{"id":379,"date":"2025-03-12T10:43:33","date_gmt":"2025-03-12T09:43:33","guid":{"rendered":"http:\/\/wortgarage.de\/blog\/?p=379"},"modified":"2025-03-17T11:54:10","modified_gmt":"2025-03-17T10:54:10","slug":"379","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/2025\/03\/12\/379\/","title":{"rendered":"Unter etwaigen und wahnsinnigen Umst\u00e4nden \u2013 Neben der Zeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-380\" src=\"http:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158.jpg\" alt=\"\" width=\"810\" height=\"802\" srcset=\"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158.jpg 810w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158-300x297.jpg 300w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158-150x150.jpg 150w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158-768x760.jpg 768w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/FB_IMG_1741772427158-61x60.jpg 61w\" sizes=\"auto, (max-width: 810px) 100vw, 810px\" \/><\/p>\n<p><strong>Eine phantastische Reise mit mir, zu mir selbst\u201c<\/strong><\/p>\n<p><em>1.Die Vorbereitung<\/em><\/p>\n<p>Wenn einer eine Reise macht, dann hat er viel zu erz\u00e4hlen. Oder auch nicht. Wie war das denn nun mit meinen eigenen Erlebnissen zu mir selbst? Auch da hat man zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Nur nicht so intensiv, .<\/p>\n<p>Oder?<\/p>\n<p>Ich bin nun einmal ein Tr\u00e4umer und ein Geschichtenerz\u00e4hler, aber ich w\u00fcrde mich doch niemals selbst bel\u00fcgen, h\u00f6chstens nur ein ganz klein wenig. Einverstanden? Ihr glaubt mir doch?<\/p>\n<p>Das m\u00fcsst ihr mir einfach mal glauben, dazu ben\u00f6tige ich euren Vertrauensvorschuss.<\/p>\n<p>Einer meiner Lieblingsdichter, der gro\u00dfe Honore de Balzac, hat schon immer in mir den Traum erfasst, seine letzte Ruhest\u00e4tte zu besuchen und vielleicht noch etwas mehr in seinem Paris zu erleben<\/p>\n<p>Ich wollte in Erfahrung bringen, zeigen sich da etwaige Parallelen zu meinem eigenen Leben.<\/p>\n<p>Die 70 habe ich erreicht \u2013 ich brauche dieses Erlebnis und d\u00fcrste danach, obwohl ich nicht auf grelle und bunte Jogginganz\u00fcge stehe! Ich begebe mich also auf die Reise, um eine neue Erfahrung zu machen. Gibt es da vielleicht kleine Parallelen? Man wird sehen, obwohl ich nicht auf Jogginganz\u00fcge stehe. Ich bin da jetzt au\u00dfen ganz vor.<\/p>\n<p>Man kann zu und vor seiner Zeit, in seine Zeit und auch nach neben seiner Zeit, reisen. Kommt auf den Versuch an. Also begab ich mich auf eine Reise neben meiner Zeit!<\/p>\n<p>Erlebnis in ersterer Form und einfach wundersch\u00f6n!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Neben der Zeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal stehe ich vor Dingen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">welche ich schon mal gesehen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Tagtr\u00e4ume in Erinnerungen schwingen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Leben im Voraus geschehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal komme ich zu Orten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">nie dort gewesen, doch erlebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Erinnereungen in den sch\u00f6nsten Worten,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ein Herz welches zeitlos schwebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal stehe ich im Leben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">irgendwo in einer anderen Zeit,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Gl\u00fccksmomente zu erstreben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Leben ohne Trist und Einsamkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal geht dann meine Reise<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">in ein nicht gekanntes Land der Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Planlos f\u00fchren meine Lebensgleise,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">ber\u00fchren von der Zeit vergessene R\u00e4ume.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manchmal m\u00f6chte ich einfach bleiben<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">auf den Spuren neben meiner Zeit,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">mich an deiner Seele reiben,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">zeitlos in Unendlichkeit.<\/p>\n<p>Geht es Euch eigentlich \u00e4hnlich? Habt Ihr solche Situationen auch schon durchlebt? Wer viel Phantasie hst, der hat doch mehr vom Leben, steht v\u00f6llig \u00fcber den Dingen.<\/p>\n<p>Ich war zu Besuch bei meinen Kindern in Bremen, hatte nicht so viele Kleidung mit genommen und sage doch zu meiner Schwiegertochter: \u201eMeine Kleidung ist irgendwie alles verschmutzt und ich besitze in Bremen nur noch einen Set saubere \u201eAnziehsachen\u201c und ich habe da letztens in Paris einen Jogginganzug gesehen, der mich begeistert hatte. So richtig grell und bunt. Gesagt, getan. Ich, wegen eines solchen \u201eKleidungsst\u00fcckes\u201c auf dem Weg nach Paris.Das war dann die Quelle allen \u00dcbels. Nur muss ich dazu sagen: Ich trage zur allergr\u00f6\u00dften Not einmal eine solche Hose, solcher Kleidung innerhalb meiner eigenen vier W\u00e4nde. Keinen Meter au\u00dferhalb meiner Wohnung.<\/p>\n<p>Geht gar nicht. Da halte ich es lieber mit den Worten des gro\u00dfen Carl Lagerfeld. Wer Joggingsachen tr\u00e4gt, hat die Kontrolle \u00fcber sein Leben v\u00f6llig verloren. Recht hatte er, der gro\u00dfe Carl.<\/p>\n<p>Also, kann ich dies doch nur getr\u00e4umt habe! Denn so etwas derartig h\u00e4ssliches kann es nicht real geben und schon gar nicht in \u201emeinem modischen Paris\u201c.<\/p>\n<p>J\u00fcrg aufwachen! Hier wird etwas sehr, sehr peinlich, ich glaube auch , f\u00fcr meine Schwiegertochter, f\u00fcr mich und nat\u00fcrlich f\u00fcr uns Beide!<\/p>\n<p>Also Paris, Wir kommen!, aber gerade haben sich die Fahrtgr\u00fcnde ge\u00e4ndert.!<\/p>\n<p>Dies sollte ein Fahrt werden, die ihres gleichen sucht. In der K\u00fcrze wie auch in der Intensit\u00e4t.<\/p>\n<p>Ich wollte mit meinem besten und engsten Freund Ibot, wie wir es uns schon seit der Oberstufe vorgenommen hatten. Wir also auf zu unserm Wunschziel, nach Paris, unseren Faden einfach weiter gesponnen, hatten einen Schlachtplan aufgearbeitet. Lebensl\u00e4ufe gew\u00e4lzt und Fremdenf\u00fchrer studiert. Vorbereitet wie die kleinen G\u00f6tter, ich bin J\u00fcrg und mein Intimus Ibotist mit an Bord.<\/p>\n<p>Wir waren wie aufgezogene Kinder auf den Weg die Welt zu erkunden, ausgelassen schmetterten wir eine Operettenmelodie, so wie ich es doch schon so oft mit der gro\u00dfen Mira getan habe, eine nach der anderen. Lauthals und ohne tieferen Sinn, wie\u201eJa , das Studium der Weiber ist schwer&#8230;\u201c Aber irgendwann war dann der Kopf leer und Experten waren wir gleich gar nicht. Und \u00e4u\u00dferst Dabei hatten wir die Grenze nach Belgien l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Waren bei bester Laune und kamen immer mehr in die richtige Stimmung. Hervorragend . Die Zeit verging im Sauseschritt, also ich, so schnell wie ich kann Schnell die \u00fcberall hell erleuchtete Autobahn durch fahren. Die franz\u00f6sische Grenze in Sicht.<\/p>\n<p>Die Fahrzeit ging auf die neun Stunden zu und unsere Stimmung war perfekt und wir mussten uns erst wieder an unseren Anlass erinnern. Verdun kam in Sichtweite.<\/p>\n<p>Einfach sch\u00f6n und \u00e4u\u00dferst geschichtstr\u00e4chtig. Der Geschichtsunterricht lief in Endlosschleife an mir vorbei und wir testeten uns gegenseitig mit historischen Daten!<\/p>\n<p>Wir waren gut!<\/p>\n<p>Aber noch lange nicht so gut wie das Original und dem kamen wir immer n\u00e4her, sozusagen zum Anfassen nah.<\/p>\n<p>Der Hunger plagte uns nun schon langsam und es f\u00fchlte sich an wie kr\u00e4ftige Schl\u00e4ge in die Magengrube.<\/p>\n<p>An der Casa Roma vorbei und der Eiffelturm waren schon in Sichtweise. Es wurde langsam so richtig interessant.<\/p>\n<p>Am Parkplatz \u201ede la Rapete\u201c stellten wir unser Auto ab. Nat\u00fcrlich standesbewusst hatten wir einen Franzosen. Am besten einen total zerbeulten, denn er w\u00fcrde es in Paris nicht anders bleiben. Ein- und ausparken mit der gez\u00fcckten Sto\u00dfstange. Jeder sieht so aus, man f\u00e4llt nicht auf. Ein Auto ist nicht wie in Deutschland ein Statussymbol, es ist zum gebrauchen da, und dazu geh\u00f6rt die Stange zum Sto\u00dfen und die wird \u00fcberall eingesetzt. Sonst hat man mit Parken in Paris keine Chance.<\/p>\n<p><em>2. Fr\u00fchst\u00fcck und eine Menge mehr im \u201eCaf\u00e9 fein Ost\u201c &#8211; Ich und Paris, eine g\u00f6ttliche Kom\u00f6die<\/em><\/p>\n<p>Wo gibt es nun das beste Fr\u00fchst\u00fcck in Paris? Von Freunden habe ich geh\u00f6rt, ganz ausgezeichnet speist man und auch Frau im \u201eCaf\u00e9 fein Ost\u201c. Ja, lecker, sehr lecker! So kann man alle Mahlzeiten genie\u00dfen, denn ge\u00f6ffnet ist bis 1.30 Uhr. Leckere Sandwich aller Sorten bestimmen das gro\u00dfe Angebot.<\/p>\n<p>HUNGER!!<\/p>\n<p>Alles was ich in den Auslagen gesehen habe sieht sehr verlockend und lecker aus und hat ein perfektes Abonnement f\u00fcr die eigene Figur und zwar bis nachts die kleinen M\u00e4nnlein im Schlaf erscheinen und die N\u00e4the an unseren Sachen viel enger machten und man sozusagen aus allen N\u00e4then platzt.<\/p>\n<p>Davor, auf der Stra\u00dfe Platz zu nehmen, entspannen und ohne Ende schlemmen.Vergesswen sind die kleinen b\u00f6sen und hinterlistigen M\u00e4nnlein aus dem Schlaf. Jetzt geht es hier so richtig zur Sache.<\/p>\n<p>Nach der langen Fahrt tat das sehr gut. Indem ich meine F\u00fc\u00dfe ganz lang ausstreckte, \u201espielte ich eine Runde, Pariser\u201c fallen lassen!<\/p>\n<p>Ich habe mich aber bei den Gefallenen entschuldigt, wei\u00df nur nicht ob er es auch wirklich verstanden hat.<\/p>\n<p>Also zum Fr\u00fchst\u00fcck selbst. Ich z\u00e4hle mal auf, aber die Reihenfolge kann ich nicht wirklich garantieren. Zuerst einen und noch einen wunderbaren Milchcaf\u00e9 und einem Sanwich. Weiter gings es mit einem \u201eLangen Pierre\u201c, das ist ein langes Brot mit Schinken und drei Spiegeleiern mit Salat, eine Suggestion French Onion Soup, Tadin Tart.<\/p>\n<p>Und nun zum s\u00fc\u00dfen Teil: Vanilla Creme Br\u00fclee und andere s\u00fc\u00dfe Leckereien und zum Abschluss ganz traditionell ein Quiche. Dabei festgestellt, Pais ist lecker und verf\u00fchrerrich.<\/p>\n<p>So, dass sollte erst einmal reichen.<\/p>\n<p>Ich glaube, ich hatte eine extreme Magenerweiterung und diese brauchte noch zwei Milchcaf\u00e9 und eine l\u00e4ngere Ruhepause in den Anlagen vor dem Louvre.<\/p>\n<p>Eigentlich ging nix mehr aber wir hatten noch drei bis vier Tagesziele denn Ibot wollte noch weiter \u00fcber den Kanal nach Britannien. F\u00fcr alle weiteren Dinge hatte ich noch Zeit und ich hatte das Gef\u00fchl , es wird sich noch etwas ergeben. Das Schicksal spielte Zufall, oder etwa ander Wir waren jetzt im Zentrum unseres Ziels. Nachdem wir uns k\u00f6rperlich \u00fcbers\u00e4ttigt hatten, war es jetzt Zeit f\u00fcr die kulturelle S\u00e4ttigung.<\/p>\n<p>Es war schlie\u00dflich das wichtigste Anliegen unseres Paris Trip, die Jagd nach meinen grellen, bunten Jogginganzug. Ich war gespannt auf das \u00c4u\u00dferste und sah mich schon mit diesem edlen Teil durch die Stra\u00dfen von Leipzig flanieren.Das glaubt mir keiner, nicht einmal Rainer, wer immer das ist.<\/p>\n<p>Ihr auch?<\/p>\n<p>Aber erst einmal rein in den Louvre, dort, wo auch das franz\u00f6sische Kunstmuseum beheimatet ist, eine fr\u00fchere Residenz franz\u00f6sischer K\u00f6nige, als Teil des Pariser Stadtschlosses. Hier ist es zwischen den Seine Ufern eingebettet. Durch die gl\u00e4serne Eingangspyramide kommt man zu den Ausstellungen.<\/p>\n<p>Das spannende f\u00fcr mich, und was macht Mona Lisa? Wird sie l\u00e4cheln?<\/p>\n<p>Sie l\u00e4chelt ununterbrochen!<\/p>\n<p>Von dem Fr\u00fchst\u00fcck noch immer geschafft, l\u00e4chle ich einfach zur\u00fcck. Wir drei sind gl\u00fccklich. Danke Mona Lisa, das war es wert!<\/p>\n<p>Ehe sich Ibot verabschiedet wollten wir noch die Grabstelle von Honore de Balzac besuchen und einen sch\u00f6nen, sonnigen Nachmittag verbringen. Vom Louvre ist es nicht allzu weit bis zum gr\u00f6\u00dften Friedhof von Paris.<\/p>\n<p>3. Der gr\u00f6\u00dfte Friedhof von Paris, ein Park \u00e4hnliches, kunsthistorisches Ensemble<\/p>\n<p>Gott sei Dank gab es hier auch nicht den gesuchten Jogginganzug, ihr wisst, grell und bunt. Daf\u00fcr eine \u00fcber laufende Blumenpracht, welche auch die Augen beruhigte.<\/p>\n<p>Alte Friedh\u00f6fe und Kirchen wecken in mir eine Magie und beruhigen auf jedem Fall auch mein Nervenkost\u00fcm.<\/p>\n<p>Ich liebe es, mich dort aufzuhalten und zur ersehnten Ruhe zu kommen.<\/p>\n<p>Wer an Ber\u00fchmtheiten und deren Ableben historisches Interesse zeigt, ist auf diesem Friedhof, dieser Oase der Ruhe vollkommen richtig. Der gr\u00f6\u00dfte Friedhof ist der P\u00e9re Lachaise in Paris. Er ist bis 18 Uhr ge\u00f6ffnet. Hatte leider keinen Souvenirshop f\u00fcr ausgefallene Jogginganz\u00fcge. Aber bunt ist es hier allemal, mit einer Pracht von Blumen in allen Farben. Er ist auch mit der Fl\u00e4che von 45 ha der gr\u00f6\u00dfte der Pariser Friedh\u00f6fe und zugleich der erste Parkfriedhof. Schon alleine ein Radrundweg hat die stolze L\u00e4nge von 5,6 Kilometer. Das zeigt dem Besucher schon die Ausma\u00dfe dieser Anlage. Bestattet sind hier unter anderem Oscar Wilde, Chopin, Jim Morrison und schlie\u00dflich auch die letzte Ruhest\u00e4tte von Honore de Balzac.<\/p>\n<p>Benannt wurde dieser beeindruckende Friedhof nach Peter Francois d\u00b4Aix, auf dessen Garten der Friedhof errichtet wurde. Die Grabst\u00e4tte von Balzcac ist so gestaltet, als ist der Meister unter der Grabplatte verschwunden und hat seine Arbeitsmaterialien alle liegen lassen. Man f\u00fchlt sich sofort wie in einer Schreib -und Denkstube und l\u00e4sst sich irgendwo nieder und harrt der Dinge welche kommen werden. Ich habe sehr nachdenkliche Zeit verbracht. In so viel Gr\u00fcn gehen einem einfach die Gedanken auf, f\u00fcr eine gr\u00fcne Lebensweise. Wenn man beachtet, wie viele N\u00e4hrstoffe ein einziger Leichnam an einem Baum abgibt, kann sich jeder ausrechnen in welchen Mengen eine N\u00e4hrstoffabgabe neues und erhaltenes Gr\u00fcn erzeugt, denn sirbt ein Mensch, setzt er Stickstoff frei. Ein durchschnittlicher Amerikaner setzt sozum Beispiel 2,6 Kilogramm Stickstoff frei.<\/p>\n<p>Das w\u00e4ren ungef\u00e4hr f\u00fcnfzig mal so viel , wie in einer Saison, f\u00fcr B\u00e4ume und Str\u00e4ucher empfohlen wird. F\u00fcr den Paiser Friedhof sind das unglaubliche 69000 Grabst\u00e4tten in h\u00f6chster \u201egeistiger\u201c Konzentration, denn unter den etwa einer Million Verstorbenen, die auf dem Friedhof ihre letzte Ruhest\u00e4tte gefunden haben, befinden sich zahlreiche Ber\u00fchmtheiten.<\/p>\n<p>Ich atme diese geistige Macht in mich ein, welche Honore de Balczac von seinem Sockel zu mir herunter schickt. Eine wirkliche \u201eMenschliche Kom\u00f6die\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Wissenden ist das Leben einfach eine Unendliche Kom\u00f6die, f\u00fcr die Nicht wissenden bleibt es eine Unendliche Trag\u00f6die. Die Zeit auf P\u00e9re Lachsise hat mir unwahrscheinlich viel Kraft f\u00fcr das weitere Paris gegeben. Kraft, die ich auch n\u00f6tig gebraucht habe, obwohl ich keine grellen und bunten Sachen gefunden habe. In dieser Richtung macht sich schon ein wenig Ratlosigkeit in mir breit aber ich werde sehen und ihr sollt es von mir erfahren.<\/p>\n<p>Muss man alles beschreiben was man gesehen hat, oder muss man alles gesehen haben, um dar\u00fcber zu schreiben? Die Antwort f\u00e4llt mir so schwer, denn mein Kopf ist ein Bienenkorb und ich bin meine eigene K\u00f6nigin.<\/p>\n<p>Der Abend neigt sich dem Ende entgegen. Ich jedoch bin geneigt noch einige wenige Gl\u00e4schen von dem leckeren Wein zu trinken, vielleicht bis ich nur noch grelle, bunte und h\u00e4ssliche Jogginganz\u00fcge sehe.<\/p>\n<p>Ich in Paris, fast einhundert Jahre nach dem Todestag von Honore del Balczac. Ein \u00fcberaus erhebendes Gef\u00fchl. Vor allem, ich war sn der Grabst\u00e4tte meines Lieblingsdichters. Honore, du warst ein ganz Gro\u00dfer, nur die Zeit hatte dies noch nicht erkannt. Am wenigsten aber die eigene Familie.<\/p>\n<p>Hier in P\u00e9re de Lachsaise hst er seine letzte Ruhe gefunden. Ich lie\u00df den Tag, die letzten Stunden Revue passieren. Ich sa\u00df auf einer schattigen Bank, nicht auf einer schottischen Bank, denn dabei dachte ich an Ibot und musste laut lachen, denn der sa\u00df bestimmt wirklich auf einer schottischen Bank in Glasgow und hat bestimmt gerade genauso laut gelacht. Oh,man schaute zu mir, zumindest einer.<\/p>\n<p>Ich lasse die absolute Stille auf mich wirken und mich von ihr beherrschen. Sie tut mir sehr gut und bringt mich den gro\u00dfen Dichter ein ganzes St\u00fcck n\u00e4her und mir wird bewusst warum er so verehrt wird. Balczakc aus der unteren Schicht kommend, hat sich mit Energie hoch gearbeitet, extrem zielstrebig gelernt. Er war weiter, als andere, verfasste schon als Sch\u00fcler bedeutende Werke, welche die Mitsch\u00fcler teilweise verschwinden lie\u00dfen, aus Neid auf seine Klugheit. Jetzt hat die Welt diesen Dichter voll und ganz f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>\u201eEr setzte sein gro\u00dfes Wissen, f\u00fcr die damalige Zeit, sehr schnell um und stellte Zusammenh\u00e4nge sofort her, der Poete Luis Lambert, welchen er erdacht hatte, in Form eines Doppelportr\u00e4ts. Beide Grundformen seines Genies , die sch\u00f6pferische, die Gestalten des Daseins, die nachbildende und die ordnende , welche geheime Gesetze in gro\u00dfen Zusammenh\u00e4ngen des Daseins aufzeigen wollte (\u00e4hnlich wie bei Goethes Faust) \u201c Zitat von Stefan Zweig<\/p>\n<p>Nachdem ich \u201eLuis\u201c so v\u00f6llig aufgesogen hatte, in diese wunderbare Welt eingetaucht bin, sie geatmet hatte, war ich der gl\u00fccklichste Mensch. Ich schwebte, ich glaube, in meinem grellen und bunten, geschmacklosen Anzug. Schade. Was w\u00fcrde denn bei diesen Gedanken die Mona Lisa machen?<\/p>\n<p>Sie lacht lauthals!<\/p>\n<p>Ich relativiere, sie l\u00e4chelt! Wahrscheinlich hat sie in ihrem verborgenen Blick, mich in diesem verwunschenen Anzug gesehen. Seitdem haben sich ihre Gesichtsz\u00fcge nicht mehr entspannt, was vielleicht auch eine Erkl\u00e4rung der l\u00e4chelnden Mona Lisa w\u00e4re? Das L\u00e4cheln wares mir wert deshalb verbrachte ich unl\u00e4ngst vor diesem Bild auch die meiste Zeit im Louvre. Wertvolle Zeit.<\/p>\n<p>4<em>. Paris, Paris \u00fcber Allem \u2013 Tod und Leben<\/em><\/p>\n<p>Mein Kaffeedurst f\u00fchrte mich in der N\u00e4he vom Louvre zu einem kleinen bezaubernden Stra\u00dfencaf\u00e9.<\/p>\n<p>Ich lie\u00df mich an einem Tisch vor dem Stra\u00dfencaf\u00e9 nieder und genoss wiederum dieses wundersch\u00f6ne Fr\u00fchlingwetter.<\/p>\n<p>Ein Deutscher setzte sich auf den freien Platz an meinem Tisch, nicht wie in Deutschland, wo man liebsten allein sitzt. Er musterte und taxierte mich von Oben bis unten. Sehr, sehr aufdringlich. Eigentlich hatte ich mich darauf vorbereitet, bei den Hotelpreisen in Paris, das Hotel zu sparen und f\u00fcr eine Nacht das Hotel \u201eDaccia\u201c, ohne flie\u00dfenden Wasser und Fernsehen zu nehmen So richtig standesgem\u00e4\u00df eben! Erst dachte ich, er wolle etwas von mir, was also nicht die von mir bevorzugte Konversation darstellte. Er musterte mich wiederum und sprach mich dann auch gleich mit Du an. Wie denn anders, ein Deutscher. Der Bann war gebrochen. Und alles, aber auch alles f\u00fcgte sich in diesen Tag. Er suche Darsteller f\u00fcr einen kleinen Dokumentarfilm \u00fcber den Tod von Honore de Balzac vor einhundert Jahren. Der Kreis hatte sich wieder geschlossen. Und es w\u00e4re keine Sprechrolle, da ja Tote bekannterweise nicht oder selten reden.<\/p>\n<p>Ich sollte den toten Honore auf seinem Totenbett darstellen. Ich musste also nichts weiter tun, als mich einfach tod zu stellen. Und genau dies hatte ich schon des \u00d6fteren getan und es war nicht aufgefallen. Passt!<\/p>\n<p>Das kann ich, sagte ich mir. Ich glaubte, geh\u00f6rt zu haben, der Film solle den Titel tragen \u201eWie die Frau sagt:::\u201c. Diese Dame sollte also die Aufgabe haben, die mobilen Besitzverh\u00e4ltnisse des Prominenten nach seinem Tod zu best\u00e4tigen um der Polizei zu \u00fcbermitteln ob eventuell eine Straftat vorliegt. An dem war nicht so. Viele wohlhabende M\u00e4nner sind zu dieser Zeit nach ihrem Sch\u00e4ferst\u00fcndchen nicht nur sexuell erleichtert wurden, w\u00e4hrend er sanft entschlief, kl\u00e4rte mich Alex bei einigen Bechern Wein auf, An zur\u00fcck fahren war aber nun nicht mehr zu denken und der Produzent Alex Auch die \u00dcbernachtung hatte sich zwischenzeitlich gekl\u00e4rt. Adieu, Hotel\u201c Daccia\u201c. Auf sein Gehei\u00df checkte ich, nach seinem Worten, auf Kosten der Firma in einem naheliegenden Hotel ein und lie\u00df es mir gut gehen. Zuf\u00e4llig buchte ich ein Hotel wo ich in der preiswerten Variante eine ganze Woche \u00fcbernachten konnte inklusive eines Designer Jogging Anzuges. Allerdings blieb ich einen Tag l\u00e4nger in Paris und besichtigte noch das eine und andere in der Stadt an der Seine. Ich entdeckte in einem Hotel meiner Preisklasse eine Gemeinsamkeit von uns beiden. Wir waren ein Leben lang notorisch pleite.leider keine Gemeinsamkeit in anderen Dingen. Pleite aber guter Dinge \u00fcbernachtete ich im feinen Hotel \u201ede Ville\u201c, zu mindestens eine Nacht.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Bett ausgebreitet lag in aller Pracht, ein greller, buner Jogginganzug.<\/p>\n<p>Ich schrie verzweifelt ! Neiiiiiin!!!!<\/p>\n<p>Das will ich nicht!<\/p>\n<p>Da sagte pl\u00f6tzlich die Stimme aus dem Kleiderschrank.<\/p>\n<p>\u201e\u201cDas musst Du tragen. Das ist Mode, das tragen hier alle!<\/p>\n<p>Ich habe den Urlaub nicht gewollt.,du sagtest, ich hei\u00dfe Bubu, ich sagte nein<\/p>\n<p>Keine Mode in Paris&#8230;.<\/p>\n<p>Lulajule nein, ich hei\u00dfe BUBU, und wie hei\u00dft eigentlich DU?<\/p>\n<p>Ich hatte mich im Hotel de Ville, nur kurz auf das Bett gelegt und war sofort tief und fest eingeschlafen. schwei\u00dfgebadet wachte ich nach einigen Sekunden auf. Jetzt brauchte ich wirklich eine Dusche.<\/p>\n<p>Im Hotel de Ville also, \u00fcbernachtete ich nun und f\u00fchlte mich so richtig wohl in dieser Historie. Mit Alex traf ich mich am n\u00e4chsten Morgen dort zum Fr\u00fchst\u00fcck.Dieses Hotel ist in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neo Renaissance errichtete Rathaus von Paris.<\/p>\n<p>Ich im Rathaus von Paris gen\u00e4chtigt, wow! Die Nacht f\u00fcr schlappe 00000 Euro, hatte man f\u00fcr mich hin gebl\u00e4ttert. Da h\u00e4tte ich nun als Otto Normalverbraucher ganze zwei Wochen mir eine Auszeit leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>5.<em>Tod und Ende des \u201eJogginganzug\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Deutsche war wie man es von Deutschen gewohnt war, auf die Minute p\u00fcnktlich und hie\u00df genau, wie der gr\u00f6\u00dfte Platz, mitten in Berlin , ALEX .<\/p>\n<p>Das gemischt mit Pariser Gem\u00fctlichkeit, also erst einmal Kaffee trinken, baden im Milchcaf\u00e9. Geil!<\/p>\n<p>Irgendwann ging es dann richtig zur Sache!<\/p>\n<p>Alex wies mich in meine \u201eRolle\u201c ein. Es war nicht schwer, der Drehstab und alles was dazu geh\u00f6rte traf ein und brachte mich auf Vordermann.<\/p>\n<p>Auch einen Toten zu spielen ist keine leichte Rolle, so leicht sie auch anmutet. Erst einmal habe ich zu viel geatmet, ein andres mal geblinzelt. Ganze vierzehn mal lief diese Szene auf dem Totenbett, ehe sie in der Filmsprache gesagt, im Kasten war. Viel Schwei\u00df ist geflossen um ein kleines bisschen tot zu sein.<\/p>\n<p>Was war der absolut schwerste Part dieser Rolle? Zum einen, meine Verbundenheit, die Ehrfurcht zu diesem gro\u00dfen Dichter, Zur Story, der gro\u00dfe Dichter war verstorben, war tot. Seine Sachen lagen in dem Hotelzimmer, welches als Drehort auserw\u00e4hlt war. Also die Sachen, welche ich \u00fcberziehen sollte f\u00fcr diese kleine Rolle<\/p>\n<p>Meinen ganzen K\u00f6rper durchzog ein unbeschreibliches Kribbeln.<\/p>\n<p>Noch ein Sch\u00e4lchen Hee\u00dfen, wie der Sachse sagen w\u00fcrde und es ging los. Wir hatten uns ein wenig angefreundet und die Chemie zwischen uns stimmte.<\/p>\n<p>Wieder zur Story.<\/p>\n<p><em>Der Dichter war tot, es lebe der Dichter.<\/em><\/p>\n<p>Jetzt kam die besagte Frau ins Spiel. Die Polizei hatte den Leichnam frei gegeben, also frei zur Bestattung. Jetzt hatte sie die Aufgabe, die pers\u00f6nlichen Dinge Balzacs an sich zu nehmen, aufzulisten und zu vergleichen und dem rechtm\u00e4\u00dfigen Besitzer zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>\u201eWas die Frau sagt\u201c ein juristischer Monstrum. Jetzt kann die Bestattung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Ich hatte nach Paris ein wenig Geld mehr angespart und konnte mir noch einiges ansehen und mehrere Kaffee trinken!<\/p>\n<p>Dann ging es zur\u00fcck nach Deutschland.<\/p>\n<p>Paris war f\u00fcr mich also ein gr\u00f6\u00dferer Erfolg. Au\u00dfer dem grellen und bunten Jogginganzug hatte ich alles erreicht. Also musste ich noch einmal zur\u00fcck ins Land der Tr\u00e4ume und Illusionen.<\/p>\n<p>Hattet Ihr dies ohnehin alles geglaubt und hatte ich das alles in Paris erlebt?<\/p>\n<p>Ich fuhr aus Paris raus und parkte auf dem erstbesten Parkplatz und machte ein Traum Schl\u00e4fchen ins Land der unbegrenzten Tr\u00e4ume&#8230;<\/p>\n<p>Und eine neue Erkenntnis breitete sich innerlich in mir aus. Ja, innerlich sind wir doch alle ein wenig mehr oder auch weniger ein bisschen verr\u00fcckt?<\/p>\n<p>Sind wir nicht alle ein wenig mehr oder weniger bunt, schrill, grell und ganz anders? Aber das haben wir uns so etwas von verinnerlicht. Wir lassen dies selten nach au\u00dfen dringen. Das m\u00fcssen wir aber nicht unbedingt nach Au\u00dfen zeigen. Deshalb brauche ich auch keinen grellen und bunten Jogginganzug anzuziehen, denn diese Farbigkeit, Reste einer gewissen Wildheit, muss ich nicht auch noch \u00e4u\u00dferlich tragen. Dies sollte sich jeder innerlich bewahren. Die Freiheit des Denkens und der Farben.<\/p>\n<p>Am Ende frage ich mich. Habe ich das Alles nicht nur getr\u00e4umt? Was meinst Du&#8230;?<\/p>\n<p>J\u00fcrgen R\u00fcstau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine phantastische Reise mit mir, zu mir selbst\u201c 1.Die Vorbereitung Wenn einer eine Reise macht, dann hat er viel zu erz\u00e4hlen. Oder auch nicht. Wie war das denn nun mit meinen eigenen Erlebnissen zu mir selbst? Auch da hat man zu erz\u00e4hlen. Nur nicht so intensiv, . Oder? Ich bin nun einmal ein Tr\u00e4umer und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kadence_starter_templates_imported_post":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[7],"class_list":["post-379","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-geschichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=379"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":430,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/379\/revisions\/430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=379"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=379"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=379"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}