieller Wunsch von KuKuta-Chef Hans-Jürgen Rüstau. Die “Hälfte des Lebens” ist ein vielfach vertontes und in zahlreiche Sprachen übersetztes Gedicht von Friedrich Hölderlin, der zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern zählt. Dabei waren aber auch Gedichte von Goethe, Heinrich Brockes, ein Schriftsteller und Dichter der frühen deutschen Aufklärung , sowie Johann Ludwig Wilhelm Müller, von dem das bekannte Gedicht “Der Lindenbaum” stammt. Jedes Gedicht wurde extra vertont, wie der Gitarrist Ivo Spacek erzählte. Da erklang z.B. der berühmte Lindenbaum “Am Brunnen vor dem Tore ..” im typischen Eisenheinrich-Sound, die Volksliedversion wurde nur kurz angespielt. Zugegeben eine eigenwillige aber auch zeitgemäße Interpretation des historischen Materials. Trotzdem der harte Eisenheinrich-Gitarrensound dominierte eindeutig die vertonte Gedichte, so sehr dass der Text dabei etwas unterging. Etwas leisere Töne, die “Eisenheinrich” ja auch perfekt beherrscht, wären da nach Ansicht des Autors dieses Artikels angebrachter gewesen.
Das Programm “Hälfte des Lebens” stammt von einer gleichnamigen im Jahre 2004 erschienenen CD der Band. Wie Ivo Spacek, der übrigens als Bassist an der Leipziger Oper beschäftigt ist, das Online-Magazin informierte, hat die Band das Programm ursprünglich mit dem bekannten Autor und Radio-Moderator Axel Thielmann (mdr Figaro) aufgeführt. Für “Eisenheinrich” war die esprit-Premiere des Programms aber “ein besonderer Höhepunkt im wunderbaren Ambiente bei tollem Publikum”, wie Spacek es einschätzte. Das Programm war praktisch in das eigentliche Eisenheinrich-Repertoire eingebaut und am Anfang und vorallem am Schluss erklangen sie noch einmal die unvergesslichen Eisenheinrich-Hits wie “Ärger”, “Kleine Lady” und natürlich das “Gänselieschen”.

Veröffentlicht am 06.04.13 auf www.taucha-online.de

Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich (*27. Juli 1954,  † 2. August 2023) war ein Leipziger Musiker, der vor allem als Frontmann der Bluesrock-Band Eisenheinrich bekannt war. Er war Sohn des Leiters des Stahlwerks Gröditz, erlernte den Beruf des Schmieds und war musikalisch in Bands wie SET und als Vorgruppe von The Sweet und Status Quo aktiv. Er starb im August 2023, und zu seinem Gedenken wurde im Januar 2024 ein Gedenkabend in Leipzig veranstaltet.

Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich kannte ich schon seit Ende der Sechziger. Meist haben wir uns zu seinen Gigs gesehen und meist ein Schwätzchen gemacht. Im Jahre 2006 trat er das erste mal im café esprit auf. Damals noch mit seinem Bassist Hans „Erbse“ Moser. In dieser Besetzung leider nur einmal, da Erbse leider verstorben war. Danach trat er im esprit mit Mario Richter am Bass und wechselnden Besetzungen auf, meist zwei bis dreimal im Jahr bis 2017. Zwölf Jahre, eine kreative und gut besuchte Zeit. Sein Tod berührte uns sehr. Wir werden Lutz Heinrich in guter Erinnerung behalten.

Erlebtes -.“Das Spiel“ mit Ingo und Sabine


An Tagen wie diesen, waren die beiden über Jahre , meist zweimal im Jahr im café Esprit und brachten die Musik der leisen Töne dem Publikum zu Gehör. Der Bassist Ingo Paul von „Four Roses“ und die Sängerin Sabine Schierwagen rockten mit eben diesen Tönen die kleine Bühne im Esprit.
Ingo der Rocker, welcher über viele Jahre die Tauchaer Rocknacht organisierte und Sabine, deren Musikinteresse bei Ulla Meinecke und bei Annett Lousian und Veronika Fischer lag, waren ein reines Kontrastprogramm zum harten Rock im Esprit. Eben „Taked It Naked“.

Sie rollten der Liebe den Roten Teppich aus…

Christine Dähn und Thomas Natschinski im café esprit Taucha

“Ei Lav Ju, Bebi” hieß das Programm mit verrückten Liebesgeschichten von Prominenten und Lovesongs, die um die Welt gingen, welches Christine Dähn und Thomas Natschinski bei einer Konzertlesung im Kulturcafe esprit vorstellten. So rollten sie am Freitag Abend der Liebe den roten Teppich aus, nicht ohne das Publikum mit einzubeziehen und nach deren ganz ganz privaten Lebensgeschichten  zu fragen. Von den Prominenten konnte man z.B. etwas erfahren über die Musikerliebe von Ed Swillms (Karat) und warum eine Frau bei einem Anruf von Frank Schöbel mit einer Einladung zu einer Tasse Kaffee erst ihren Mann fragen mußte.  Thomas Natschinski hatte dazu jeweils die passende Musik parat: “Blumen aus Eis” aus seiner 4-jährigen Zeit bei Karat und “Bye Bye Love”, einen Welthit, den auch Frank Schöbel in seinem Programm hatte.  Dann demonstrierte Christine Dähn, die vorallem durch ihre ihre 13-jährige Moderatorentätigkeit beim DDR-Jugendradio DT64 bekannt geworden ist, ihre Vielseitigkeit. So hat sie einen Leserbrief zu einer nachdenklichen Geschichte von der blauen Seifenblase verarbeitet. Nachzuhören übrigens auf ihrer aktuellen CD “Der Pianist und die Autorin”. Der Pianist ist natürlich kein geringer als Thomas Natschinski, der vorallem zu DDR-Zeiten bekannt wurde durch etliche Filmmusiken wie “Heißer Sommer” , Hits wie “Berührung” (für Gaby Rückert), “Clown sein” (für Jürgen Walter) sowie als Bandleader und Keyboarder bei diversen Bands Team 4 (“Mokka Milch Eisbar”), Brot & Salz, Karat sowie Veronika Fischer und Band (“Hast Du einen Freund”).
Natschinskis Musikerkollege Stephan Langer (Winni II) hat sich bei diesem Abend Inspirationen geholt und betonte: “Ich werde ein paar Titel von der CD “5 0 1″ in mein Programm einbauen”.  Auch von Dähns intelligenter und lustiger Art war er begeistert und urteilte: “Eine Frau mit schriftstellerischen Fähigkeiten, der man gerne zuhört”. Dazu gibt es demnächst wieder eine Möglichkeit. Beim Internetradio Rockradio.de moderiert sie am 1. November live aus „Speiches Rock & Blueskneipe“ in Berlin. Da werden ihr Claudius Dreilich und Bernd Römer von Karat Rede und Antwort stehen. Im nächsten Jahr ist die Autorin, Moderatorin und Journalistin auch wieder als Malerin zu bewundern. Vom 2. April bis 5. Mai nächsten Jahres ist im Kloster Zinna südlich von Berlin ihre Ausstellung “Farben unserer Welt” zu sehen. Darauf freut sie sich schon und an einem neuen Buch arbeitet sie auch schon. Immerhin hat ihre Ute Freudenberg Biografie “Jugendliebe” – die sie auch 2012 schon im Kulturcafé vorstellte (wir berichteten)- einen vorderen Platz in der Spiegel-Bestseller Liste erreicht. Auch die Texte von Natschinskis neuer CD “5 0 1″ stammen aus ihrer Feder. Das nennt man Vielseitigkeit. Und Thomas Natschinski ? Gemeinsam mit Christine Dähn tourt er noch mit dem Programm “Ei Lav Ju, Bebi” durch die Lande. “Aber vielleicht plane ich zu meinem 70. Geburtstag nächsten Jahres etwas” sagte der zurückhaltende Musiker dem Online-Magazin. Seine Musik ist aber wieder am 4. November im Kulturcafé zu hören, wenn Gaby Rückert mit Ingo Coster zum Traditionskonzert ins esprit kommen.
Bericht HVT. Text Matthias Kudra, Foto Reinhard Rädler

Erlebtes – Manuel Schmid „Worte sind wie Bilder“

 


Manuel Schmid der Sänger von „Stern Meißen“ im café esprit

Worte sind wie Bilder” heißt es in einem Song von Manuel Schmids aktuellem Album “Seelenparadies”, das der Stern Meissen Sänger am Freitag Abend im Kuturcafé vorstellte, gemixt mit Rockperlen aus einer längst vergangenen Zeit. Da erklangen am Jahrestag der Republik, die diese Lieder hervorgebracht und nun schon 27 Jahre nicht mehr existiert unvergessene Stücke wie “Schwanenkönig” und “Albatros” von Karat oder Elektras “Sixtinische Madonna” und “Am Abend mancher Tage” sowie “Nach Süden” und “Am Abend mancher Tage” von LIFT. Stücke, denen Schmid mit seiner einfühlsamen Stimme eine besonders warme Note verlieh. Immer wieder fiel dabei der Name Kurt Demmler († 2009), dem DDR-Rockpoeten, der Schmid seine letzten Texte vermacht hat, wie z.B. “Spiegelbild” auf seiner CD “Seelenparadies”.  Manuel Schmid, der nicht nur als Sänger sondern auch als Keyboarder überzeugte, wurde am Schlagzeug begleitet von Ekkehard Dreßler. Beide kennen sich schon lange und ihre Zusammenarbeit begann schon vor Schmids Einstieg bei der Stern Combo Meissen 2012. Übrigens war Dreßlers Vater der 1. Klavierlehrer von Franz Bartzsch, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Veronika Fischer, die ja auch schon ihre Visitenkarte im Kulturcafe abgegeben hat, und seine eigene Band 4 PS unvergessen ist. Bewusst hat Schmid bei den “Lieder aus einer längst vergangenen Zeit” – wie er sie bezeichnete – auf die großen Stern Meissen Hits wie “Kampf um den Südpol” verzichtet. “Das Soloprogramm muß schon anders sein” sagte er dazu, um nach über zwei Stunden doch noch das “Herz” aus der Pop-Ära der Band in den 80er Jahren als Zugabe auszupacken. Das Konzert wurde übrigens von Sachsens ältester Privatbrauerei “Meissner Schwerter” präsentiert.Mit Manuel Schmid sind auch Torsten Mannsfeld (Wittenberg) und Ralf Ebenhöh (Altenburg) vom Freundeskreis Stern Combo Meißen mit nach Taucha gekommen, auch Andreas Hähle, der drei Texte für die CD “Seelenparadies” beisteuerte saß im Publikum. Alle lobten die frische Mischung bei Schmids Programm. Ausdrücklich begrüßen Mannfeld und Ebenhöh das neue Konzept der Stern Combo, die Musik auf eine jüngere Generation zu übertragen. “Der Manuel passt mit seiner Stimme und seiner peppigen Art wunderbar dazu und er bringt neuen Schwung in die Band” faßten sie ihre Eindrücke zusammen. Bei der Stern Combo ersetzt Manuel Schmid heute gleich zwei Musiker: Sänger Reinhard Fißler († 2016) und Keyboarder Thomas Kurzhals († 2014). Apropos Fißler. Die Zusammenarbeit von Manuel Schmidt mit Andreas Hähle kam über ihn zu Stande, als Hähle Benefizkonzerte für den schwer an ALS erkrankten Sänger moderierte. Als Texter machte Hähle schon zu DDR-Zeiten auf sich aufmerksam, als er für die Schülerband SCHULROCK (später P16) den Hit “Bubi” schrieb und später auch für Ines Paulke (“Himmelblau”) und die Gruppe Babylon arbeitete. So schließt sich wieder der Kreis zu den “Liedern aus einer längst vergangenen Zeit”. Manuel Schmid trägt nun mit seinen Konzerten dazu bei, dass diese Lieder nicht in Vergessenheit geraten und auf die jüngere Generation übertragen werden. Ja und vielleicht schaut er bei seiner Tour mal wieder im Kulturcafe vorbei.

Konzertbericht: Matthias Kudra

 

Erlebtes – Regina Thoss im café esprit Taucha


Regina Thoss zur Tauchaer Blauen Stunde im café esprit
17.02.09 Die „Milva des Ostens“ in der „Blauen Stunde“

Zur „Blauen Stunde“ des Tauchaer Kulturvereins gab es diesmal gleich drei Premieren: Der showerfahrene MDR-Moderator Roman Knoblauch traf im ausverkauften Café Esprit zum ersten Mal livehaftig auf Schlager-Ikone Regina Thoss. Die wiederum war das erste Mal in Taucha, obwohl sie, wie sie selbst sagte, in ihrem fast 43jährigen Bühnenleben die DDR hoch und runter und rundherum bereist hat. Außerdem zeichnete „Leipzig Fernsehen“ die gesamte Talkrunde auf und wird sie unter dem Sendetitel „Roman Knoblauch im Gespräch mit Regina Thoss“ am Samstag, 20 Uhr und Sonntag, 18 Uhr senden.
Es wurde ein runder, bunter und stimmungsvoller Abend. Schon nach einer Viertelstunde stimmten die Gäste gemeinsam mit Regina Thoss „Jetzt gang i ans Brünnele“ und „Es waren zwei Königskinder“ an. Eigentlich gab es da noch eine vierte Premiere: Roman Knoblauch war das erste Mal sprachlos, denn diese Titel und auch „Es hängt ein Pferdehalfter an der Wand“ gehörten offensichtlich nicht zu seinen musikalischen Favoriten.
Die in Zwickau geborene Sängerin überspielte das mit einem herzlichen Lachen, das die Gäste den ganzen Abend über immer wieder förmlich ansteckte. „Ich habe auch in den schweren Jahren nach der Wende das Lachen nicht verlernt. Das hat mir über viele Schwierigkeiten hinweg geholfen.“, sagt sie. Es kamen für die erfolgsverwöhnte Preisträgerin etlicher Festivals schwere Jahre. „Die Veranstalter und die Medien behandelten uns stiefmütterlich.“, war ihr Resümee zur Nachwendezeit. Zum Glück hatte sie auf Kreuzfahrtschiffen, auf denen sie auch schon zu DDR-Zeiten gastieren durfte, noch Auftrittsmöglichkeiten.
Wie es ihr in dieser Zeit ergangen ist, erzählt sie, gespickt mit vielen Episoden und Fotos aus ihrem Alltag im DDR-Showgeschäft, auch in ihrem Buch „Am Ende zählt nur die Liebe – Meine Erinnerungen“. „Das Buch ist übrigens eine Herzensangelegenheit von mir, denn ich musste etliche Gerüchte ausräumen, die über mich in schlecht recherchierten Meldungen verbreitet wurden. Dagegen hab ich auch geklagt und Recht bekommen“, sagte Regina Thoss. Was treibt eine gestandene Künstlerin nach so vielen musikalischen Erfolgsjahren noch immer auf die Bühne? „Ich bin mit Leib und Seele in meinem Beruf und ich merke immer wieder, dass die Menschen hier das Bedürfnis haben, ihre Stars mit denen sie aufgewachsen sind, hautnah zu erleben. Ich kann da nicht auf die Erfolge von Gestern aufbauen, das Publikum hat ein Recht auf ehrliche Arbeit und diese Erwartungshaltung möchte ich ständig erfüllen. Ich glaube das merken die Leute auch und danken es mir“, bringt es die sympathische Sängerin auf den Punkt.
Wegen ihrer Stimme und ihrer Ausstrahlung und nicht zuletzt wegen ihrer roten Haare wird sie oft die „Milva des Ostens“ genannt. Ihr ist sie allerdings noch nie begegnet. Natürlich hatte sie auch in Taucha den Erfolgstitel „Zusammenleben“ der italienischen Sängerin in ihrem Repertoire.
Regina Thoss absolvierte eine Gesangs- und Klavierausbildung am Robert-Schumann-Konservatorium in Zwickau. Heinz Quermann entdeckte die Oberschülerin mit 16 Jahren in Sömmerda in der Sendung „Herzklopfen kostenlos“. Der große Durchbruch gelang ihr dann mit der Teilnahme am Schlagerfestival der Ostseeländer 1966 in Rostock, bei dem sie als 20-jährige mit dem Titel ‚Die erste Nacht am Meer‘ siegte. Bis heute hat sie mittlerweile mehr als 200 Titel produziert. Ihr erster Auftritt im „Kessel Buntes“ war übrigens 1975.
Wie sie zur „Blauen Stunde“ einige ihrer Erfolgstitel sang, merkte man ihr die gründliche Gesangsbildung an. „Stimmunterricht ist schon wichtig, denn das, was heute oftmals durch denn Äther geht, ist eigentlich nur Fast Food. Da zählt leider nur die Einschaltquote.“, so die Kennerin der Materie zu den Casting-Shows. Die Sieger seien sehr schnell weg vom Fenster. Ihr aber ist es gelungen, ihre Zuschauer mehr als 40 Jahre zu begeistern. Mit ihrer offenen, freundlichen und humorvollen Art und natürlich mit ihrer schönen Stimme hat sie das Publikum in ihren Bann gezogen und allen zwei schöne „Blaue Stunden“ beschert.
Bericht IVT. Text und Fotos: Reinhard Rädler

Die letzte „Blaue Stunde“ im café esprit

Über zwölf Jahre hatte der Kunst-und Kultur Verein Taucha mit seinem Vorsitzenden und Betreiber des Kulturcafé esprit Jürgen Rüstau viele Kulturhöhepunkte organisiert, so auch in der Veranstaltungsreihe „Tauchaer Blaue Stunde“ bekannte Persönlichkeiten aus Kultur und Politik in das Tauchaer Kulturcafé eingeladen. Bedingt durch die Schließung des Cafés aus Altersgründen wurde noch einmal über die vielen Blauen Stunden und ihre Gäste gesprochen. Moderiert wurden die Veranstaltungen meist von Tobias Meier und Roman Knoblauch. Immer waren die Veranstaltungen ausgebucht.


Bürgermeister Tobias Meier und Jürgen Rüstau führen durch die allerletzte Tauchaer Blaue Stunde
Live Musik an diesem Abend Stephan Langner (ehemals WINNI 2)und dem Zauberer Markus Teubert

Erlebtes – Veronika Fischer zur Tauchaer Blauen Sunde im café esprit

Erinnert ihr euch? „Veranstaltungssplitter“

Die Sängerin Veronika Fischer zu Gast bei „Blauer Stunde“ des Kunst- und Kulturvereins Taucha –
Veronika Fischer plaudert mit Tobias Meier über Komponisten, Ost und West und über das Singen. Die 23. Tauchaer Blaue Stunde des Kunst- und Kulturvereins (Kukuta) am Dienstagabend war eine ganz besondere. Das gleich in mehrfacher Hinsicht: Innerhalb eines Tages nach Bekanntgabe des Termins waren alle Plätze im Café Esprit ausgebucht. Auf den Tischen lagen zudem Zettel, die Zuschauer hatten so die Möglichkeit, ihre Fragen an den Gast zu stellen und machten auch Gebrauch davon. Kein Wunder, zu Gast war mit Veronika Fischer eine der erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerinnen, die im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum und ihren 60. Geburtstag feiern kann. Für die „Vroni“ war es wohl der kleinste Auftrittsort ihrer Karriere. Aber ausdrücklich lobte sie die gemütliche Atmosphäre: „Da kann man so richtig relaxen“
Moderator Tobias Meier versuchte einen Spannungsbogen angefangen von der Kindheit der Künstlerin bis in die heutige Zeit nachzuzeichnen, was ihm weitestgehend auch gelang. Begonnen hatte für Veronika Fischer, die aus einer sehr musikalischen thüringischen Handwerkerfamilie stammt, alles in Dresden, wo sie mit 17 ein Studium an der Musikhochschule Carl Maria von Weber aufnahm. Nachdem sie dort ihre Solistenprüfung bestanden hatte, trat sie mit der Fred-Herfter-Combo auf. „Dann standen plötzlich alle Bands vor der Türe und wollten mich abwerben“, aber gelandet sei sie schließlich bei der Stern-Combo Meissen. Mit „Panta Rhei“ fing dann nach ihren Worten der Ernst des Lebens an und sie hatte mit „Nachts“ ihren ersten Hit. In dieser Zeit begann auch ihre sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Franz Bartzsch, der dann in ihrer ersten eigenen Gruppe „Veronika Fischer & Band“ für die meisten Kompositionen und Arrangements verantwortlich war. „Eine geniale Zeit“, sagte sie rückblickend. Als Franz Bartzsch dann 1980 nach einem Auftritt in West-Berlin im Westen blieb, wurden ihre Auftritte im Osten immer weniger und ihr blieb nichts anderes übrig, als selbst diesen Weg zu gehen, zumal ihr ungarischer Mann Laszlo Kleber und ihr Sohn bereits im Westen waren. Mit einem West-Berlin Visum ausgestattet hatte sie noch ein paar Auftritte in der DDR und blieb dann im Westen. „Aber bereut habe ich es nicht“, sagte Fischer.
„Im Westen war der internationale Markt, als nationaler Künstler war man da nur das zweite Rad am Wagen“ begründete sie, warum sie im Westen nicht unmittelbar an ihren Ost-Erfolg anknüpfen konnte. Trotzdem hat sie einige Alben produziert und nahm 1983 sogar an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil. „Aber da ging es nicht um den 1. Platz, sondern darum, Platten zu verkaufen“, erzählte sie, was ihr auch gelungen sei. Dann kurz nach der Maueröffnung hatte sie in der „Showkolade“ einen unvergessenen Auftritt im DDR-Fernsehen. Nach der Wende lief dann alles wunderbar für „die Vroni“. Sie spielte in großen Häusern mit mindestens 3000 Leuten. Mit welchen Komponisten und Textern sie am liebsten zusammen gearbeitet hatte, wollte Tobias Meier abschließend wissen. Da fielen Namen wie natürlich Franz Bartzsch, aber auch Kurt Demmler, Andreas Bicking, Gerulf Panach und Gisela Steineckert. Musikalisch umrahmten Matthias Voigt und Erik Heyner mit einigen Liedern aus „Vronis“ Zeit die Veranstaltung.
Für die vorwiegend weiblichen Zuschauer war es ein interessanter Abend, ihre „Vroni“ mal so hautnah erleben zu können und doch hatten sie ein wenig vermisst, dass Fischer nicht doch einmal ein paar Texte wenigstens angesungen hat. Die Sängerin sagte dazu „Vom Band singe ich nicht“ – und natürlich war im ausgebuchten Esprit kein Platz mehr für einen Pianisten.

veröffentlicht in der LVZ vom 23.09.10,

Erlebtes – als das café esprit noch existierte ging im und auch davor zum Ancient Trance Festival die Post ab

Zum Ancient Trance Festival war bei uns auch immer der Teufel los. Die kleine Band „Helmet Duty“ heizte über den Abend und in der Nacht ganz schön ein. Es wurde im und vor dem Café ausgelassen getanzt und gefeiert. Das lustige daran war, die Band ist aus Leipzig mit öffentlichen Verkehrsmitteln angereist, nebst dem großen Bass. Das war ein Gaudi.

Erlebtes – Künzel Festspiele im café esprit

Künzel Festspiele im esprit

Die Familie Künzel, sehr gern gesehene Gäste im ehemaligen café esprit in Taucha. Dankeschön Ihr Lieben.
Sehr gern gesehen Gäste waren im café esprit die gesamte Familie Künzel. Bei vielen Veranstaltungen gab Harry Künzel den Ton an. In den zwölf Jahren hat er weit über 30 Konzerte in seiner charmanten Art gegeben. Auch Tobias Künzel war des Öfteren Gast im esprit, so auch mit der Kabarettistin Katrin Weber. Schließlich der in diesem Jahr leider verstorbene Musiker und Kabarettist Lutz Künzel (die musikalische Seele von Leipzig) trat regelmäßig im esprit mit seiner Tochter Laura Röhniß auf. Schöner musikalischer Reigen mit der gesamten Familie Künzel im café esprit. Dankeschön für Eure Auftritte.


Altmeister Harry Künzel in Aktion

Mike Kilian (Rockhaus),Roman Knoblauch (Radio Leipzig) und Tobias Künzel (Prinzen)

Harry Künzel

Zum Geburtstag von Harry Künzel mit Jürgen Rüstau und Bürgermeister Tobias Meier

Tobias Künzel mit Katrin Weber

Tobias Künzel, Katrin Weber, Tobias Meier und Jürgen Rüstau

Lutz Künzel und Tochter Laura Röhniß

Lutz Künzel (leider in diesem Jahr verstorben aber er ist mit seinen Songs immer unter uns)


Der Vollblutmusiker Harry Künzel war über die zwölf Jahre café esprit immer auf der kleinen Bühne präsent und bereitete seinen Fans viel Freude.