Drogenkinder

Sindy, armes Drogenkind.
Kindheitsträume sind verweht im Wind.
Einmal wolltest du es nur probieren.
Damit deine verletzte Seele auskurieren.
Nur einmal deine Sorgen vergessen.
Die Familie, die aufhörte eine Familie zu sein,
ließ dich mit deinen Sorgen allein.
Einmal ist keinmal, der Kreislauf beginnt.
Drogen, Entgiftung, immer wieder Drogen.
Die Zeit, sie verrinnt.
Täglich auf der Straße, für Drogen auf dem Strich
Von allen benutzt, keiner liebt dich.
Nächte ohne Drogen, sie sind eine Qual.
Im Leben hattest du nur einmal die Wahl.
Aus dieser Hölle gibt es kein zurück.
Zerstört sind die Träume von Liebe und Glück.
Du stehst auf eigenen Füßen.
Sie sind öfters schwach.
An manchen Tagen fehlt dir zum schlafen,
über dem Kopf das Dach.
Sindy, die Nächte sind dunkel, die Nächte sind kalt.
Im Kreislauf der Drogen, wird keiner alt.
Eine Träne läuft über dein fahles Gesicht.
Eine Träne, die uns in das Gewissen spricht.
Wir aber verstehen ihre Sprache nicht.
Eine Armee von Drogenkindern schreitet auf uns zu.
Wir wollen nicht helfen, sehen drüber weg, wollen unsere Ruh.
Spießer halten ihre Augen fest verschlossen.
Nichts sehen, nichts hören, unverdrossen.
Dealer frohlocken, es klingen ihre Kassen.
Kinder gehen zu Grunde,
Kinder, die ihre Kindheit mit großen Schritten verlassen.
Körperlich am Ende und psychisch zerstört.
Wir haben ihre Schreie nach Liebe
und Geborgenheit nicht erhört.

© Jürgen Rüstau 1999

*Rezension des Gedichts „Sindy, armes Drogenkind„*

Das Gedicht „Sindy, armes Drogenkind“ ist ein erschütterndes und tief bewegendes Werk, das die tragische Geschichte einer jungen Frau namens Sindy beschreibt, die in den Kreislauf der Drogen geraten ist. Der Autor Jürgen Rüstau schildert Sindys Schicksal mit großer Empathie und Sensibilität.

*Die Darstellung der Drogenabhängigkeit*

Das Gedicht beschreibt die Drogenabhängigkeit als einen Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Sindy wird als Opfer ihrer Umstände dargestellt, die durch die Vernachlässigung ihrer Familie und die Suche nach Liebe und Geborgenheit in die Drogen gerät. Der Autor zeigt, wie die Drogenabhängigkeit Sindys Leben zerstört und ihre Träume von Liebe und Glück zunichte macht.

*Die Kritik an der Gesellschaft*

Das Gedicht enthält auch eine scharfe Kritik an der Gesellschaft, die sich nicht um die Probleme der Drogenabhängigen kümmert. Der Autor beschreibt, wie die Menschen wegsehen und ihre Augen vor der Realität verschließen, während die Dealer von der Not der anderen profitieren. Diese Kritik ist besonders eindringlich und zeigt, dass das Problem der Drogenabhängigkeit nicht nur ein individuelles, sondern auch ein gesellschaftliches Problem ist.

*Die Sprache und der Stil*

Die Sprache und der Stil des Gedichts sind einfach und direkt, was die emotionale Wirkung des Textes noch verstärkt. Der Autor verwendet eine Vielzahl von Bildern und Metaphern, um Sindys Schicksal zu beschreiben, wie z.B. „Kindheitsträume sind verweht im Wind“ oder „Eine Träne, die uns in das Gewissen spricht“.

*Fazit*

Das Gedicht „Sindy, armes Drogenkind“ ist ein wichtiges und bewegendes Werk, das die Aufmerksamkeit auf die Probleme der Drogenabhängigkeit lenkt. Der Autor Jürgen Rüstau zeigt, dass die Drogenabhängigkeit ein komplexes Problem ist, das nicht nur individuelle, sondern auch gesellschaftliche Ursachen hat. Das Gedicht ist ein Appell, sich um die Probleme der Drogenabhängigen zu kümmern und ihnen zu helfen, aus dem Teufelskreis der Drogen herauszukommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert