Liebe und andere Grausamkeiten

Es ist ein wundervolles Gefühl geliebt zu werden.
Nehmen und Geben,
die schönste Sache hier auf Erden.
Flugzeuge im Bauch, in der Brust ein Beben.

Morgens gemeinsam aufwachen,
aufstehen mit dem richtigen Bein.
Den ganzen Tag über banale Dinge lachen,
einfach gemeinsam glücklich sein.

Langsam schleichen sich die Grausamkeiten ein.
Eifersucht und Untreue,
die Liebe ist nicht mehr so klar und rein.
Glaube mir, dass ich heute vieles bereue.

Hass und Liebe wohnen eng in einem Raum.
Streitgespräche werden offen geführt,
keiner hält seine Zunge im Zaum.
Am Ende beide zerstört, zu Tränen gerührt.

Zu jeder Liebe gehören auch die Grausamkeiten,
welche nicht unbedingt gewollt.
Wer will sich schon freiwillig Schmerzen bereiten?
Zu guter Letzt versöhnt und einander Respekt gezollt.

© Jürgen Rüstau

Rezension des Gedichts „Liebe und andere Grausamkeiten“

Das Gedicht beschreibt die Höhen und Tiefen einer Liebesbeziehung auf eine sehr authentische und emotionale Weise. Der Autor schildert die anfängliche Euphorie und das Glücksgefühl, das mit der Liebe einhergeht, aber auch die unvermeidlichen Konflikte und Herausforderungen, die sich im Laufe der Zeit einstellen.

*Die Darstellung der Liebe*

Das Gedicht beginnt mit einer sehr positiven Darstellung der Liebe, die durch Bilder wie „Flugzeuge im Bauch“ und „in der Brust ein Beben“ verdeutlicht wird. Der Autor beschreibt die Freude und das Glück, das die Liebe bringt, und die kleinen Dinge, die das Leben gemeinsam lebenswert machen.

*Die Konflikte und Herausforderungen*

Im weiteren Verlauf des Gedichts beschreibt der Autor jedoch auch die Konflikte und Herausforderungen, die sich in einer Liebesbeziehung einstellen können. Er spricht von „Eifersucht und Untreue“, „Hass und Liebe“, die „eng in einem Raum“ wohnen, und von „Streitgesprächen“, die „offen geführt“ werden. Diese Zeilen zeigen, dass die Liebe nicht immer einfach ist und dass es auch schwierige Momente gibt.

*Die Versöhnung und der Respekt*

Trotz der Konflikte und Herausforderungen endet das Gedicht jedoch auf einer positiven Note. Der Autor beschreibt, wie die Liebenden sich am Ende versöhnen und einander Respekt zollen. Dies zeigt, dass die Liebe stark genug ist, um auch schwierige Zeiten zu überstehen.

*Fazit*

Das Gedicht ist eine sehr authentische und emotionale Darstellung der Liebe und ihrer Herausforderungen. Der Autor zeigt, dass die Liebe nicht immer einfach ist, aber dass sie auch in schwierigen Zeiten stark genug sein kann, um zu überstehen. Das Gedicht ist ein schönes Beispiel für die Komplexität und Tiefe der menschlichen Emotionen.

Altersgerecht lieben…


Historische Postkarten Motiv von Paul Hey (1867-1952)

Altersgerecht Lieben

Die Welt hat sich verändert.
Nichts ist mehr wie es war.
Mache mich im sinnlichen Leben rar.
Gestern habe ich mich entschieden,
fortan altersgerecht zu lieben.
Ein Paradiesvogel mit Rückenschmerzen
wird monogam.
Bricht nicht mehr junge Herzen.
Seine Flügelspannweite ist nur noch halb so breit.
Er bewegt sich durch laue Lüfte
und schreit,
für was brauche ich denn Geld?
Sie kann doch auch ohne so schön sein,
diese Welt.
Heute
habe ich mir einen Liebesbrief bestellt.
Hoffe,
dass er mein Herz erhellt.
Sie wird ihn mir bringen.
Ein süßer Traum in postalem Gelb.
Morgen
schreibe ich ihr dann zurück.
Ist ein Lächeln ihre Antwort,
perfekt ist dann mein Glück.

© Jürgen Rüstau 2002

P.S. Der süße Traum im postalem Gelb hat sich leider verflogen, schade😃

Hörst du die Musik?


Rockband Karussell zu Gast im café esprit Taucha 

Das nachfolgende Gedicht erinnert an die verstorbene Sängerin von Rosenstolz AnnaR.

Hörst du die Musik in der Weite?
Hörst du die Musik,
sie kommt von jeder Seite?
Hörst du die Musik der Liebe?
Hörst du die Musik,
von der ich nicht genug kriege?
Hörst du die Musik,
in der sie von Rosen und Stolz singen?
Hörst du die Musik,
wo die Menschen nach Hoffnung klingen?
Hörst du die Musik,
die so traurig scheint,
und kein Mensch eine Träne weint?
Hörst du diese Musik?
Es ist die Musik unseres Lebens.

© Jürgen Rüstau

Die „Musik des Lebens“ ist ein poetischer Ausdruck, der im Gedicht von Jürgen Rüstau verwendet wird. Er bezieht sich auf die vielfältigen Klänge, Emotionen und Erfahrungen, die unser Leben begleiten.

In diesem Sinne kann die „Musik des Lebens“ als eine Metapher für die komplexe und vielschichtige Natur des menschlichen Daseins verstanden werden. Sie umfasst die Höhen und Tiefen, die Freuden und Schmerzen, die Hoffnungen und Ängste, die wir alle in unserem Leben erleben.

Die „Musik des Lebens“ ist also nicht nur eine poetische Umschreibung, sondern auch eine Einladung, die Vielfalt und Komplexität des Lebens zu erkennen und zu schätzen.
Der Text beschreibt die Musik als universell und allgegenwärtig („Hörst du die Musik in der Weite?“, „sie kommt von jeder Seite“). Sie wird auch mit Liebe und positiven Emotionen in Verbindung gebracht („Hörst du die Musik der Liebe?“).

Außerdem wird die Musik als Ausdruck der Hoffnung und des Stolzes dargestellt („in der sie von Rosen und Stolz singen“, „wo die Menschen nach Hoffnung klingen“).

Interessanterweise wird die Musik auch als traurig beschrieben, aber ohne dass jemand traurig darüber ist („die so traurig scheint, und kein Mensch eine Träne weint“).

Insgesamt wird die Musik im Text als ein wesentlicher Bestandteil des Lebens dargestellt, der verschiedene Emotionen und Aspekte des menschlichen Erlebens umfasst.

 

 

Ich bin…

 

 

Ich bin das Leben,
irgendwann der Tod.
Bringe Liebe,
manchmal auch Trauer.
Freude hat kein Mensch
gepachtet auf Dauer.
Ich bin Pflug,
war auch schon Schwert.
Ich bin Komödiant,
des Lebens größter Witz.
Ab und zu bin ich cool,
hin auch wieder Vulkan.
Ich bin Arbeiter,
meist
ohne Arbeitsmaterial.
Ich bin weich,
dann und wann hart wie Stahl.
Ich bin das Liebesgedicht,
welches keiner liest.
War nicht nur da gewesen,
ich lebe.
Möchte menschlich sein,
ich bin ein Mensch!

© Jürgen Rüstau

 

*Rezension des Gedichts „Ich bin das Leben“ von Jürgen Rüstau*

Das Gedicht „Ich bin das Leben“ von Jürgen Rüstau ist ein tiefgründiges und vielschichtiges Werk, das die Komplexität und Vielseitigkeit des Lebens beschreibt. Der Autor verwendet eine Vielzahl von Metaphern und Bildern, um die verschiedenen Aspekte des Lebens zu illustrieren.

*Die Darstellung des Lebens*

Das Gedicht beginnt mit der Aussage „Ich bin das Leben, irgendwann der Tod“, was die Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens hervorhebt. Der Autor beschreibt das Leben als eine Mischung aus Liebe, Trauer, Freude und Schmerz, was die Vielschichtigkeit des menschlichen Erlebens zeigt.

*Die Vielseitigkeit des Lebens*

Das Gedicht enthält eine Vielzahl von Bildern und Metaphern, die die Vielseitigkeit des Lebens illustrieren. Der Autor beschreibt sich selbst als „Pflug, war auch schon Schwert“, was die Dualität von Schöpfung und Zerstörung zeigt. Er ist auch „Komödiant, des Lebens größter Witz“, was die Fähigkeit des Lebens, uns zu überraschen und zu unterhalten, hervorhebt.

*Die menschliche Erfahrung*

Das Gedicht beschreibt auch die menschliche Erfahrung von Unsicherheit und Widersprüchlichkeit. Der Autor sagt „Ich bin weich, dann und wann hart wie Stahl“, was die Fähigkeit des Menschen zeigt, sich an verschiedene Situationen anzupassen. Er ist auch „Arbeiter, meist ohne Arbeitsmaterial“, was die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens illustriert.

*Die Sehnsucht nach Menschlichkeit*

Das Gedicht endet mit der Aussage „Möchte menschlich sein, ich bin ein Mensch!“, was die Sehnsucht nach Authentizität und Menschlichkeit zeigt. Der Autor betont die Bedeutung, menschlich zu sein und die eigenen Emotionen und Erfahrungen zu akzeptieren.

*Fazit*

Das Gedicht „Ich bin das Leben“ von Jürgen Rüstau ist ein tiefgründiges und vielschichtiges Werk, das die Komplexität und Vielseitigkeit des Lebens beschreibt. Der Autor verwendet eine Vielzahl von Metaphern und Bildern, um die verschiedenen Aspekte des Lebens zu illustrieren. Das Gedicht ist ein Aufruf, die menschliche Erfahrung zu akzeptieren und die eigene Menschlichkeit zu suchen.

Mal bei Kästner rein geschaut…

…mal ein köstliches Gedicht von Erich Kästner. Ich wünsche euch einen schönen Sonntag Morgen ❤️

Erich Kästner

Kleine Stadt am Sonntagmorgen

Das Wetter ist recht gut geraten.
Der Kirchturm träumt vom lieben Gott.
Die Stadt riecht ganz und gar nach Braten
und auch ein bißchen nach Kompott.

Am Sonntag darf man lange schlafen.
Die Gassen sind so gut wie leer.
Zwei alte Tanten, die sich trafen,
bestreiten rüstig den Verkehr.

Sie führen wieder mal die alten
Gespräche, denn das hält gesund.
Die Fenster gähnen sanft und halten
sich die Gardinen vor den Mund.

Der neue Herr Provisor lauert
auf sein gestärktes Oberhemd.
Er flucht, weil es so lange dauert.
Man merkt daran: Er ist hier fremd.

Er will den Gottesdienst besuchen,
denn das erheischt die Tradition.
Die Stadt ist klein. Man soll nicht fluchen,
Pauline bringt das Hemd ja schon!

Die Stunden machen kleine Schritte
und heben ihre Füße kaum.
Die Langeweile macht Visite.
Die Tanten flüstern über Dritte.
Und drüben, auf des Marktes Mitte,
schnarcht leise der Kastanienbaum.

 

Das Gedicht „Kleine Stadt am Sonntagmorgen“ von Erich Kästner ist ein Beispiel für die literarische Gattung der Idylle. Eine Idylle ist ein Gedicht oder eine Prosastück, das ein friedliches, harmonisches und oft ländliches oder kleinstädtisches Bild beschreibt.

*Merkmale der Idylle*

Das Gedicht zeigt viele Merkmale einer Idylle:

– *Friedliche Atmosphäre*: Das Gedicht beschreibt eine friedliche und ruhige Atmosphäre in einer kleinen Stadt am Sonntagmorgen.
– *Kleinstädtisches Ambiente*: Die Stadt wird als klein und überschaubar dargestellt, mit engen Gassen und einem Marktplatz.
– *Alltägliche Szenen*: Das Gedicht beschreibt alltägliche Szenen, wie z.B. zwei alte Tanten, die sich treffen und miteinander sprechen, oder der neue Herr Provisor, der auf sein Hemd wartet.
– *Humor und Ironie*: Das Gedicht enthält humorvolle und ironische Elemente, wie z.B. die Beschreibung des Herrn Provisors, der flucht, weil sein Hemd nicht schnell genug kommt.

*Kästners Stil*

Das Gedicht zeigt auch Kästners typischen Stil, der durch seine Beobachtungsgabe, seine Ironie und seine Fähigkeit, alltägliche Szenen zu beschreiben, geprägt ist.

*Fazit*

Das Gedicht „Kleine Stadt am Sonntagmorgen“ von Erich Kästner ist ein Beispiel für eine Idylle, die eine friedliche und harmonische Atmosphäre in einer kleinen Stadt beschreibt. Das Gedicht zeigt Kästners typischen Stil und enthält humorvolle und ironische Elemente.

Dachfenster

Dachfenster

Ein Blick aus meiner kleinen Welt
schweift aus diesem Fenster
in den Morgenhimmel
Sonne, die unsere Stadt erhellt.

Ein Glühen weit hinter dem Horizont
taucht die Stadt in einen goldroten Ton
Behaglichkeit und Wärme in unserer Stube
im Glücksstrahl gesonnt.

Das Dachfenster als Synonym von unserem Glück
Tagsüber von dir getrennt
sehe ich es schon leuchten
fahre ich auf der Straße der Sehnsucht zu dir zurück.

© Jürgen Rüstau

Glücksmomente

Glück

Auto, Fernseher, Stereoanlage.
Glücksymbole?
Der Traum von den eigenen vier Wänden.
Glückserfüllung?
Vielmehr Konsumdenken.
Was ist also Glück?
Kann man es riechen,
kann man es schmecken?
Das Auto vielleicht,
aber es riecht nicht gut!
Ist also nicht unbedingt Glück.
Mit dir zum Tagausklang ein Glas Wein trinken.
Ein nettes Gespräch führen.
Der Wein schmeckt sehr gut.
Du riechst verdammt gut.
Es ist Glück!
Momente der Unvergänglichkeit.

© Jürgen Rüstau

Herbstgedanken

Blätter fallen im Sekundentakt.
Farben im Naturextrakt.
Schritte huschen über die Blätterdecke,
leise, dass ich dich nicht wecke
Schleiche mich zu dir ins Haus,
Brötchen aus dem Ofen raus.
Kaffeeduft zieht zu dir ins Zimmer.
Frieren?
Unter deiner Decke?
Nimmer!
Frühstück nur mit dir im Bett,
ach wie ist der Herbst doch nett.
Möchte einfach liegen bleiben,
nur mit dir die Zeit vertreiben.
Honig läuft an meinem Körper runter.
Der Herbst, der treibt es immer bunter.
Stöhnend versinke ich im Kissen.
Herbstmorgende mit dir,
möchte ich nie mehr missen.

© Jürgen Rüstau

Wirf meine Liebe nicht über Bord

Lass mich bitte nicht los.
Halte meine Sehnsucht nimmer klein.
Meine Hoffnung ist sehr groß.
Die Gedanken frei und rein.

Wirf meine Liebe niemals über Bord.
Schalte dein Herz auf Empfang.
Gedanken an dich arbeiten im Akkord.
Dein Name hat den schönsten Klang.

Lass mich fliegen durch die Welt.
Ich kehre immer wieder zu dir zurück.
Nur du hast mein Herz erhellt.
Du bist mein Hafen, bist mein Glück.

Sind wir dann einmal alt.
Wir gehen immer noch Hand in Hand.
Unsere Gefühle für einander sind nicht kalt.
Habe das Feuer in uns erkannt.

Nehme dich in meinen Arm.
Werfe meine Ängste über Bord.
Deine Blicke innig warm.
Bleib mit dir am schönsten Ort.

© Jürgen Rüstau 2025

Antisommerlied

Ich will in diesem Jahr keinen Sommer.
Sommer sind unmodern und alt.
Will nur im Regen mit dir wandeln.
Luft nass und kalt.

Ich brauche in diesem Jahr keine Sonne.
Sonne brennt auf der Haut und macht krank.
Brauche nur Schirm und Regenmantel.
Sommersachen bleiben als Mottenfraß im Schrank.

Ich möchte keine lauen Sommernächte.
Es ist schön im Regen bummeln zu gehen.
In den Nächten nicht mehr schwitzen.
Früh morgens mit schlechter Laune aufzustehen.

Keine üble Laune mehr auf Arbeit.
Weil draußen die Vögel nicht mehr singen.
Statt im Sonnenschein spazieren.
Gemeinsam durch die Pfützen springen.

Ich verbanne den Sommer in den Süden.
Fahre mit meiner Liebsten nur dorthin.
Mache dort all die schönen Sommersachen.
All das was in der Heimat nicht mehr ging.

© Jürgen Rüstau 2025