{"id":61,"date":"2025-03-06T20:10:32","date_gmt":"2025-03-06T19:10:32","guid":{"rendered":"http:\/\/wortgarage.de\/blog\/?p=61"},"modified":"2025-07-22T13:08:25","modified_gmt":"2025-07-22T11:08:25","slug":"die-sturmsohlen-connection","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/2025\/03\/06\/die-sturmsohlen-connection\/","title":{"rendered":"Anka und die Strumpfsohlen Connection"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-60\" src=\"http:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741287957554.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"324\" srcset=\"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741287957554.jpg 720w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741287957554-300x135.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/p>\n<p>Es war Samstag Morgen. Ich holte Anka zu Hause ab. Was machen wir heute, fragte Anka auch gleich ungeduldig und neugierig?<br \/>\nEinen Moment noch. Ihr kennt ja Anka noch gar nicht? Was m\u00fcsst ihr \u00fcber Anka wissen, noch ehe ich mit ihr auf eine Fahrt in die bl\u00fchende wundersch\u00f6ne  D\u00fcbener Heide gehe.<br \/>\nJa, Anka, sie  ist meine Muse, meine Liebe und mein Hafen zu dem ich immer wieder zur\u00fcck kehre. Sie ist mein Leben&#8230;<\/p>\n<p>Mein Blick hat sich an dir festgesogen<br \/>\nKann nicht mehr wegschauen<br \/>\nStehe wie unter Drogen.<br \/>\nSchaue wie verzaubert in dein Gesicht<br \/>\nGedanken Blitze verwirren.<br \/>\nDu bist die Muse f\u00fcr mein neues Gedicht.<br \/>\nDieses Gedicht, das handelt von dir.<br \/>\nTr\u00e4ume der Liebe wandeln vom ich zum wir.<br \/>\nAugen haben sich ineinander fest gekrallt.<br \/>\nLiebes,<br \/>\nmit dir w\u00fcrde ich gern gemeinsam alt.<\/p>\n<p>So viel zu Anka. Was ihr noch wissen solltet, sie liebt Kekse und Kuchen \u00fcber alles und das bei einer kompakten K\u00f6rpermasse von knapp \u00fcber vierzig Kilogramm. Also, Kekse und Kuchen tun dem Kr\u00fcmelmonster \u00fcberhaupt nichts an.<br \/>\nIch schaute ihr in ihre gro\u00dfen Augen und sagte, wir fahren in die Heide. Sie schaute mich ungl\u00e4ubig an. Du meinst wir fahren zu Heidi, kenne ich die? Nein Anka, kennst du noch nicht aber wir fahren in die Heide. Das ist ein Natur Gebiet rund um Bad D\u00fcben und das hei\u00dft so weil dort die Heide von August bis September bl\u00fcht und diese Pflanzen werden vielfach auch Erika genannt. Jetzt schaute sie mich noch d\u00fcmmlicher an. Sie hielt nur einen Moment inne, dann schoss es aus ihr heraus. Lachend sagte sie, du kennst ja doch eine Menge Frauen. Heidi und Erika und ihr Lachen schien unendlich das ganze Auto zu beschallen.<br \/>\nDie Fahrt ging los.<br \/>\nWir verlie\u00dfen gut gelaunt die Stadt in Richtung Bad D\u00fcben. Als wir die W\u00e4lder erreichten, sagte ich zu Anka, hier beginnt schon die Heide.<br \/>\nSo schnell ist die Zeit vergangen und wir sind schon in dieser Heide, stellte Anka fest.<br \/>\nAls wir diesen malerischen Heide Ort erreichten, hielt ich bei einer B\u00e4ckerei an. Ich hole uns etwas Proviant, sagte ich zu Anka und verschwand im Laden. Sie wartete ungeduldig im Auto auf meine R\u00fcckkehr. Mit einem gro\u00dfen Packet kam ich zu ihr zur\u00fcck. Was hast du da f\u00fcr uns eingekauft, fragte Anka auch gleich. Ich sagte, alles f\u00fcr mich und grinste. Sie fand das nicht zum Lachen.<br \/>\nIch habe mir eine Erinnerung an meine Kindheit gekauft und legte ein s\u00fc\u00dfes Teil auf das Armaturenbrett vom Auto. Sie staunte und fragte was das sei. Das sind Strumpfsohlen, sagte ich ihr. Anka staunte wortlos, dann fragte sie, warum hei\u00dfen die Strumpfsohlen? Erinnerst du dich, als du bei mir im Wohnzimmer gelaufen bist und L\u00f6cher in den Str\u00fcmpfen hattest?<br \/>\nOh, das war mir aber so etwas von peinlich, sagte Anka schnell und wurde puderrot im Gesicht.<br \/>\nSiehst du, die gleichen Gedanken hatte der Heide B\u00e4cker vor sehr vielen Jahren.<br \/>\nWoher wusste er von den L\u00f6chern in meinem Str\u00fcmpfen? Anka schaute mich unsicher an.<br \/>\nEr wusste es nat\u00fcrlich nicht aber er hatte die gleichen Erfahrungen gemacht und wie die Str\u00fcmpfe aussahen stellte er seine Geb\u00e4ckst\u00fccke her, ein Backwerk aus Hefeteig mit viel Streuseln und viel Puderzucker. Auf den Boden legte er Pflaumen aus und so sah es dann aus wie eine Sohle mit L\u00f6chern. Die Strumpfsohle war geboren und wurde auch unter diesen Namen verkauft.<br \/>\nUnd diese lag nun bei uns auf dem Armaturenbrett. Andere sagten, sie seien vor langer Zeit zu Ehren der heiligen Hedwig, deren Grab im Rahmen einer Wallfahrt besucht wurde. Daher sind sie auch als \u201eHedwigsohlen\u201c bekannt.<br \/>\nDie heilige Hedwig war Herzogin von Schlesien, half den Armen und lief das ganze Jahr barfu\u00df. Noch eine Frau, st\u00f6hnte Anka und verdrehte die Augen. Ich musste lachen und Anka stimmte mit ein.<br \/>\nBevor wir die Heide erreichten legten wir an der Burg D\u00fcben einen Zwischenstopp ein. Sie erhebt sich auf einen kleinen H\u00fcgel rechts der Mulde direkt an deren Ufer. Jetzt beherbergt sie ein Landschaftsmuseum und dokumentiert das Leben von Hans Kohlhase, einem rebellischen Kaufmann.<br \/>\nAnka war pl\u00f6tzlich ganz aufgeregt. Die Mulde, die kenne ich, auf der sind wir einmal mit dem Schlauchboot geschiffert.<br \/>\nJa, ich wei\u00df. Wir sind damals von Leisnig nach Grimma, mit dem Schlauchboot gefahren. Es war ganz sch\u00f6n lustig und es war sehr wenig Wasser in der Mulde. Wir mussten einige Male das Boot anschieben. Vierzehn Tage sp\u00e4ter war es soviel Wasser das der Fluss \u00fcber die Ufer trat, wahnsinnig viele Sch\u00e4den anrichten und viel Leid \u00fcber die Anwohner brachte.<br \/>\nJa, ich erinnere mich, sagte Anka. Wir machten auch ein Picknick am Ufer und \u00fcbernachteten in einer Jugendherberge am Rande der Mulde. Da ging sogar noch ein Bild von Erich Honecker und das viele Jahre nach der Wende.<br \/>\nFein gemerkt, sagte ich und war stolz auf die Kleene. Das war aber auch wirklich eine sch\u00f6ne Tour. Genau wie heute, dachte ich.<br \/>\nAnka schielte aber ungeniert auf die leckeren Strumpfsohlen. Wann essen wir die endlich, fragte sie und als Antwort knurrte laut mein Magen.<br \/>\nKurze Zeit sp\u00e4ter hielt jeder ein solches Backwerk in der Hand und wir bissen in das uns anlachende s\u00fc\u00dfe Teil. Anka hatte den ganzen Puderzucker \u00fcber das Gesicht verteilt und sah so noch s\u00fc\u00dfer aus als sonst.<br \/>\nNun gest\u00e4rkt ging es auf in die Heide.<br \/>\nAnka und die Heide, gepaart mit Strumpfsohlen, eine nicht zu toppende Alternative, eine wahrlich Strumpfsohlen Connection.<\/p>\n<p>\u00a9 J\u00fcrgen R\u00fcstau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war Samstag Morgen. Ich holte Anka zu Hause ab. Was machen wir heute, fragte Anka auch gleich ungeduldig und neugierig? Einen Moment noch. Ihr kennt ja Anka noch gar nicht? Was m\u00fcsst ihr \u00fcber Anka wissen, noch ehe ich mit ihr auf eine Fahrt in die bl\u00fchende wundersch\u00f6ne D\u00fcbener Heide gehe. 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