
Foto: Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich im café esprit
Eisenheinrich und die „Hälfte des Lebens“ 2013 im café esprit Taucha
Zum Musikcafé am vergangenen Freitag erlebte das Programm “Hälfte des Lebens” mit vertonter Lyrik aus fünf Jahrhunderten der Band “Eisenheinrich” seine Premiere im cafe esprit. Es war ein ganz spezieller Wunsch von KuKuta-Chef Hans-Jürgen Rüstau. Die “Hälfte des Lebens” ist ein vielfach vertontes und in zahlreiche Sprachen übersetztes Gedicht von Friedrich Hölderlin, der zu den bedeutendsten deutschen Lyrikern zählt. Dabei waren aber auch Gedichte von Goethe, Heinrich Brockes, ein Schriftsteller und Dichter der frühen deutschen Aufklärung , sowie Johann Ludwig Wilhelm Müller, von dem das bekannte Gedicht “Der Lindenbaum” stammt. Jedes Gedicht wurde extra vertont, wie der Gitarrist Ivo Spacek erzählte. Da erklang z.B. der berühmte Lindenbaum “Am Brunnen vor dem Tore ..” im typischen Eisenheinrich-Sound, die Volksliedversion wurde nur kurz angespielt. Zugegeben eine eigenwillige aber auch zeitgemäße Interpretation des historischen Materials. Trotzdem der harte Eisenheinrich-Gitarrensound dominierte eindeutig die vertonte Gedichte, so sehr dass der Text dabei etwas unterging. Etwas leisere Töne, die “Eisenheinrich” ja auch perfekt beherrscht, wären da nach Ansicht des Autors dieses Artikels angebrachter gewesen.
Das Programm “Hälfte des Lebens” stammt von einer gleichnamigen im Jahre 2004 erschienenen CD der Band. Wie Ivo Spacek, der übrigens als Bassist an der Leipziger Oper beschäftigt ist, das Online-Magazin informierte, hat die Band das Programm ursprünglich mit dem bekannten Autor und Radio-Moderator Axel Thielmann (mdr Figaro) aufgeführt. Für “Eisenheinrich” war die esprit-Premiere des Programms aber “ein besonderer Höhepunkt im wunderbaren Ambiente bei tollem Publikum”, wie Spacek es einschätzte. Das Programm war praktisch in das eigentliche Eisenheinrich-Repertoire eingebaut und am Anfang und vorallem am Schluss erklangen sie noch einmal die unvergesslichen Eisenheinrich-Hits wie “Ärger”, “Kleine Lady” und natürlich das “Gänselieschen”.
Veröffentlicht am 06.04.13 auf www.taucha-online.de
Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich (*27. Juli 1954, † 2. August 2023) war ein Leipziger Musiker, der vor allem als Frontmann der Bluesrock-Band Eisenheinrich bekannt war. Er war Sohn des Leiters des Stahlwerks Gröditz, erlernte den Beruf des Schmieds und war musikalisch in Bands wie SET und als Vorgruppe von The Sweet und Status Quo aktiv. Er starb im August 2023, und zu seinem Gedenken wurde im Januar 2024 ein Gedenkabend in Leipzig veranstaltet.

Lutz „Eisenheinrich“ Heinrich kannte ich schon seit Ende der Sechziger. Meist haben wir uns zu seinen Gigs gesehen und meist ein Schwätzchen gemacht. Im Jahre 2006 trat er das erste mal im café esprit auf. Damals noch mit seinem Bassist Hans „Erbse“ Moser. In dieser Besetzung leider nur einmal, da Erbse leider verstorben war. Danach trat er im esprit mit Mario Richter am Bass und wechselnden Besetzungen auf, meist zwei bis dreimal im Jahr bis 2017. Zwölf Jahre, eine kreative und gut besuchte Zeit. Sein Tod berührte uns sehr. Wir werden Lutz Heinrich in guter Erinnerung behalten.