{"id":1129,"date":"2025-04-18T12:38:19","date_gmt":"2025-04-18T10:38:19","guid":{"rendered":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/?p=1129"},"modified":"2025-04-18T12:43:33","modified_gmt":"2025-04-18T10:43:33","slug":"erlebtes-zu-gast-der-koenig-der-nebenrollen-ernst-georg-schwill","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/2025\/04\/18\/erlebtes-zu-gast-der-koenig-der-nebenrollen-ernst-georg-schwill\/","title":{"rendered":"Erlebtes &#8211; zu Gast der K\u00f6nig der Nebenrollen Ernst Georg Schwill"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1128\" src=\"http:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865.jpg\" alt=\"\" width=\"843\" height=\"1265\" srcset=\"https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865.jpg 843w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865-200x300.jpg 200w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865-682x1024.jpg 682w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865-768x1152.jpg 768w, https:\/\/wortgarage.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/FB_IMG_1744966471865-40x60.jpg 40w\" sizes=\"auto, (max-width: 843px) 100vw, 843px\" \/><\/p>\n<p><strong>Am\u00fcsante Blaue Stunde mit Schauspieler Ernst-Georg Schwill<\/strong><\/p>\n<p>Zur 24. Auflage der Blauen Stunde des Kunst- und Kulturverein Taucha  war mit Ernst Georg Schwill ein Schauspieler zu Gast, der dem ehemaligen Filmstudio der DDR (DEFA) ein Gesicht gegeben hat. Spielte er doch den Rainer Meister in Heiner Carows antifaschistischen Film \u201cSie nannten ihn Amigo\u201d (1958).<br \/>\nSeine Erinnerungen an die diese fr\u00fchen Jahre der DEFA, aber auch rein private Episoden hat er inzwischen in seinem Buch \u201cIs doch keene Frage nich\u201d nieder geschrieben. Das Buch ist autobiografisch, \u201cda ist nichts dazu gedichtet\u201d und er hat es auch noch mit der Hand geschrieben, wie er dem erstaunten Moderator Tobias Meier erz\u00e4hlte. Mit den technischen Dingen h\u00e4tte er nichts am Hut. Seine Frau, die er mehrfach erw\u00e4hnte, hat das Buch dann mit dem Computer geschrieben.<br \/>\nAuf die Frage wie er dazu gekommen ist ein Buch zu schreiben entgegnete er in seinem typischen Berliner Dialekt: \u201cFreunde sagten mir bei \u2018ner Tasse Molle (Bier): Schreib doch alles uff\u201d. Einen weiteren Anstoss dazu gab ihm sein Kollege Edgar K\u00fchlow. Dann las er auch einige lustige Episoden aus dem Buch und erheiterte damit die Zuschauer im vollem cafe esprit, obwohl die (Hinterhof-) Geschichten in der schweren Nachkriegszeit spielten.<br \/>\nZum Lesen benutzte er \u00fcbrigens einen Lesehalter, den h\u00e4tte er mal bei einem Tr\u00f6delmarkt in Magdeburg erworben. Auf die Frage wie er \u00fcberhaupt zur DEFA gekommen sei, erz\u00e4hlte Schwill, dass Leute von der DEFA eines Tages in das Kinderheim kamen, wo er nach dem Tod seiner Eltern und einer gewissen Zeit bei seiner Tante und Onkel hin kam. Aber dann musste er in ein anderes Heim \u201cf\u00fcr Schwererziebare\u201d umziehen, wie er freim\u00fctig bekannte. Da hat er dann einen \u201cBettelbrief\u201d an die DEFA geschrieben, der sich noch heute in den DEAFA-Analen befindet und von dem Schwill den erstaunten G\u00e4sten im Esprit eine Kopie zeigte. W\u00e4hrend seiner Studentenzeit hat er dann seine ersten Kinofilme gedreht, u.a. \u201cEcke Sch\u00f6nhauser\u201d mit Ekkehard Schall. Zu den damaligen Produktionen sagte er: \u201cFr\u00fcher gab es bei den Filmen keine finanziellen Zw\u00e4nge\u201d, da ging es noch um Kunst.<br \/>\nNach der Wende hat sich dann Ernst-Georg Schwill gleich eine Agentur gesucht und war sich auch nicht zu schade, kleine Rollen zu spielen. Die sind dann zu seinem Markenzeichen geworden. Seit 10 Jahren spielt er im RBB-Tatort den Assistenten Lutz Weber und er hat auch schon in der mdr-Arztserie \u201cIn aller Freundschaft\u201d mitgespielt. Selbst einem Taxifahrer in \u201cGood bye Lenin\u201d gab er ein Gesicht.<br \/>\nDazu sagte der \u201cK\u00f6nig der Nebenrollen\u201d, wie Schwill heute bezeichnet wird: \u201cWenn ich die kleinen Rollen nicht spiele, machen es andere aber schlechter\u201d. Auf die Frage von Tobias Meier ob er bei seiner Tatort-Rolle auch ein Mitspracherecht bei den Texten h\u00e4tte entgegnete er: \u201cDas haben nur die Hauptdarsteller, ich als Nebendarsteller kann nur etwas berlinerisch rumfummeln.\u201d Kritisch setzte er sich dazu mit den eigenen RBB-Tatorten auseinander, wo seiner Meinung nach die gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse zu wenig reflektiert werden. \u201cIch bin zwar aufs\u00e4ssig, aber nicht doof\u201d res\u00fcmierte er vielsagend \u00fcber seine Arbeit mit den heutigen Regisseuren.<br \/>\nZu seinen zuk\u00fcnftigen Pl\u00e4nen sagte der 71-j\u00e4hrige Schwill\u201d: Theater will ich nicht mehr spielen, aber noch Lesungen geben\u201d. Inzwischen hat er ein zweites Buch fertig und beim Verlag abgegeben.<br \/>\nBericht IVT. Text und Foto: Matthias Kudra<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am\u00fcsante Blaue Stunde mit Schauspieler Ernst-Georg Schwill Zur 24. Auflage der Blauen Stunde des Kunst- und Kulturverein Taucha war mit Ernst Georg Schwill ein Schauspieler zu Gast, der dem ehemaligen Filmstudio der DDR (DEFA) ein Gesicht gegeben hat. Spielte er doch den Rainer Meister in Heiner Carows antifaschistischen Film \u201cSie nannten ihn Amigo\u201d (1958). 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